Druckschrift 
[1] (1665)
Entstehung
Seite
636
Einzelbild herunterladen
 

6Z6

Das Fünffzehmde Büch/

Luirhlein nicht gar durch / zu cincm ende hinein / und zuandern wider herauß / sondern man stecket, nur auff einerscltc eines hinein auffder andern sette/das ander.

Man tuncket nur den Finger imm-.'. Zi^ / so klebet ei-nein der Leim nit an die Hände/ darnach seae immer einsauffs andere/in ein Tuch / hülle sie zu/unl> l .qe sie in einAober oder Klstichen/darin tregt man sie !^in mß.

DaraußenimWaldezeucht man sie wl-:der von ein-ander/wenn man sie in die Stange stecken will.

Darnach leufft man in der Heyde oder im Wald her-umb/und suchet wo viel kleine Vögel sind:

Da steckt man die Nütlem mit Leym bestrichen in dieStange/ und die Stange zu der Erde / oder binde sie aneinen grünen nidrigen Baum/doch also / daß sie zimlichhoch über den Baum hinanß reiche. Unter der Stangesitzet der VcgePeller unter einem grümn Strauche/jdenn neben eine igrünen Strauche / darunter er sitzenkan/stecket man die Stange ein:) Es müssen aber keinehohe Baume da seyn / sondern nur nidrige Streucher/wiewol sich der Vogel lieber auffdürre Este setzet/ dennauffgrüne/drumb schadet es Nichts/ wenn gleich ein we-nig hohe grüne Baume auch da seyn.

Darnach einen Schrittzwölffe/sechzehen oder zwan-tzigdavon/setzt man die Eule/da hat man einen Steckendeß Daumes dick/ der ist unten spitzig sdenn man stecktihn auch in die Erde) ist etwan eines halben Mans hoch/drauff ist ein Teller genagelt / und auff dem Teller emgrün Tuch gemacht/nur so breit als derTeller ist/und andem Teller ein Nagel/ daran die Eule iem klein Stein-Eulichen) gebunden wird/mit einem Fusse/die Eule sitztauffeinem Teller/an denStecken wird ein langeSchnurgebunden/die reichet biß unter den Strauch/ da derVo-gelstellersitzt / dermuß den Stecken damit rütteln undziehen/so fürchtet sich die Eule/und dencket/ sie wird her-unter fallen/und schreyet.

Das hören di«Vögel/und kommen heuffig geflogen/und schiessen darnach / so setzen sie sich darnach auffdieLeimstange/und werden gefangen.

Man lasse sie nur alle mit einander solange hangen/biß keine mehr hinan wollen / oder keine mehr vorhandenseyn/man nimmet ihrer offt fünffzehe/zwantzig/em halboder ein gantz Schock ab. Wenn ihr da nicht mehr seyn/so leufft man mit der Leimstang weiter.

Wens warm ist/so kleben sie nit feste an/ sondern fal-len herunter/ aber die lasse man nur fallen / sie könne ei-nem nicht entWerden/ denn sie können vor dem Leim mden Flügeln nit fliegen.

Leimstanae ^ werden vielmehr mit dem Leim gefangen/ als mitderbesteVo- Netze/denn es lstderVoqch^g.aelfana Vo- ^ auff einmal eiii Schock oder zwey fange,

aelleunso Wenn der Leim ein Woche oder fechs gebraucher wor-lanae ae- den/und viel Federn hinein kommen seyn / so kau manbraucht daheimen wiederumb rein machen /denn man zeucht

worden/wie ihn in einem warmen Waflerwiderumb von denRülh-craußgewa- lem/und schlegt ihn umb/wie ein Wachs/so waschet sichscden wird das schwartze fein auß / also kan man sich wohl ein gantzJahr mit einem Töpfflem voll behelffeni.

Wens regnet so wird der Leim naß/so kan alsdettn derVogel daran nit kleben.

DieRautzlichen/die man hierzu brauchet/ seyn jungoder alt/so gilts gleich viel.

Die alten seyn übel zu bekommen / wenn dieIungen»n den Resten schier flücke seyn /so nimpt man sie auß/und zeucht sie auff/die treget man darnach m einem ^or-be also hinauß.

Man erhelt sie mit Hertz/ Miltz / Fischen / Meusen/und dergleichen. Item/Mit todten Vögeln die gestorbenseyn.

Dasl .XVl .CaM.

Wie die Vogelsteller ihre Vogel halte.

eMffWalpurgis oder Philipp-Iacobi/ setzen deeVo-^Zelstellerchre Vögel ins finstere / und halten sie einviertel Jahr darinnen/damit sie nit singen/ sondern als-denn erst singen/wenn sie Vogelsteller:.

Sie finden im finstern gleichwol das essen und trin-cken/wie sie es denn auch finden/wenn sie blind seyn.

Wenn ein Vogel in einem Bawer stirbet/so stecke denBawer m siedend heiß wasser/dz dieGifft herauß kompt/

und laß darnach den Bawer wider trocknen / so magst«

alsdenn einen andern Vogel wider hinein setzen.

Sie geben den Vögeln/ wenn, sie st^llenswollen/zuvorgnug zu essen/so locken sie wol/und die andern frembdmVögel merckens balde/ wenn die Lockvögel nickr wol ge-halten werden/nnd fallen auch ntt so wol als sonsten.

Den Fincken und Henffluigen gibt man gesottenenHanffoder Leen zu essen/ es muß aber der Hanffgesottenwerden biß er ausskeimet/ darnach strewet man ihn auffeinen Tisch/und lest ihn trucken werden / und thut ihn inein Sacklem/daran forn ein Holunder Röhrlem gebun-denist / darnach schüttet man den Hanff mdieBever-lein.

Die Zeusigen gibt man Mohn zu essen / der fein bläu-lich oder graw ist/ den Sperlingen / und Goltammergibt man Maltz oder Haber/ den Meysen welsche Nüsseoder Talch oder Fliegen.Besihe droben das zo. Cap. die-ses Buchs/Item Cap.zz..;5.z6.Henffl:ngen und Stieg-litzen gibt man gekochten Hanff. Den Drosseln legt manSemmel ins Wasser geweicht. Buchfincken gesottenHanff und dicke Eyer darunter gehackt/oder Lein .

Allein sie müssen wol gewartet werden / daß sie nichtHunger leiden / dcnn es ist gefangm und kan nicht langaußtauren/eS erhungert balde/wenn man ihm nnr m ei-nem Tage nicht zu essen gibt. Alle morgen muß man ih-nen zu essen und rein trincken geben / und dleTrinckge-schin sem rein außwaschen / je besser man sie wartet/jelustiger sie werden/und auch besser singen.

Das I.X VII. Capitel.Vom Guckguck.

<^CH hette schier deß erbarn Guckgugs /der seine einige-^Urgicht pfleget außzuruffen/ vergessen.duculu8 ein Guggug/Lia?ce uncie 6c xsxxv-hat seinen Namen vom Geschrey/ denn Guggug istsein Geschrey/ und Guggug ist seyn Name / daher auchdas Sprichwort ist/du singest immer emen Gesang wie^ Guggug / nnd der rufft seinen cigenen Namen auß.^ st ein Sperber arth/srist auch die Vögel / p lm.psrr.^

l

M-

B

zW

lhÄM' ^ - /

ckich-5?.-A

tllüiÄ»»'.-- > -.

Sonstenwird er auch doccvx genennet/ esistamNa^ . ^men und Gesang nicht viel guts/wie soll denn der Vogel

Er ist kalter böser Complexion lind Natur/ also daßer auch seine eigene Eyer/die er gelegt hat/ selbst nicht et-wermen und außbrüten kan/er muß sie iinter andere Vo-^gel bringen/ daß sie dieselbigen außbrüten / als den Ler-chen/Nachtigalen/ Rothkehlichen/ Grasemücken/undderBacbsteltzen.

Es sotten aber hernachmalen die Jungen ihre Mutterauffsressen / daher man auch ein Sprichwort saget/ dubelohnest mich wie der Guggug oder Grasemücken.

Eshat mir ein Heydenb^reutervorcine Warhcitge-sagt/daß er selber gesehen/daß die .viociciü-z oder Bach-steltz/diemit dem Sckwantz also auffundnider wackelt/und'an den Ufern der Wasser / mit Hellem geschrey schnel

umbher leufft / über deß Guggugs Eyer gesessen / unv

dieselbigen anßgebrütetDat/ Item/ ein Fliegenfenger-lein das Habs auch gethan.

Plinms schreibet lib. z o.c.i o. ein wunder ding vomGuggug/wenn einer den Vogel zum erstenmal schreyenhöret/es sey an welchem ort es wolle / so soll man einenCirckel umb ftwen rechten Fuß machen/ dieselbige Erdeoußgraben / wo man sie hinstrewe / da wachsen keineFlöhe.

Diß Recept mögen die Frawen wol mercken/ dennhiedurch können sie ohne Netze und Flöhfallen / ihrerFeinde loß werden.

8, lükem verum eK HUvä ?Iiuiu! scti^slr. Besihe

droben Cap^, Das

iß ^

D IM» " .