benow zu Boldekow zu legen, jedoch mit der weitern Bedingung, dass Glien wieder zu Putzar kommen und
Drevelow bei Spantekow bleibe. Diesem Wunsche ward denn auch gewillfahrt.
Von der Besoldung, welche Ulrich als Grosshofmeister und Eath laut seiner Bestallung zu empfangen
hatte, war ihm Herzog Ernst Ludwig zu Michaelis 1572 zweitausend Gulden Gnadengeld schuldig. Auf
des Herzogs Wunsch liess Ulrich diese Summe gegen Verzinsung stehen, 1 ) und erst am 19. November 1634
ward dieselbe an einen Nachkommen Ulrichs ausgezahlt. 2 )
Das thatenreiche Leben des Grosshofmeisters endete wahrscheinlich noch im Jahre 1575 ; 3 > er scheint
von der Krankheit, welche ihn — wie wir oben gesehen haben — hinderte, am 14. Juni des gedachten
Jahres der Synode zu Anclam beizuwohnen, nicht mehr genesen zu sein. Seltsamer Weise enthält selbst
das vorhandene lange lateinische Leichen-Gedicht^ auf den Grosshofmeister keinerlei Angabe über das Jahr
und den Tag seines Todes. Sicher aber war er am 4. Juli 1576 verstorben. 5 )
Seine Gemalin war Anna von Arnim, Tochter des Landvogts der Uckermark, Joachim von Arnim
auf Gerswalde und Suckow und der Anna (Ilsabe) geb. von der Schulenburg a. d. H. Löcknitz.
Wenngleich Herzog Philipp I erst am 7. Januar 1548 die Yerschreibung eines Leibgedinges SeitensUlrichs an seine Gemalin für ihr im Betrage von 600 Gulden Eingebrachtes bestätigte, 6 ' so rührt das jeden-falls daher, dass Ulrich erst zu jener Zeit das Vermögen seiner Frau auf seinen Besitzungen anlegte. DieVerheirathung ist unzweifelhaft viel früher erfolgt und zwar, wie wir aus dem Umstände, dass bereits 1547die drei ältesten Söhne Ulrichs die Universität Greifswald besuchten, schliessen, vor dem Jahre 1530.
Ausser dem schon erwähnten und noch erhaltenen steinernen Bildniss über dem Schlossthor zu Spante-
kow, befand sich ehemals Annas Bild auch auf dem Altar-Gemälde der Spantekower Kirche; sie lag da auf
ihren Knieen unter dem Kreuz Christi. 7 '
Zur Characteristik des Grosshofmeisters und seiner Gemalin mögen hier noch die Inschriften mitge-
theilt werden, welche sich unter den mehrgedachten Bildnissen über dem Schlossthor in Spantekow be-
finden.
Vom Grosshofmeister heisst es:
Christ meinen Heilant liebte ich,
Sein Wort zu forderen beflis mich,
Zu Kirchen, Schulen half ich gern,
Gottes Diener hielt ich in Elim,
Lastern war ich von Hertzen feind,
Strafte sie ohn Schertz, da ich könnt.
Meinem Landesfürsten dient ich mit Trewen,
Riet stets zu Fried, hat Lust zu bawen.
Als ich zu meinem Alter kam,
Da fing ich diese Feste ahn,
M und D funftzig und acht Jahr
Aufm ersten Martii Anfang war,
Die Karren men das letzt mal schieb,
Do men seezig und sieben schrieb.
Neben und unter dem Bilde seiner Gemalin aber steht:
In Ehren liebt ich meinen Mann,
Was ihm gefiel, fing ich gern an,
Darum seine Last nahm auf mich,
Welch schwerlich kunnt ertragen ich;
Die gantze Haushaltung in dem Gut
Mit grosser Sorge auf mich lud,
Und half allzeit mit hegstem Vleiss,
Das dies Werde gewan seinen Preis-,
1) U. B. II. 543. 2) Vgl. No. 46. 3) Levetzow, Varia ad Histor. Pom. giebt 1575 bestimmt als Todesjahr des Grosshof-meisters an. 4) Dasselbe steht in Johannes Seccervitii Pomeraneidum libris quinque, lib. III. pag. 127 und wird, nebst Ueber-setzung, in Adelungs handschriftlicher Geschichte des Geschlechts von Schwerin im Anhang unter No. 3 mitgetheilt. Es enthältfast durchweg nur ganz allgemeine Lobeserhebungen oder Klagen. Einzelne Sätze daraus sind an den betreffenden Stellen an-geführt. 5) U. B. II. 546. 6) U. B. II. 477. Woraus das Leibgedinge bestand, ist nicht ersichtlich, da uns nur die Herzog-liche Bestätigung und nicht die Yerschreibung selbst vorliegt. 7) Die Spantekower Schlosskirche brannte 1748 gänzlich ab. Es
befanden sich in derselben auch noch die Wappenschilder der Ahnen des Grosshofmeisters und seiner Frau nebst einigen Klapp-
reimen.
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