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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
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den Generalstaaten zum Kapitain befördert; erhielt auch gleichzeitig die Kompagnie seines bei Donauwörthgebliebenen Bruders. Als aber sein Oheim, dem er in kindlicher Liebe zugethan war, sich im October 1705veranlasst sah, seinen Abschied zu nehmen und sich auf seine Güter nach Pommern begab, begleitete er ihndorthin 1 ) und verblieb auch bis zu dessen am 30. August 1707 erfolgenden Tode bei ihm in Putzar. AlsOberstlieutenant mit einem Patent vom 30. November 1706 kehrte er darauf in den MeklenburgischenDienst zurück 2 ) und ward schon am 3. November 1707, im Alter von 23 Jahren, zum Oberst ernannt.Unter dem Feldmarschall Grafen Magnus von Steenbock, welcher eine schwedische Armee in Meklenburgbefehligte, wohnte er am 20. December 1712 dem Gefecht von Gadebusch bei, in welchem jener die Dänenbesiegte, und ging darauf in dessen Auftrage, mit Erlaubniss seines Herzogs, in geheimer Sendung vonhoher Wichtigkeit zu König Carl XII, welcher sich grade zu jener Zeit von Bender nach Demitocca begebenhatte. Im täglichen Umgange mit diesem merkwürdigen Kriegshelden sammelte Curd Christoph währendseiner mehrmonatlichen Anwesenheit einen grossen Beichthum an Beobachtungen und Erfahrungen. 3 ) Erstam 5. November 1713 erhielt er seine Abfertigung und kehrte nach Meklenburg zurück, woselbst er wiedersein Begiment übernahm. Nach mehrfachen Klagen wegen seines schlechten Avancements 4 ) ward er am3. September 1718, also noch nicht 34 Jahr alt, zum Generalmajor befördert. Als solcher kommandirteer 1719 die Meklenburgischen Truppen wider die von Kaiser Carl YI in Folge wiederholter Klagen derMeklenburgischen Bitterschaft über Gewalttätigkeiten des Herzogs Carl Leopold mit der Beichs-Exe-cution beauftragten Hannoverschen und Braunschweigischen Truppen unter dem General Cuno Josua Frei-herrn von Bülow, und schlug diese am 6. März des gedachten Jahres im Treffen bei Walsmühlen. 5 )Zum Dank für die geleisteten Dienste ernannte ihn der Herzog am 8. März zum Generallieutenant. Balddarauf aber fügte sich der Herzog dem strengen Spruche des Beichshofraths und entliess am 5. April seineTruppen; auch Curd Christoph nahm seinen Abschied.

Er war durch den Stockholmer Frieden vom 1. Februar 1720, in welchem Vorpommern an Preussenfiel, Preussischer Unterthan geworden und so trat er am 10. April 1720 als Generalmajor mit einemPatent vom 1. Februar in die Preussische Armee. Da grade kein Begiment erledigt war, so entsendeteKönig Friedrich Wilhelm I zunächst den auch in Staatsgeschäften erfahrenen General in diplomatischenAngelegenheiten 1721 nach Dresden und 1722 nach Warschau an den Hof des Königs August des Starkenvon Polen. Nach seiner Bückkehr erhielt er am 13. Januar 1723 das Schwendysche Begiment zu Frank-furt an der Oder. 6 ) Im Jahr 1724 wurde er abermals leider zu spät an den Polnischen Hof gesandt,um das über die Stadt Thorn verhängte strenge Bluturtheil zu hintertreiben. Nach einer am 29. Mai 1725bei Berlin abgehaltenen Special -Revüe über das Schwerinsche Begiment bezeugte ihm der König am30. November j. J. seine Anerkennung durch die Verleihung der Amtshauptmannschaften von Jerichowund Altenplatow, und ernannte ihn am 25. Juli 1730 zum Gouverneur der Festung Peitz. 7)

Von den um jene Zeit von dem Grafen Seckendorf!' angezettelten und vom General von Grumbkowgeförderten Intriguen, sowie auch von den häuslichen Zerwürfnissen der Königlichen Familie, welche 1730in der versuchten Flucht des Kronprinzen (nachmals König Friedrich der Grosse) ihren Gipfelpunkt erreichten,hielt sich Curd Christoph fern; doch gehörte er zu den vom Könige berufenen Mitgliedern des Kriegsge-richts, welches unter dem Präsidium des Generallieutenants Achaz von der Schulenburg im October 1730zu Köpenick über den Kronprinzen zusammentrat. 8 )

Am 30. Mai 1731 ward er zum Generallieutenant befördert und erhielt gleichzeitig den SchwarzenAdler-Orden.

Vom October 1733 bis zum Februar 1734 hielt er mit 3 Begimentern einen Theil von Meklenburgbesetzt, 9 ' um die dort immer noch fortdauernden Unruhen nun endlich durch Preussischen Einfluss zu be-seitigen. Durch die geschickte Lösung dieser Aufgabe, zu welcher ihn seine Kenntniss der Verhältnisse ausfrüherer Zeit her besonders befähigte, sicherte er sich noch besonders die Gunst und das Vertrauen des ihmschon immer geneigten Königs. Derselbe erkor ihn seitdem auf allen seinen Beisen und Musterungen zu

1) Wie es scheint, nahm Curd Christoph nicht seinen Abschied, sondern befand sich nur auf Urlaub. 2) Aber nichtwieder nach Holland. Vermuthlich stiess er mit dem von ihm in Folge der Capitulation vom 3. November 1707 bis ultimoMärz 1708 zu errichtenden Bataillon von 5 Kompagnien zu der Steenbockschen Armee. 3) Ueber die Sendung nach Bender be-finden sich zahlreiche Correspondenzen im Geh. Archiv zu Schwerin. 4) Geh. Archiv zu Schwerin. Schreiben des Oberstenvon Schwerin an den Herzog vom 27. September 1714 und vom 20. April 1717. 5) Spiel, Vaterländisches Archiv, Jahrgang 1825,Bd. 2. S. 225 ff. und Jahrgang 1827, Bd. 1. S. 190; Bd. 2. S. 186. L. v. Sichart, Geschichte der Königl. HannoverschenArmee, 2. Bd. S. 361 ff. Geh. Archiv zu Schwerin: Bericht des Generalmajors von Schwerin d. d. Schwerin 6. März 1719,u. A. 6) Regiment No. 24; nachmals Regt. v. d. Goltz; 1806 v. Zenge. 7) Vgl. U. B. II. 702. 8) Nach Carlyle, GeschichteFriedrichs des Grossen, stimmte Schwerin mit dem General Grafen Alexander von Dönhoff gegen den Tod des Kronprinzen;Schöning, Leben Natzmers, nennt dagegen an Schwerins Stelle den General Christian von Linger. 9) Lisch, Meklenburg. Jahr-bücher XVII. S. 240.

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