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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
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Da aber Jacobs Erben nicht mehr im Besitz dieser Güter angetroffen werden, so verkaufte sie Jacob ver-muthlich, bevor er nach Curland ging.

Gelegentlich der Bestätigung des Hofmeister-Amtes waren ihm 3000 Gulden verschrieben; 1567 wurdenihm weitere 4000 Gulden verschrieben, weil er von seiner Bestallung des Hofmeister-Amtes guthwilligabgestanden. Diese gesammte Summe von 7000 Gulden wurde ihm 23. August 1570 ausgezahlt. 1 ) Ver-muthlich benutzte er dieses und das durch den Verkauf der Preussischen Güter erzielte Geld mit zum An-kauf des Gutes Alschwangen in Curland, welches er 1573 von dem Kitter Friedrich von Kanitz erwarb. 2 'Dort starb er vermuthlich 1585, denn am 17. März j. J. empfing Jacob (No. 2), welcher urkundlich alssein Sohn erscheint, 3 ) die väterlichen Lehen. 4 ) Gleichzeitig ward dessen ältestem Bruder Hans bis Estomihi1586 Indult ertheilt. Dieser beiden Brüder , Jacob und Hans, geschieht auch noch 1617 urkundliche Er-wähnung, 5 ) und dass Jacob (No. 1) mindestens zwei Söhne hinterlassen hat, ersehen wir aus einer Urkundevon 1598, 6 ) in welcher es heisst, dass er mit Nachlassung männlicher Leibeserben verstorben sei. Ausdieser letztgedachten Urkunde ist aber auch ersichtlich, dass 1598 von den Söhnen Jacobs (No. 1) nurnoch Jacob (No. 2) am Leben war.

Jacob hatte sich 1562 vermält mit Barbara von der Gablenz a. d. H. Vierzighuben. 7 ) Dieselbelebte vorher am Hofe der Herzogin Anna Maria, der zweiten Gemalin des Herzogs Albrecht von Preussen,welcher Letztere ihr und ihrem Gatten 1566, an Stelle zweier ihr versprochenen kleinen Güter, ein Sechziggut Klappholz verschrieb. 8 )

2. Jacob.

1563 1617.

(Sohn von No. 1, Vater von No. 5 bis 9.)

ward im Juli 1563 geboren und vom Herzog Albrecht von Preussen aus der Taufe gehoben. 9 ' Jacobempfing 17. März 1585 die väterlichen Lehen 10 ) und erscheint 1589 als Zeuge in einer Urkunde 11 ) überden Verkauf des Dorfes Lullum im Stift Curland.

Er wird Capitain und Marschall von Curland und Semgallen genannt. 12 ) Vermuthlich alssolcher nahm er lebhaften Antheil an den Streitigkeiten der Stände mit den Herzögen Friedrich und Wil-helm von Curland und protestirte 1590, im Verein mit den Gebrüdern von Nolde, gegen die Theilung desHerzogthums. 13 )

Er hatte vom Vater das Gut Alschwangen geerbt und erweiterte diesen Besitz durch Ankauf derGüter Meddenzeem und Jorizeem (jetzt Felixberg). 14 ) In Alschwangen selbst erbaute er eine zweiteprotestantische Kirche.

Auch die väterlichen Lehen in Pommern waren auf ihn übergegangen und nach der 1596 erfolgtenEinlösung der bis dahin verpfändeten Altwigshagenschen Güter 15 ) schloss er 1598 durch einen Be-vollmächtigten einen erneuten Theilungs-Vergleich 16 ) mit den übrigen Lehnserben seines Grossvaters, desalten Hans Bone (Taf. IX. 5). 1601 suchte er für Ableistung des Lehnseides Indult nach 17 ) und erhielt1602 die Pommerschen Lehen. 18 )

Urkundlich wird Jacob zuletzt 1617 genannt und zwar in dem Vergleich, 19 ) welchen die Wittwe desHans Felix (Taf. XIII. 2) mit Otto (Taf. XVII. 2) abschloss und in Folge dessen der längere Zeit streitiggewesene Besitz in Altwigshagen diesem Letzteren allein zufiel. Jacob wird in diesem Dokument, zugleich

1) U. B. II. 498 zum Schluss. 2) W. S. Stavenhagen, Album baltischer Ansichten, Mitau 1862. Lief. 14: Schloss

Alschwangen. Irrthümlich wird in diesem Aufsatz Jacobs Sohn (No. 2) als der erste Erwerber von Alschwangen bezeichnet.

3) U. B. II. 558, 561, 563. 4) Nach einer Notiz des Herrn von Bohlen auf Bohlendorf. 5) U. B. II. 581. Auf der Stamm-

tafel ist Hans, dessen Existenz erst nach deren Aufstellung bekannt wurde, nicht aufgeführt. 6) U. B. II. 558. 7) Vgl. U. B.

II. 504, 508. 8) U. B. II. 517. 9) Vgl. U. B. II. 509, auch 508. Diese Angaben können sich jedoch ebensowohl auf den bei

No. 1 erwähnten ältesten Bruder Jacobs, Namens Hans, beziehen. 10) Notiz des Herrn von Bohlen auf Bohlendorf. 11) U. B.

II. 550. 12) Mittheilung des kurländ. Genealogen-Commissarius Baron v. d. Recke aus Mitau vom 15. October 1864, nach archi-

valischen Quellen im Kurländischen Ritterhause. 13) Die Herzöge Friedrich und Wilhelm, Söhne des Herzogs Gotthard, hatten

1589 das Land getheilt; Ersterer residirte zu Mitau, Letzterer in Goldingen. Es kam in Folge dessen zu Misshelligkeiten mit

den Ständen und zu offenen Unruhen im Lande. Herzog Wilhelm Hess die Gebrüder von Nolde tödten und ward darauf vom

König von^ Polen verjagt. 14) Stavenhagen, Album baltischer Ansichten. Lief. 14. 15) Vgl. U. B. II. 521, 558. Vgl. auch

Taf. XIII. 2. 16) U. B. II. 558. 17) U. B. II. 561. 18) U. B. II. 563. Im Lehnbrief steht bei seinem Namen der Zusatz:

etziger zeit sich in Liefland vorhaltend. 19) U. B. II. 581.