Gemeinsam mit seinem Bruder Joachim (No. 24) genehmigte er am 20. October 1626 den Verkaufvon Ulrichs (No. 35) Antheil an Spantekow an die Wittwe Rüdigers (No. 23). x)
Durch Kauf erwarb er Hohenzieritz, und innerhalb der Jahre 1626 bis 1633 von Ulrich (No. 17)die Güter Zinzow und Borntin. 2 ' In der Yorpommerschen Hufenmatrikel 3 ) von 1631 wird er mit 56Landhufen aufgeführt. Dazu erbte er später, vermuthlich 1632, von seinem Binder Joachim dessen Besitzin Putzar. 4 >
Aber zu jener Zeit machten sich auch für Pommern die Drangsale des dreissigjährigen Krieges be-merkbar. Nachdem schon die Wallensteinschen Truppen mehrere Jahre hindurch Pommern besetzt und aufdas Fürchterlichste ausgesogen hatten, verheerten im Jahr 1636 die Schweden unter Wrangel das unglück-liche Land. In Folge dessen sah sich Jürgen zunächst im Jahr 1636 zu einer Schuld von 400 Gulden anJoachim Mörder, Bürger und Kaufhändler in Anclam, genöthigt, 5 > und am 9. Januar 1637 bat er in Ge-meinschaft mit Beimar von Lindstedt, den Herzog um Erlass oder wenigstens Ermässigung der jüngst ein-gewilligten und publicirten Steuer für ihre Dörfer Hagen (Altwigshagen) und Putzar, und insbesondere fürihr bei der Kavel auf der Grenze liegendes und sehr verwüstetes Dorf Boldekow, welche Güter in derKriegszeit und besonders im verflossenen Sommer (1636) von der Wrangelsclien Armee, die bei der Kavelherum und in unsem Gütern wegen des damals besorglichen Einbruchs der Kaiserlichen eine geraume Zeitdas Feldlager gehabt, viel auszustehen gehabt hätten. Der Herzog verhiess darauf die Einsetzung einerKommission zur Untersuchung der gehabten Schäden.
Nach dieser Zeit hören wir von Jürgen nur noch zweimal in langen Zwischenräumen: 1651 wird er ineinem damals aufgestellten handschriftlichen Verzeichniss aller zu der Zeit lebenden Schwerine genannt; unddann erscheint er, 22 Jahre später, in dem Lehnbrief von 1673. 6 > In demselben heisst er: Jürgen, seel.Jochims söhn, zu Potzahr und Spanteckow. Ohne diese ausdrückliche Beifügung des Namens seines Vaterswäre sonst vielleicht die Annahme gestattet, dass hier bereits sein Sohn Jürgen Christoph gemeint sei, demwir allerdings später stets nur mit Nennung seiner beiden Namen begegnen.
Aus dem Fehlen aller weiteren Nachrichten aus einem so langen Zeitraum dürfen wir schliessen, dassJürgen während desselben, fern von allen Welthändeln, auf seinen Gütern gelebt und dort auch in Buhesein Leben beschlossen habe.
Um das Jahr 1632 hatte er sich vermält mit Maria von der Gröben, Tochter des Ludwigvon der Gröben auf Kotzeband, Tetzleben und Meseberg, und der Sabina geb. von Bredow a. d. H. Hoppen-rade. Dieselbe starb am 24. Juni 1660 und ward 24. October 1665 zu Putzar beerdigt.
27. Bernd Vivigenz.
1597—1621.
(6. Sohn von No. 10.)
ward am 18. August 1597 zu Spantekow getauft. Aus unbekannter Veranlassung verwundete er 1621 seinenBruder Henning Christoph (No. 25) tödtlich am Kopfe und ward dafür in der Mark Brandenburg er-schossen.
In dem schon erwähnten Inventarium von 1635 findet sich auch das angegeben, was von seinem Nach-lass nach Spantekow kam."
28. Ilsabe.
1583 — 1604.
(Aelteste Tochter von No. 10.)
erscheint 1583 unter den Taufzeugen der Elisabeth (No. 11). 8 > Am 14. October 1604 vermälte sie sich mitdem Pommerschen Oberhofmarschall und Hauptmann zu Ueckermünde, Dubslav vonEickstedtauf Rothen-Clempenow (geb. 1555 gest. 1621).
1) U. B. II. 593. 2) U. B. II. 594. 3) U. B. II. 600. 4) Daselbst hatte zu jener Zeit auch noch Curd Dettlof (No. 38)
Besitz. 5) Original-Concept im Stadt-Archiv zu Anclam. 6) U. B. II. 642. 7) U. B. S. 427. Vgl. No. 24 und 25. 8) Spante-
kower Kirchenbuch.
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