Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
869
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SechiZes Buch / Blumen ^ Gatten.

L6y

x.kerranus erzehlet ferner / daß dieNegele/ auchwann sie einfach sind/doppelt werden sollen/wann

V0M is. ^UAviio,al6^cttc> sj7ump.tiljniz k. Vikginis,

innerhalb dreyßig Tagen die Zweige abgebrochen undverpsicmtzr wenden/doch muß die Erden gut/das Ge-schir: an einen, warmen Ort gehalten/und vorder Kal-te verwahret werden. Dißsollauch zuwegen bringen/wann man zwey oder drey Körnlein von einerley Gat-tungen in einen Federkiel/ der unten weiter ist als oben/einlegt / und also in die Erden legt.

Em anderer vornehmer Gärtner ( wie ?. i imo-lk«us anziehet) ist der Meynung / daß man ein Ge-wächs von Blumen / was es immer sey / wann sichallbereit die Blumen itzt aufthun wollen / oder nahedabey sind/und man es entweder in, Vollmond/oderein wenig davor/versetzt/ jedoch daß man die Schoßder Blumen abschneide/und solle wol von der Son-nen abgehalten werden / b,I ansetze und wachse / sosoll man überaus wolgefullte Blumen bekommen /indem also alie Feuchtigkeit/so zur Fruchtbrmgungdienlich / dahinten und zusammen gehalten wird / da-mit sie nachmals desto krassriger und überflüssiger wie-der ausschlage.

Hieher gehört auch / WSs äbc!i35 ?re'ü»' Disput.

A^eclic. Oisp.4 §.4Z. schreibet/wiefolget:Kit koc Kortcnll8 rci pcrltis vulzö cicsZrekcn-

pIantuIs8,Hua8Korcs»Ienc> luxuriare voluyius,voto noüro rclponluraz, li sMe plenNunium plan»lsntur. (^uicsam 6icunt mvn.snic> p!cuilur>ii , lcäoperatione» non funt momenranr» ; !^iki

(inc^uit) tcx Korse ants plcnilunium ex voto rcspvn. >ä^runt.

Die Blmnm dick zu machen/so grab sie aus/samt derWurtzen / drey Tage vor dem Vollmond im October /setz es an einen kühlen feuchten Ort, als etwan in einenKeller / man darffs aber nicht einsetzen / sondern nursonst darinn liegen lassen. Darnach in der Stunde /wann der Mond voll wird / so setz es in die Erden / undlaß es stehen / biß etwa gegen dem Mertzen / dann grabswieder aus/und setz oder leg es just im Vollschein/und

laß es also stehen; so dann der October wieder kommt/sograbswieder aus/undsetz es/wie vorhin/an einenOrt / wo du es allzeit haben wilt/ diß kan an den schlech-testen Feld-Blumen probirt werden.

Andere dergleichen Geradigkeiten und Künste mitden Blumen (wann anders wahr ist/wasman fürgibr)findest du bey ^oniianlino lilz, IS c. i z.Sc 14'UNd t>>i-nio 1.19.c. l2, der sagt daselbst : OmniaOlcrs lrsnz-ista. mcliors zrZncjiorZcju- kcri. Auch sagt p.kcrra-rm» weiter l'b. j. csp. l s. Wann du einen schönenStock guter Art verbessern w»lt/so thue den Stock zuEnde des Herbstes aus seinem Geschir: / mit aller dabeybleibenden Erden/kan mansaber nichtheraue bringen/so mag man das Geschir: säuberlich zerschlagen / dieWurtzen um und um müssen geschicklich auf zween Fin-ger-hoch beschüttet; an dem Gefchir?/darein der Stockkommt/muß erstlich das unterste Loch mit grobenSandverstopsst/hernach einen oder zween Finger-Hoch gemei-nen Grund darauf gethan/und aufdieses wieder Rind,oderKällm-Blut vmoder fünffFinger-hoch gegossen»und darauf wieder drey Finger-Hoch magers Koch ge-schürtet/auf dieses die gestutzte Wurtzen mit allem sei-nem anhangenden Koch gesetzt/und was lahr ist/mitgutem fetten Koth ausgefüllt / an die Lasst gestellt / undnach Nothdurfft begossen werden / diß muß aber alleingegen den Winter geschehen / sonst würden aus demBlut Würme und Ungezifer wachsen / und den Stockverderben. >

Zum Begiesscn hernach (wann die Kalte nunmehroankommen) gießt man in ein grossesGeschirz Wasser /vermischt wol mit Tauben - und Hünerkoth / und be-gießt es also bißweilen imWinter/das beschützt sie nichtallein vor der Kalte/sondern macht auch durch fruchtbarreEinsiösung die Wurtzen geschickt/desto grössere undschönere Blumen zu bringen / und dardurch des Gärt-ners Lob zu vermehren. Diß Begiessen wahret alleinden Winter - durch / im Sommer braucht man alleingemeines/ nicht allzu kaltes Lachen-oder Teich-Wasser/zu recht beauemlicher Zeit / als nach Untergang derSonnen / sonderlich wann die grosse Hitz angehet.

dXXIl.

iuchstaben auf die Wutmn zu bringen.

Ieses ist ein ungewisse und zweiffelhasste Be-mühung/die mehr in der Einbildung/ als War-heitselbst bestehet/selkn gerathet/und obs et-wann geriech / nicht in die Nachkommen kan sortge-pflantzt; oder wie die von derNatur eingepreßte Merk-zeichen unaufhörlich bey einem Geschlecht ohne Wech-sel - Aenderung erhalten werden. l>. kcrtarius meynt /wann man in die Kiel geschicklich einschneidet / undhernach mit Farben einfüllet / mögen solche sich in dieBlumen ergiessen.

Ein andereArtBlumen m färben /setzt er aus^iexii

?eäcmontani 8?crctiz : Man NiMMt 8sl ammnniacum. ein wenig Zucker und Esslg/stößt es in einen mar-bernMörsel klein/und hebts also auf; wann nun dieRosen und Negele blühen / unterlegt man die Blätter/auf die man schreiben will / mit Wachs / daß sie gantzgleichundeben seyen / schreibt hernach mit dem erstge-

meldten Safft auf das Blak / was man für Buchsta-ben/ oder Figuren/oder ckarsciei-c» will/und über ei-ne Stund hernach / wann es trocken worden / bedecktmans mit Silber- oder Gold - Blätlein / druckt es feinsansst mit Baumwoll / und reibt das übrige hinweg/so werden allein die Figuren erscheinen.

Wilt du aber mir wiewol schärften und einbeissen-den/doch unschädlichem Wasser ausdie Blumen schrei,ben / so nimm drey Theil (?ummi ammomsci, einenQummi ^rabici, und vier Theil 8szzpcni, die maninsgemein nennet 8-rspini, mische es untereinander/und legs in Essig / biß es weich wird /seyhe es darnachdurch /und hebs zum Gebrauch auf; oder nimm (Zum-mi /^mmonisci eine Untzen / und drey Qummibici, legs in Essig / laß es darinn auf vier und Pvan,zig Stunden weichen / thue eiser Welschen Nuß großHonig darzu/und ein Haubt von einem gesäuberten/

gescheel.

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