Der Werchnan keinen Pfenning entfing,
Der nicht durch meine Hende gieng,
Versorgt sie auch mit Speis und Tranck,
Dafür sei Gott Lob, Ehr und Danck,
Und Alles auch versehen tliet,
Das Keiner sich zu beklagen liet.
Anna überlebte ihren Mann und erscheint noch im Jahr 1580 urkundlich als Ulrichs Wittwe.v Ausihrer Ehe waren 7 Söhne entsprossen, für deren wissenschaftliche Bildung der Grosshofmeister eifrig Sorgetrug; wie schon daraus hervorgeht, dass er sie sämmtlich auf die Universität Greifswald entsandte. Alsein Lehrer der jüngeren Söhne vor ihrer Studienzeit wird Joachim Therecow aus Schievelbein genannt. 2 ) Indieser Hinsicht wendet sich auch das schon erwähnte Leichen-Carmen 3 ) mit folgenden Worten an dieSöhne: Er (Ulrich) sähe für allen Dingen zu, dass eure Gemüther mit allerlei nützlichen Künsten undWissenschaften erfüllet wurden, dadurch ihr weiter geschickt würdet, wozu man euch in der Welt brauchenwollte. Er hat euch auf hohen Schulen mit reichen Kosten versehen und nie keine Ausgaben gesparet, dassihr alles einsammeln können, was nur zu eurer Zierde und Fälligkeit gereichen können.
6. Hans.
(Sohn von No. 4, Vater von No. 14.)
erscheint urkundlich nicht, und wird uns mit seiner Tochter nur bekannt aus einer, der Leichenpredigt des1674 verstorbenen Herrn Joachim Friedrich von der Osten auf Schildberg, Obersten zu Pferde, Johanniter-Ordens-Ritter, u. s. w. beigefügten Ahnentafel. Laut dieser war er vermält mit Sophie von Eickstedt. 4 >Falls die Angabe dieser Ahnentafel richtig ist, und der in Rede stehende Hans wirklich existirt hat, somuss er jedenfalls vor seinem Vater gestorben sein, da wir nach dessen Tode den Bruder desselben, denGrosshofmeister, im alleinigen Besitz der väterlichen Erbgüter finden.
7. Dietrich.
1547 — 1611.
(Aeltester Sohn von No. 5, Vater von No. 15 und 16.)
bezog zugleich mit seinen Brüdern Dettlof und Ulrich (No. 8 und 9) im Jahre 1547 die Universität Greifs-wald 5 * und reiste darauf in Begleitung seines besten Freundes, des nachmaligen Kurbrandenburgischen Ge-heimen Raths, Comthurs und Landvogts zu Schievelbein, Dettlof von Winterfeld, durch ganz Europa, wo-selbst sie die bedeutendsten Akademien, sowie verschiedene Höfe, darunter auch den des Römischen Kaisers,besuchten. 6 )
Er ward dann herzoglicher Rath, und zwar vermutlilich im Jahr 1558, denn sieben Jahre später,am 23. Juli 1565, wird unser rath und lieber getrewer Dietrich von Swerin von nächsten Michaelis an zurechnen noch auf sieben Jahr zum Hofrath und ausserdem als Hofmeister der Herzoge Ernst Ludwigund Barnim bestellt. 7 ) In der betreffenden Bestallungs-Urkunde wird ihm besonders aufgegeben, jederzeitbei den genannten Fürsten zu sein, auf ihre Personen und Erziehung gute Achtung zu haben und dahin zuwirken, dass sie in Gottesfurcht, Zucht, fürstlicher Tugend und Ehrbarkeit erzogen werden und dasjenige
1) Vgl. U. B. II. 527. — In dem chronikalischen Roman von Wilhelm Meinhold: Sidonia von Bork, die Klosterhexe (Leipzig
1848, 3 Bände), dessen Heldin die Geliebte des Herzogs Ernst Ludwig ist — welche als Hexe und angebliche Yertilgerin desPommerschen Herzogshauses 1620 zu Stettin enthauptet wurde — wird auch vielfach der Grosshofmeister — und wie es scheintmit historisch-richtiger Auffassung seines Charakters und Wirkens — vorgeführt. Die dort berichteten Thatsachen sind indessengrossen Theils dichterische Erfindungen des Verfassers. Dahin gehören insbesondere die Weissagungen eines Lappen vom Todeder Gemalin des Grosshofmeisters, welche Hedwig genannt wird, und das ganze 7. Kapitel des 1. Bandes: Wie Ulricus von Schive-rin sein liebes Ehegemahl begrabet und Dr. Gerschovius ihne aus Gottes Wort getröstet. 2) Nach dem Album der Universität Greifs-
wald Tom. I. Es ward nämlich am 26. October 1565 bei derselben eingeschrieben: Joachimus Therecovius Schivelbeinensis, prae-
ceptor nobilium a Schwerin filiorum — Udalrici a Schwerin. 3) Vgl. Anm. 4, auf Seite 159. 4) Im Familienbuch des dy-
nastischen Geschlechts der von Eickstedt, Ratibor 1860, geschieht dieser Sophie keine Erwähnung. 5) Album der Universität: 1547,
nach dem 3. Mai jurisdictioni academicae praestito usitato ac veteri juramento sese submiserunt: Theodoricus, Detlaus, Ulricus de Zwe-
rin fratres equites (dederunt l 1 /2 fl.). 6) Schöttgen, Altes und Neues Pommerland, S. 137: Dietrich von Schwerin wird um dieZeit der Reformation unter dem jungen Adel gerühmt. 7) U. B. Ii. 514.
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