Druckschrift 
[1] (1665)
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686
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686 (^uoäliizeucus.

Es wissen ihn auch etliche hüpsch mit Eyerweiß undVrin zuzurichten / sonderlich die Teutschen Schreiber/ich mag ihre Kunst ntt alle offenbahren!/ sie sind sonstenohne das pau^cs (jiglzoti. die bey ihren herrlichen schö-nen Schafften wenig verdienen. Doch wll ich nur einwenig sagen.

6Lin andere gute Rnbrica 5vm

schreiben..

k. Vor ein Silbergroschen Rubrica auß derApo-tecken/ thue sie in ein thänen geglasurtes Büchßlein undnimb vor Dreyer^rabicum auch fem kleingeflossen oder gerieben / wie sie es auch in derApoteckenhaben/ thue das klein gestosseneGummi in schlecht Was-ser/ so zergehets darinnen/ geuß an den Zinober/ rührsmit einem Höltzlein durcheinander / so schreibets garhüpsch roht/ und treugetbald eyn. Wenns eingetrucknetist/ so geuß wider Wasser dran.

Mmbl. Quint Zinober / reib ihn klein auffeinemStein/thue ihn m einen Tiegel odergeglasmt Töpfiem/nimb das welsse von zwey Eyern/ zerklopffs wol/ daß eszu lauter schäum wird/ laß es eine weile stehen/ so wirdlauter Wasser draus / das Wasser thu m den klein ge-riebenen Zmober/ rührs wol untereinander/ bey einerhalben Stunde/ so hastu guten rohten Zinober. So offtman aber mit der Feder will emduncken / mustu es alle-zeit umbrühren/wie der brauch ist. Du must auch immer«in Glaßlein voll Wasser darneben Kaben/ darein du dieSchreibfeder legest/wenn du geschrieben hast/ sonst wirdder Zinober m der Feder hart und verderbet die Feder.

Wenn man aber schreiben will / so sprühet man die Fe^-derfeinauß/ undmachtsiesein reu»vom Wasser/ wilman gerne/so r.unb für daß Eyerweiß Lummiman stöst nur dasGummi kle>n/thut in ein we.nig Wasser/und lests nur ein wenig miteinander sieden/darnach thue mans zum Zinober / oder nehme an stattdeß Zinobers Minium. Es muß aber auch klein geriebenwerden/so wol als der Zinober/ denn je kleiner er ist / jebesser er ist.

Das V. Capitel.

Grüne Dünte)» machen

5V)Imb abgefeilt Kupffer/ gieß scharpffen Weinessig^''drauff/ und thue Gummi darzu / so wirds grüneDinte.

^ i. i u v.

1^. Essig / thu kleingeriebenen Grünspan und Kupf-ferwasser drein/solvire ein wenig Gummi darinnen.

Nimb die Teutsche Schreiber hierinnen zu rath/ ichmag ihnen ihreKünste nicht offenbahren/auß ietzt erzehl-ter ursach/ wil dichs einer recht lehren/ das bin ich wohlzufrieden. Besiehe auch cellr.^^Kor.z^.

H r. t u v.

Nimb Grunspan/reib ihn fein klein auffnnem Reib-stein / gieß Wein dran/ (man nimmet nur den Wein/der vor dem Faß auß dem Hahn inß Faßlein treufft/)folvier Gummi drmnen/ oder nim vor denWemessig.v:s wird eine hüpsche gleissende Dinte drauß.

Mit Grünspan und Kupsserwasser hab ich auch ge-sehen grün schreiben.

Ein anders.

Nimb kleine bißlein Kupffer lkmioas. PlMein)gieß guten scharpffen Essig drauff / setze es im Sommeran die Sonne / imVinterauffden Ofen. Wenn mansauff den Offen setzt/ so muß mans oben zumachen/in derSonnen aber nicht/ denn die muß es durchkochen/ undlaß es also stehen/ biß es gut wird. Wens eintreuget/so gieß wieder ein wenig Essig dran / und wenns rechtgrün ist/ so seihe es in ein Glaßlein vom Kupffer ab / sshastu eine schöne grüne Dinte/ die schön gleistet.

^ i. i u v.

Nimb guten Essig / und gieß Alaun in ein MessingBecken/laß den Essig lange stehen/ biß er unten an demBoden Heftn gewinne / nimb derselben Hefen in einHorn und wenn du schreiben wilt/ bereite es als ein an-dere grüne Farbe/ so hastu gut fein grün.

Oder gieß mit Essig tn Kupffer / und. schreib damit

Gelbe Dinten zu ma-chen.

Das Vl. CapitelGelbe Dmte.c>>Ie mache mit klem gestobenen Saffran und Gum-^Ml wqsser.

Oder.

dn c^ue cmricem pomi velin's ill scero . ?er>riss>-

, du must nur das gelbe von der Rinde nemen/nimb auch ein wemg Alaun darzu / so hastu eme gutegelbe Dinte.j

Das VII. Capitel.

Wie man mit Gold oder Silber.

schreiben sou.

^Tliche bestreichen die Buchstaben mit Honig ober ^^-Eyerklar/oder Eyerweiß/oderFirms/nntememPinsel/und legen geschlagen Gold oder Silber drauff/und druckens mit einer Baumwolle fe;n fest drauff/.».^/wenns hart ist worden/ so streichensiee,nmaloderzweymit einem Hasenfuß,drüber/daß das übnae Gold weg-kommet. Letzlich bestreichen sie es / wenns recht hattworden ist / mit einem Glitzan.

Güldene Buchstaben ohne Gold zu schreiben Be-sihe cenrui'. i. 45. z>.

livr. i6.öc. 18.

Kauffdir zwey viertel Vngerisch geschlagen Gold/(ein viertel ist ^5. Bletter/koster sieben Silbergroschen)laß dirs ein Mahler reiben und zurichten / daß du damttschreiben kanst.

5Vie man Goldfarbe machen lol/

Zinnzu übergülden.

NiMb^lOepzucum cirriaum, ^gtstein/Hecbtsqal'len/und Leinöl/ ana/ seuds mit einander in einem reinenTiegel/ biß es eben dick wird / was du damit bestmchsi/das von scbönem Amn ist / wie englisch Zmn / das wirdschön vergildet.Achten aber davon / es muß nicht langwehren/weniis naß wird/so mags wol wider abgehen.

AVie man bleich Gold wider schon

machen kan.

Nimb Gänsefedern und Hünerdreck / darvonmacbeeinen Rauch auff Kohlen / und hake das Gold / oderwas damit vergüldet ist vber den Rauch / es wird schönvon Farben.

Das Vlli. Capitel.

Blaue Dinte.

«^Flücke von den blauen Kornblumen/ die nicht frisch Blaue^undineulich abgebrochen seyn/nur die Blättlein sdie Dutte zucspira werden weg geworffen) zerstosse und zerquetsche mache»,sie in einem Mörser/ oder reibe sie m einem Reibasche/gieß ein wenigEssig/ darinnenAlaun gesolviret ist dran/etliche giessen nur Wasser dran / presse es durch ein reinTüchlem / wiltu noch ein wenig Gummi darzu thun/das kan ihm nicht schaden.

Das I X. Capitel.

Vom grünen Siegelrvachs.

k. Einpfund. Wachs/ein halb vierdmg schön Pech Grünoder Hart; von einer Dannen / ein Vntz oder anderhalb gelwaci'--Vntz Terpentin. Diese stück laß über dem Feuer mit- zumache!?,emanderzergehen / denn hebe vom Feuerab/und fahrmit einer glüenden Kohlen oben drüber/so mmbr jie alleVnreinigkelt und allen Schaum/ den es über sich wirffc/hinweg. Wenns dann ein wenig erkalter/so thue den ge,stossenen Grünspan mit stetigem rühren hinein / undgießesin eineForm und Schüssel / die vorhmmrtWasser genetzt ist/ so hastu gut grün Siegelwachs.

Roht Siegelwachs. ^

Wiltu roth Siegelwachs machen / so nimb nur anstatt deß Grünspans/ Zinober/ so auff das subtileste ab- 6^"^.gerieben/undm Leinöhl imkid'rtt tst.

Also inag mau auchscbwartz/ gelbe und ander Sie^gelwachß machen / und an stat deß Grünspans RadlcffoderKz^iccs cucumcrisaülllEselskürbs) nemen/ ct.fzoieari ssri».

Dss