Drinn sich ihr Leib gar baldVerkehrt in Staub vnd Erden,
Das trawret Jung vnd Alt.
Solt denn nicht jederman bey dieser Leiche sichMit trawriger Geberd anstellen Kümmerlich,
Weil in der zarten Jugend
Des Todes starcke KrafftDiess edle Hertz von TugendSo zeitig hingerafft.
Ach kont denn helffen nichts deine Gottseligkeit,
Kont nicht dein kluger Sinn, noch die GeschickligkeitDich für dem Todt beschützen,
Dass er sich hett gewandVon dem, der noch möcht nützenDem gantzen Vaterland!
Nein, keines acht er nicht, du must mit ihm davonSo bald er dich angreift; Wodurch all Frewd vnd WorinAuff einmal muss zerßiessen
Denen, so nun vmb dichManch heisse Thränn vergiessen,
Vnd trawren bitterlich.
Drumb sich jetzt t hoch betrübt, die dich geboren hat,
Vnd kan für grossem leid nicht weinens werden satt,
Weil sie dich muss begleitenZu deinm Ruhbettelein,
Der doch solt ihrer Seiten
Ein Stab im Alter seyn.
Dein liebste Schwester sich nicht weniger beklagt,
Vnd voller trawrigkeit mit schwern gedancken plagtDass sie dich hat verloren,
Den sie auff Erd alleinZum besten Freund erkoren
Mag das nicht Jammer seyn fDein Tod betrawret auch dein löbliches GeschlechtWelches sich deiner würa!' mit allem fug vnd RechtBald haben zu erfrewen,
Wenn du im Tugend-LauffWerst fortgefahrn mit trewen,
Vnd nickt gehöret auff.
Was kan man aber denn mit Klagen richten aus,
Als dass man selbst sich rufft den Todt zu Hoff vnd Haus?Durch Trawren ohne massen
Des Menschen Hertz wird matt,
Wol dem der es kan lassen,
Wenn er getrawret satt!
Keiner darff meynen doch, dass er auff dieser ErdEitel Ergetzligkeit vnd Frewd erlangen werd,
Denn allzeit ist vermischet
Die Frewd mit Bitterkeit,
Das Vnglück mit einwisschet,
Vnd ist vom Glück nicht weit.
So ists ein newes nicht, dass der stirbt, dessen TodtViel nasser Augen macht, viel setzt in Leid vnd Noth,
Weil alles, was man findetIn dieser Sterbligkeit,
Nur wie der Rauch verschwindet,
Hat kein Beständigkeit.
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