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[1] (1665)
Entstehung
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699
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v v 1 ^ l 0 L 8.

Vor dlc Wähler/ künstlcri Goldschmied

und männiglich.

An den gutheryigenL.ejer.pflegen nicht allein die H andwercksleut/sondem auch die Gclelmen/als Studeiuen/ Pfan-hnrm/ V,^ceprore5, Teutsche Schulmeister/ Bürgerin Stätten/Beanipte/ Ja wol höhers Stands Per-bißwcllen in der Löblichen/ schönen und vortrefflichen Kunst deß Mahlens/ zu üben/ dle Zelt und" Langwelle damit zu vertreiben/ da dann viel daran gelegen ist/ daß man die Farben rechtpr-epariren und be-reiten möge. ^ Wann aber dle lieben Alten sonderlichen Fleiß darauffgelegt / und Ich m meinen sehr Alten Kunst-und Actznetzbüchern eme zimliche Anzahl der Pr^parirung der Mahler und anderer Farben / und allerhand Dmtengefunden/ als habe Ich diesem meinem geringen Wercklein von solcher Matery ein eigen Büchlem wollen einverlei-ben / ungezweiMer Hoffnung / es werden ihnen alle Kunstliebende / diesen meinen Fleiß und auffgewandte Müheund Arbeit günstig bleiben und gefallen lassen.

Von allerhand rothen Farben.

lauter /Wafferund gießes anffungeleschten Kalck/ rührswol unter einander/ und laß ge-fallen/ gießdanauffPr^silien/und laß stehen / so lang als Eyerseyhees ineinMessingesBecken/setz es auffem Feuer/und laß trü-cke-l werden/ nimbs dann herab/ und relbs vnterweilen/so hast» gut Parießroth.

plenninge machen.

Nim einen neuen Hafen/ und umbschlage ihn mit lu-ro o -X. setz chn in ein Ofen/ und mm Bley/ so vieldu machen wllt/legs in ein andern Hafen/mach ein Feu-er darunter/ laß daß Bley zugehen/und rührs mit einemeysernLöffel/biß es zuPulver werde/darnach schüts auffem Reibsteinsreibs klein/und leg es in den Hafen/macheeinkleinesFeuerlem darunter / und wann es roth wirdals em Blut/so thu es wider heraußes hat sein genug.

Rothe Farbe machen.

NimZinober/ reib es mit reinem Wasser/ uudtem-perirs Mlt Lyerklar.

Florirsn mit Zinober.

Nim zweycheil lauter Wasser / und.das dritte Theiltemperirt Eyerklar/und zwey Tröpfflein Dattern /undrührs dan untereinauder/biß es gern auß v Federn geht,

Ainzber temvenrenzl» Buchstaben

Reib den AmoberwolmitlautermWaM/undgeußdarunter^ TropffenEyerdortem / und rührs wol un-tsremander/biß es gern auß derFederngeht.

Frisch pr^silien zu machen.

2^im Büchena scheu/ oder Weldaschen/ stell eine Lau-gen/und machs elu wenig lau/säe dann dasHoltz darein/und thue ein wenig Alaun darzu/ tempems nach deinemWlllen.

Roßlein Färb machen.

NunbPr^silienholtz ein oder!zwey Loth / schabe esgar klein / uud inm Elchen- Büchen-oder Weidaschen/mach eme Laugen davon / giesse ste daß sie lauter werde/warms ein wenig / und thus in ein verglasurt Geschlr?/wanns warm ist/so thue dasHoltz darein / drucks wolnider/ so zeucht dle lauge die Färb an sich / nim dann einvlerdtenTbell Alaun/ stoß jn klein / rühre es unterein-ander/und seyhe es gurch em Tuch in ein Kachel/ laß ste-hen über Nacht/ biß die Röche zu Boden sinckt/ undthue das Wasser Hübschlich oben herab / biß auff dieDlcke/und setz dann dieselben . ' lcke auff den Ofen / laßdürr werden/und behalts in einer Blasen. Sie ist auffSilber und Gold durchleuchtig.

Gelb zu färben oder mahlen/auffFen-

sterglaß.

Nim den besten Saffran / den du bekommen kanst/thue ihn in ein rein Tück lein/ und binde zu / laß es wei-chen in wol bereitem Eyerklarmrt einem Badschwam-men/stretchs auff/so hastu ein schön tres^ich Geel.

Ä.emrrad Gelb zu färben.

Ntmb der gelbeBlümlem/oieauss oemFeld wachsen/

und grobe Kern haben/ siedsinWein/ thue darzu A-laun/ so viel du darffest / stoß die Leinwad drem / undtmckne sie nicht an der Sonnen.

Odernnn Saffran Essig/ WeinundAlaun/ sovieldu eines jedern bedürfftlg/und färbe damit.

Wne schotte Goldgelbe Farbe zu Garn

odar Zöpffen.

Nimberlinschilffen/schabedleeussern grobenRindendavon / thue darzu gesäuberte Schelffen von wildenAepffelkern/legs 4 oder 8. Tag in Wasser/so ists gerecht«

Wne Grüne Färb zumachen.

Nimb Leinöhl und Silberweiß so viel du bedarffst/laßuntereinander sieden/ nim darnach Grünspan/und halbso viel Bleygeel/reibs damit an/ so hastu eine gute Färb

Spangrün zu machen.

NimbKupffer/ so vielduwilt/ schlagszuKlingen/machdurch einejedeKlingeemLoch / nimdan klarvonEyern (und mache es oben dick mit Saltz / streich es umbdre Klingen/Henge es an eyserne Dratlein über ein Essigin einen Hafex» an einem Brett / mit kleinen Häcklein/setz an eine warme statt/ utU> laß 4. Woche stehen/ so hatder Essig die edlen Blumen auß demKupffer gazogen/und das Kupffer ist gut Spangrün worden. Sreichsvon den Klingen mtt einem remen Holtzin ein Glaß/und Hange die Klmgen wieder an die Hacklem / wie zuvor/ so kanstu einen guten Vorrath zu sammen bringen^

<Lin anders und leichters.

Nim ein Becken/und schencke Essig darein/ laß an ei-ner heissen Sonnen trucknen/ und thu es so offr du wilt.

Schon grüne Färb.

Nim Spangrün/ und reibe es mit Eyerklar/ thue ei-nen Tropffen Honig/und ein wenig Saffran darunter/reibs auffeiuem Relbstein / biß dich duncket / daß esgnng sey/ wan du damit schreiben wilt/ temperirs mitsaurem Wein oder Essig/ es wird gar schön.

Mine schone blaue Färb.

Nim der blauen Kornblumen / und zöpffe sie ab/ stoßin ememMörser / drucke den Safft durch em schönesTüchletn/!eg dann reine weisse Tüchlein darein/ daß dieSafft darein krieche/ thue es m ein schuber Geschmlem/und so du es brauchen wilt/ so tempenrs mit Gummi/es wird trefflich schön.

Gute Aasur zu machen.

Nim Weinstein und Salarmoniacum / reibs wolmiteinander / giesmeinenverglasurtenHafen/ nimWein und siede ihn / und faime ihn fchön ab/ thu darzuso viel Essigs/nim eine Silberne Klingen/Henge sie überden Esslg/ und decke den Hafen wol zu / so hastu m 14.Tagengute Lasur.

isimmelfarbeL asur zu machen/daß ein

Loch em Gulden gilt.

Nim Stlber so viel du wllt / scklags zu kleinen Ble,chen/ mach durch ein jegliches ein Loch am Ort / fu^ danein Hafen halb mit Esilg/ mach ein Brett darüber/ undschlag klclne eisserne Häcklem in das Bret / bestreich dieBlech mtt Quecksilber/ und henge es an das Bret/ thuSNnn ij über