Druckschrift 
2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

Kirche führen. Sie, die bis dahin standhaft allen Bekehrungsversuchen widerstanden, sah jetzt kein Ent-rinnen mehr und stürzte sich in der Angst ihres Herzens aus dem hohen Thurmfenster hinab in denSchlossgarten, wo man sie mit zerschmettertem Fusse wiederfand.

Johann Ulrich starb im Mai 1637 1 ) zu Alschwangen und ward daselbst im Gewölbe der katholischenKirche beigesetzt. Nach einem schriftlichen Bericht aus Curland vom 20. Juli 1783 wurde Hans Ulrichvon der dortigen römisch-katholischen Gemeinde für einen Heiligen gehalten, weil sowohl sein Körperals seine Einkleidungsstücke unverweset geblieben waren. 2 '

Hans Ulrich war der Letzte dieser Curländischen Linie, welcher noch die Pommerschen Lehen empfing.Im Lehnbrief von 1626 3 > erscheint er mit dem Zusatz: zu Altwigshagetn.

6. Lucretia.

1623.

(Aelteste Tochter von No. 2.)

vermalt 1623 mit Christian von Korff, Erbherrn auf Preekuln (geb. 10. October 1595).

7. Anna Margarethe.

1573.

(2. Tochter von No. 2.)

geboren 25. Juli 1573, vermalte sich mit Barthold von Syberg und ward Erbin von dessen Gütern.

8. Marie Elisabeth.

16061629.

(3. Tochter von No. 2.)

geboren 1606, vermält 20. Mai 1629 mit dem Oberst und Oberburggrafen Wilhelm von Korff, Erb-herrn auf Föhmen (f 1669).

9. Emerentia Benigna. 4

1641.

(4. Tochter 5) von No. 2.)

vermalt mit Friedrich von Behr, Erbherrn auf Schlecken. Mit ihrem Gatten gemeinsam stiftete sie1641 der Universität zu Königsberg ein Stipendium, das sogenannte Behro-Schwerinianutn. Es wurden dazuvon den Gefällen des Landguts Eotenau jährlich 33 Thaler 30 Groschen ausgesetzt, welche Summe nachdem Verkauf dieses Gutes capitalisirt wurde und 1333 Thaler 30 Groschen beträgt. 6 *

1) Stavenhagen a. a. 0. nennt 1636 als Johann Ulrichs Todesjahr. Nach einer schon erwähnten Mittheilung des Baronv. d. Recke nach archivalischen Quellen im Curländischen Ritterhause starb er aber erst 1637. 2) Das Gewölbe ward 1850 auf

Anordnung der Geistlichkeit vermauert. 3) U. B. II. 591. 4) Dieselbe wird auf der vom Baron v. d. Recke nach archivalischen

Quellen im Curl. Ritterhause mitgetheilten Stammtafel nicht aufgeführt. Wegen der Zeit und des Ortes ihres urkundlichen

Erscheinens halten wir sie für eine 4. Tochter Jacobs (No. 2). Sie wäre alsdann nach den Namen ihrer Mutter und der Schwesterihres Vaters genannt. 5) Vermuthlich ist die nach Mittheilungen des Grafen von Taczanowski 1614 als Gemalin des

Woiwoden von Pernau, Johann Zawadzki, erscheinende Sophie Sabina von Schwerin ebenfalls eine Tochter Jacobs (No. 2).

6) Dr. G. C. Pisanski, Entwurf der Preuss. Litterärgeschichte während des 17. Jahrh. Herausgegeben von Dr. F. A. Meckel-burg. Königsberg 1853. S. 12.

286