zu den vom Könige bezeichneten 24 vornehmen Personen, welche im Winter die grossen Festlichkeiten aus-zurichten hatten, zu denen der König mit seiner Familie erschien. 1 )
Nach der Thronbesteigung des Königs Friedrich II ward er — zugleich mit seinem Bruder, demFeldmarschall (Taf. X. 32) — am 31. Juli 1740 in den Grafenstand erhoben 2 ) und empfing am 5. Januar1741 die Bestätigung seiner altväterlichen Lehen und des Erbküchenmeister-Amtes. 3)
Recht schwierige Anforderungen scheinen unter der neuen Regierung an den Landjägermeister gestelltzu sein. So befahl ihm z. B. der König, welcher im Gegensatz zu seinem der Jagd leidenschaftlich er-gebenen Yater dieselbe besonders als Einnahme-Quelle betrachtete, für das Jahr 1747 einen so hohen Wild-Abschuss, dass dadurch 10000 Thaler an die Staatskasse abgeführt werden könnten, 4 ) mit dem Bemerken,diese Ordre ohne jedes Einwenden und Raisonniren stricte zu befolgen, selbst wenn auch das letzte vorhandeneStück Wildpret todt geschossen werden müsste. 5 >
Graf Hans Bogislav starb 23. August 1747 zu Berlin. An eine im Schlossgarten zu Köpenick be-findliche Statue eines Meleager mit dem Kopfe eines Wildschweins knüpft sich die Sage, 6 ) dass der Traumeines Pagen dem Landjägermeister den Tod durch die Hauer eines Wildschweins auf der nächsten Jagdprophezeite; als aber die Jagd ohne jeden Unfall verlaufen und der Graf lachend auf das erlegte Schwarz-wild gezeigt, welches eben vor dem Schlosse von einem Wagen abgeladen, fiel ein todter Keiler so un-glücklich herab, dass er mit den Hauern den Grafen am Schenkel verwundete und derselbe wirklich andieser Wunde starb.
Er wurde am 26. August in aller Stille und ohne alle ceremonien im Erbbegräbniss zu Putzar bei-gesetzt. 7 ) Sein Bruder, der Feldmarschall, übernahm die Vormundschaft über seine hinterlassenen Kinder.
Am 27. December 1728 hatte er sich zu Boitzenburg vermalt mit Charlotte von Arnim, einerTochter des Königl. Preuss. Staatsministers und General-Postmeisters Georg Dettlof von Arnim auf Boitzen-burg und Zichow, Ritters des Schwarzen Adler-Ordens und resid. Comthurs des Johanniter-Ordens, und derDorothea Sabina geb. Gräfin von Schlieben. Sie war am 1. Januar 1710 geboren und starb, fast 70 Jahralt, zu Berlin am 22. November 1779, worauf sie zu Putzar neben ihrem Gemal beigesetzt wurde. 8 )
Lebensgrosse Bildnisse des Landjägermeisters und seiner Gemalin, vermuthlich von Antoine Pesne ge-malt, befinden sich in den Schlössern zu Putzar und Schwerinsburg.
2. Graf Friedrich Wilhelm,
1729 — 1803.
(Aeltester Sohn von No. 1.)
geboren zu Putzar 6. August 1729, studirte zu Königsberg in Preussen und ward 8. April 1747 zumLegationsrath ernannt. 9 ) In Folge eines Rangstreites mit einem Fähnrich, welchen der König zu dessenGunsten entschied, verliess er den Civildienst 10 ) und trat 1750 zu Frankfurt a./0. in das Regiment seinesOheims, des Feldmarschalls; er ward 15. October 1751 Fähnrich, dann Lieutenant und 1756 Haupt-mann und General-Adjutant seines Oheims, an dessen Seite er die Schlacht bei Prag am 6. Mai 1757mitmachte; nahm dann den Abschied und wurde später Major von der Armee. Aus der Erbschaft seinesVaters und seines Oheims 11 ) erhielt er in Folge eines Erbtheilungs-Vergleiches mit seinen Brüdern vom19. Mai 1760 die Güter Putzar, Glien, Sarnow, Sophienhof, Charlottenlust und Boldekow,lebte jedoch zumeist in Berlin, und gerieth durch einen unüberlegten Aufwand und continuirliches Spielen 12 )in grosse Schulden, 13 ) so dass am 8. August 1764 der Concurs eröffnet ward. Er hielt sich dann einigeJahre in Hamburg auf, von wo er 1767 auf Betrieb seiner Mutter 14 ) auf die Citadelle nach Magdeburg
1) Vehse a. a. 0. 2) U. B. II. 708. 3) U. B. II. 709. 4) Der Durchschnitts-Preis für ein Stück Wild betrug nach da-
maliger Taxe 4 Thaler; mithin war ein Abschuss von 2500 Stück nöthig. 5) Historische Mittheilungen über die jagdlichen
Zustände des Forstreviers Grimnitz, 1247—1872, vom Oberförster Stäwie. Mscpt. Im Revier Grimnitz wurden 267 Stück Wild
zu obigem Zweck abgeschossen. 6) Neue Preussische (Kreuz-) Zeitung vom 17. August 1875. Beilage zu No. 190: Verein für
die Geschichte Berlins im Schlosse zu Köpenick. 7) Boldekower Kirchenbuch. Dasselbe berichtet .Nichts von der erwähnten
Veranlassung des Todes. 8) Die Leichenpredigt ist noch im Manuscript vorhanden. 9) U. B. IL 715. Irrthümlich ist in der
Inhalts-Angabe der Bestallungs-Urkunde der in derselben nicht genannte Vorname mit „Otto" ergänzt. 10) Onno Klopp, König
Friedrich II von Preussen und die deutsche Nation, S. 157. — Adolf Streckfuss, Berlin seit 500 Jahren. — Mirabeau und
Mauvillon IV. S. 249. 11) U. B. IL 718. 12) Nach einem Briefe seiner Mutter an den König d. d. 6. Juni 1760. 13) Acta
im Geh. Staats-Archiv, Rep. 8, No. 170 D. 14) Dieselbe bat den König unter dem 20. April 1767, ihren Sohn durch den Resi-
denten in Hamburg, Geh. Rath v. Hecht, aufheben und ihm in Magdeburg un arret honete geben zu lassen. Schon Tags darauf
verfügte der König diesem Wunsch gemäss.