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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
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gebracht wurde. Dort verblieb er, trotz wiederholter Fürsprache, bis zum Tode Friedrichs des Grossenund erhielt erst im September 1786 auf Betreiben seines jüngsten Bruders (No. 5) vom König FriedrichWilhelm II die Freiheit wieder; er lebte dann zunächst bei seinem Bruder in Schwerinsburg, woselbst er1790 bei Enthüllung der dem Feldmarschall daselbst errichteten Statue eine auch im Druck erschieneneStandrede hielt. 1 )

Schon am 14. September 1762 war er zum Kitter des Johanniter-Ordens geschlagen worden;sein Successionsrecht auf die Commende Gorgast hatte er an seinen Nachfolger Adolf Friedrich von Waldowabgetreten; erhielt jedoch durch Kapitels-Beschluss vom 13. Juni 1797 den Titel eines Comthurs (Com-mendators) 2 ) und wurde am 29. Juni 1800 residirender Comthur zu Lietzen.

Seit 1796 lebte er in Elbing, mit Schriftstellerei beschäftigt, und starb dort am 9. Januar 1803.

Seine Putzarschen Güter hatte sein jüngster Bruder (No. 5) im Jahr 1782 aus dem Concursegekauft.

Am 6. (17.) Juni 1757 hatte er sich zu Laasen bei Schweidnitz vermält mit Beate Sophie Gräfinvon Burghauss, einzigen Tochter des Beichsgrafen Nicolaus Sylvius von Burghauss auf Sulau und derSophie Angelica geb. von Siegroth. Dieselbe war 17. Mai 1733 geboren, ward durch Verfügung der Regie-rung zu Stettin 15. December 1769 geschieden, 3 ) vermalte sich wieder 9. Juli 1770 mit dem GrafenChristoph Heinrich von Beichenbach-Goschütz auf Neuschloss und starb zu Wierschowitz 7. December 1791.

3. Gräfin Anna Margarethe Dorothea.

1731 1787.

(Aeltere Tochter von No. 1.)

geboren zu Berlin 30. Januar 1731, vermälte sich im Mai 1746 mit dem Königl. Preussischen Regierungs-Präsidenten zu Stettin, Christian Friedrich von Bamin, Schlossgesessenen und Erbherrn auf Bamin,Kyritz, Labbeline, Ketzin, Salzow, Sonnenburg, Schmagrow u. s. w. (geb. 8. Januar 1714, gest. 9. Februar1761), als dessen Wittwe sie 8. November 1787 zu Schwerinsburg starb; beigesetzt im Erbbegräbnisszu Putzar.

Ausser drei Söhnen entsprossen dieser Ehe zwei Töchter, von denen die ältere, Beate, den jüngstenBruder ihrer Mutter (No. 5) heirathete; die jüngere, Ulrike Dorothea Charlotte (geb. 16. Januar 1748,gest. 17. October 1822), ward die Gemalin des Königl. Preussischen General-Feldmarschalls AlexanderFriedrich Freiherrn von Knobeisdorff.

4. Graf Wilhelm Friedrich Carl.

1739 1802.

(2. Sohn von No. 1, Vater von No. 7 bis 9.)

geboren zu Berlin 11. December 1739, vom König Friedrich Wilhelm I in eigener Person aus der Taufegehoben, welcher auch die Königin, der Kronprinz mit seiner Gemalin und der Herzog und die Herzoginvon Braunschweig als Zeugen beiwohnten; seit 1744 im Hause seines Oheims, des Feldmarschalls, zuSchwerinsburg erzogen, trat 1753 als Gefreiter-Korporal bei dessen Regiment zu Frankfurt a./0. ein, wo-selbst er gleichzeitig die Universität besuchte. Am 31. December 1755 ward er Fähnrich und gleichbeim Ausmarsch des Regiments, zu Beginn des siebenjährigen Krieges, Lieutenant und Adjutant desGenerallieutenant von Winterfeld. Als solcher war er bei der Gefangennahme der Sächsischen Armee beiPirna zugegen, alsdann in der Schlacht bei Prag (6. Mai 1757), wie auch bei der darauf folgenden Be-lagerung dieser Stadt, und befand sich in der unmittelbaren Nähe seines Generals, als dieser im Treffenvon Moys bei Görlitz (7. September 1757) den Heldentod starb. Er überbrachte dem Könige, welcher mitder Armee bei Erfurt stand, die Meldung dieses grossen Verlustes und verblieb im Gefolge des Königs,welcher ihn nachdem er die Schlachten von Rossbach (5. November) und Leuthen (5. December 1757),sowie die Belagerung von Breslau mitgemacht noch im December 1757 zum Kapitain und zu seinem

1) Joh. Christian Brandes, Schauspieldirector, meine Lebensgeschichte. Berlin 1800. 3. Theil, Cap. 16. 2) Eine Nach-

richt jener Zeit aus Sonnenburg bezeichnet ihn wol irrthümlich auch als Herzogl. Würtembergischen Kammerherrn. 3) Genea-

logische Sammlungen des Grafen Lottum, Mscpt. im Geh. Staats-Archiv: durch einen Königlichen Machtspruch geschieden.