seiner Begleitung, ernannte ihn am 28. Mai 1739 zum General der Infanterie, und bestellte ihn am22. August j. J., in besonderer Anerkennung seiner bey denen Mecklenburgischen angelegenheiten geleistetenDienste, zum Drosten über die vier Meklenburgischen Aemter Plau, Eldena, Wredenhagen und Marnitz,welche sich zu jener Zeit in Preussischem Pfandbesitz befanden. 1 )
Bei der am 22. Juni 1740 zu Potsdam erfolgten Bestattung des am 31. Mai verstorbenen Königs trugder General von Schwerin das Eeichspanier.
Auch König Friedrich II zeichnete ihn sogleich aus; schon am 30. Juni 1740 ernannte er ihn zumGeneral-Feldmarschall und erhob ihn nebst seinem Bruder Hans Bogislav (No. 31)" am 31. Juli j. J.in den Grafenstand; 2 ' auch berief er ihn, zugleich mit dem Minister von Podewils, am 28. October —gleich nach dem Eintreffen der Nachricht vom Tode Kaiser Carls VI — als Vertrauten und ßathgeber nachBheinsberg 3 ) und übertrug ihm den Oberbefehl über eine Armee, welche bereits im December desselbenJahres von Krossen aus in Schlesien einrückte. An der Seite des Königs zog der Feldmarschall am3. Januar 1741 feierlich in Breslau ein. Am 10. April 1741 kam es zur Schlacht bei Mollwitz, 4 ) inwelcher Anfangs König Friedrich selbst den Oberbefehl führte. Als aber die Schlacht einen ungünstigenVerlauf nahm und der rechte Preussische Flügel zurückgeworfen sich in wilder Unordnung auflöste, verliessder König, auf dringendes Anrathen Schwerins und des Generaladjutanten Grafen von Wartensleben, nachlangem Zögern das Schlachtfeld. Der Feldmarschall, obgleich schon verwundet, übernahm nunmehr denOberbefehl und antwortete den herandrängenden Generalen auf die Frage: wohin der Rückzag genommenwerden solle, entschlossen: Auf den Leib des Feindes! Bäsch und entschieden stellte er darauf die verloreneOrdnung wieder her und liess dann dicht geschlossen zu erneutem Angriff vorrücken. Das Gefecht warheftig, der Feldmarschall wurde nochmals verwundet, aber die Schlacht war entschieden, die Oesterreicherwandten sich zur Flucht.
Der Sieg von Mollwitz hatte die wichtigsten Folgen: Brieg wurde erobert; Breslau, bisher nur neutral,ward durch einen Handstreich des Feldmarschalls gezwungen, Preussische Besatzung aufzunehmen; 5 ) ganzNiederschlesien fiel in des Königs Hände.
Der Feldmarschall ward im October 1741 zum Gouverneur der Festungen Brieg und Neisse ernanntund war am 7. November bei der Huldigung der versammelten Stände zu Breslau zugegen. 6 )
Indessen war doch seit dem Siege von Mollwitz mit dem Könige, welcher Schwerins Verdienste umdenselben nicht ohne Groll anerkannte, eine Missstimmung eingetreten. Letzterer begab sich zur Wieder-herstellung seiner, in Folge der Anstrengungen und der erhaltenen Wunden, erschütterten Gesundheit in dieBäder von Karlsbad (1742) und Aachen (1743), und zog sich nach dem Frieden von Breslau (11. Juni 1742)auf seine Güter nach Pommern zurück, wo er um diese Zeit einem neu angelegten Vorwerke den NamenMollwitz gab.
Beim Ausbruch des zweiten schlesischen Krieges 1744 übernahm der Feldmarschall wiederum dasKommando einer Armee und war mit derselben im September j. J. bei der Eroberung von Prag thätig.Im weiteren Verlauf des Feldzuges aber kam es zu neuen Missverständnissen zwischen dem Feldmarschallund dem König, und Ersterer verliess im November missmuthig und krank, mit des Königs Erlaubniss, dasHeer 7 ) und ging nach Schwerinsburg. Dort blieb er auch nach der glücklichen Beendigung des Kriegesdurch den Frieden von Dresden (25. Decb. 1745) und kam erst im Frühjahr 1747, in Folge besonderer Ein-ladung des Königs, nach Berlin, woselbst dann eine völlige Aussöhnung stattfand. 8 )
Vor dem Beginn des siebenjährigen Krieges berief ihn der König am 23. Juni 1756 mit denGeneralen von Eetzow und von Winterfeld nach Sanssouci und legte diesen seine Meinung über den zu be-ginnenden Feldzug dar. 9) Der Feldmarschall rief bei dieser Gelegenheit begeistert: Wenn einmal Krieggeführt werden soll, so lasst uns morgen aufbrechen, Sachsen in Besitz nehmen und in diesem kornreichenLande Vorrathshäuser anlegen, um unsere künftigen Operationen in Böhmen zu sichern! Der Feldmarschall
1) U. B. II. 707. 2) U. B. II. 708. 3) Dohm, Denkwürdigkeiten I. 4. — Droysen, Geschichte der Preussischen Politik:
Friedrich der Grosse. Bd. 1. S. 140 ff. 4) Neues militärisches Magazin, herausgegeben von J. G. Hoyer, Leipzig 1805. Bd. 3.
Stück 6 und 7. — Oesterrcichische militärische Zeitschrift, Wien 1813, Heft 9. — Militärisches Wochenblatt, Berlin 1825.
No. 471, 473. — Le spectateur militaire, Paris 1827, Tom. III. p. 73. ff. u. s. w. 5) Ueber des Feldmarschalls Thätigkeit beider Eidesleistung des Breslauer katholischen Clerus an Friedrich den Grossen 1741 berichtet Grünhagen's Brochüre mit diesem Titel
S. 214 ff. Geh. Staats-Archiv zu Berlin. — Die Art und Weise, wie Schwerin hier zu Werke ging, ist ein Lobspruch auf die
Vorzüge seines Geistes und seines Herzens. 6) Diese Huldigung, bei welcher der Feldmarschall statt des mangelnden Reichs-
schwertes den Degen des Königs zum Huldigungskusse reichte, stellt ein Gemälde vom Prof. A. Menzel dar. 7) Droysen, Frie-
drich der Grosse, 2. Bd. S. 347. — J. Mebes, Beiträge zur Geschichte des Brandenb. Preuss. Staates und Heeres. 8) Von derersten Unterredung zwischen dem Könige und dem Feldmarschall ist eine wahrheitsgetreue Erzählung enthalten in: Sammlungenvon Anekdoten und Charakterzügen König Friedrichs II. 4. Stück, S. 82. 9) Dohm, Denkwürdigkeiten, IV. 216.