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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
Seite
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Ihre Namen waren: Martin und Adam Winterfeld, Nicolaus und Heinrich Heiden,Heinrich von Schwe-rin und seine Kinder", 1 ) Hardolf Buddessow und Heinrich und Segeband Thun. Dass die beiden letzterenes mit dem Landesfeinde gehalten, liegt ausser Zweifel. Micraelius 2 ' und nach ihm auch Schwartz 3 ) melden,dass sie sich zu den Meklenburgern geschlagen und nicht nur überhaupt dem Herzog Barnim zuwidergehandelt, so viel sie konnten, sondern sogar eine Burg an der Peene erbaut, von der aus sie dem Pom-merschen Lande ringsumher viel Schaden zugefügt hätten. Gelang es nun selbst diesen, sich durch einerneutes Gelöbniss der Treue im Jahre 1330 mit ihrem Lehnsherrn wieder auszusöhnen, 4 ' so ist anzunehmen,dass dessen Verzeihung auch Heinrich von Schwerin und den übrigen untreuen Vasallen werde zu Theil ge-worden sein, zumal wir nicht hören, dass sie in gleicher Weise, wie jene, mit allen nur erdenklichen Mittelndem Feinde Beistand geleistet haben. Doch bleibt es immerhin bemerkenswerth, dass uns seitdem Heinrichurkundlich nicht mehr begegnet.

Seine Söhne waren zunächst Oldag, Werner und Arnold. Oldag und Werner werden 1326 ausdrücklichSöhne Heinrich's genannt 5 ) und Arnold heisst 1331 wieder ein Bruder Werner's. 6 ' Ausserdem aber hatteHeinrich mindestens noch einen Sohn, dessen Vorname uns jedoch nicht bekannt geworden, denn in der ge-dachten Urkunde von 1326 werden nicht nur obige Brüder Oldag und Werner erwähnt, sondern auch nochihre Brüder, von denen einer bereits durch Arnold nachgewiesen worden. Auch eine Tochter Heinrichs er-scheint urkundlich. 7 '

3. Werner.

12921313.

(2. Sohn von No. 1, Vater von No. 10.)

war 1292 noch Knappe, 8 ' ward indessen zwischen 1292 und 1307 Ritter. 9 ) Sein Auftreten als Zeuge fürden Ritter Hermann von Deven in dem zuletzt genannten Jahre lässt deren freundschaftliche, wo nichtverwandtschaftliche Beziehungen voraussetzen. Seinen Wohnsitz hatte Werner auf dem Schlosse Altwigs-hagen; doch war er, wie auch gleichzeitig Nicolaus und Janeke von Luskow, auch begütert in Gr. Boldekowund Wendisch-Boldekow.

Aus diesen beiden sowie aus dem Dorfe Altwigshagen überliess er im Jahre 1313 den halben Zehntendem Kloster Stolp 10 ) und zwar gemeinschaftlich mit seinem Sohne Werner, nachdem das Kloster bereits einenHof, wie es scheint in einem der beiden Dörfer Boldekow, von ihnen gekauft hatte.

In Gr. Boldekow erstreckte sich der überlassene halbe Zehnten auf 42 Hufen, in Wendisch-Boldekowüber 14 Hufen. Die Schulzen in beiden Dörfern sollten zehntfrei bleiben, so lange sie jährlich dem Klostergewissenhaften Bericht über die zehntpflichtigen Leute und Hufen abstatten würden. Auch den halbenSchmalzehnten soll das Kloster aus den genannten beiden Dörfern erheben, für den halben Zehnten imDorfe Altwigshagen aber und für den andern halben Zehnten zu Gross-Boldekow und zu Wendisch-Boldekow aus dem Schloss zu Altwigshagen jährlich 2 1 / 2 Drömt Roggen und 2'/ 2 Drömt Hafer beziehen.

Ausserdem bekennen sich die beiden Werner, Vater und Sohn, hinsichtlich des Dorfes Altwigshagenals des Klosters Mann in der Weise, dass sie sich verpflichtet erachten, auf dessen Geheiss ihm zum Dienstauszureiten.

Die beiden Schwerine sind in der betr. Urkunde 11 ) zwar nur als olde her Werner und junge her Wernerbezeichnet, doch kann unter dem Letzteren füglich nur ein Sohn des Ersteren verstanden werden, denn es

1) Auch Kosegarten, Geschichtsdenkmäler I. S. 201. giebt die Nachricht, dass unter den zur Meklenburg'schen Partei über-gegangenen Rügischen und Pommerschen Rittern Henricus senior de Swerin und dessen Sohn Oldech vinilcen zu Oldeshagen sichbefunden habe. Heinrich wird hierbei als der Aeltere bezeichnet im Gegensatz zu dem der nächstfolgenden Generation angehören-den Heinrich (Taf. VII. 9).

Bei v. Winterfeld, Geschlecht von Winterfeld I. S. 132, findet sich noch die Mittheilung, dass Heinrich der Aelterevon Schwerin auf Spantekow und Oldach sein Sohn auf Altwigshagen c. 1327 den Versuch gemacht haben sollen, die jungenPrinzen aus Wolgast zu entführen. Mag die Thatsache richtig sein, so bedarf doch die Angabe, dass der genannte Heinrich derAeltere auf Spantekow angesessen gewesen, der Berichtigung dahin, dass auch er wie sein Sohn, zu Altwigshagen seinenWohnsitz gehabt habe, wie auch schon aus der eben angeführten Nachricht bei Kosegarten erhellt, in welcher ohne Zweifel dieWorte zu Oldeshagen auf beide, Vater und Sohn, zu beziehen sind.

Nach einer weiteren Notiz bei von Winterfeld (a. a. 0. S. 143) war Heinrich in späterer Zeit ein unzertrennlicher Gefährtevon Martin von Winterfeld und Claus Lüschow. 2) Antiquitates Pomeraniae Buch 3, S. 223. und 224. 3) Lelm-Historie S. 336.

4) Vgl. U. B. II. 95. 5) U. B. II. 88. 6) U. B. II. 100. 7) U. B. II. 69. Vgl. No. 9. 8) ü. B. II. 32. 9) U. B. II. 56.

10) ü. B. II. 61. 11) U. B. II. 61.