I Sechstes Buch/
den/ und mitte» darein muß der Kiel oderdie Wurtzeneingelegt werden; die wird nun hernach mit Begiessenund anderer Verpflegung gebührlich gewartet / undsoll noch eine seltzamere Vermengung der Farben her-aus kommen / wann man alle drey abgedachte Farbenzugleich mit der Dung mischen würde; und soll sonder-lich die Saffranblühe kräffcig seyn/ die weisse Farbe zutingiren.
Weiter magst du nehmen eine fette gute Erden/ laßsie an der Sonne abdörren/ bis sie zu subtilem Pulverkan gerieben werden/ damit füll ein Geschir:/ und setzehinein ein weißsärbigesGewächs/das muß weder vomThau noch Regen berührt/ sondern so wol Abends alsbey feuchtem Wetter untergesetzt/ und allein bey schö-nem heiteren Himmel der freyen Luffr vertrauet wer-den ; soll nun die Blumen roth werden/ muß mans mitWasser/ darinnen Brasilienholtz zerschnitten gesottenworden ;solle sie grün seyn/ muß man zeitige Beerleinvom kk-nnno oder Hundsbeeren im Master sieden/bis es grün werde; will man sie gelb haben/nehme maneben diese noch unzeitige Beerlein; soll sie schwach blü-hen/muß man Lallusund viÄriol im Wastersieden/und das Gewächs Morgends und Mends damit be-giessen/ dabey dannzuwissen/ daß osstermals die Na-tur ungern der Kunst gantz und gar weichen will/ son-dern zu Zeiten ihre eigene angeborneFarb unter der ge-müssigten bescheinen lässet / so doch nur ein desto schö-ners Ansehen gibt. Will man mehr Farben auf einenStock oder Blumen bringen/so Wechsel das Begiestenab/ daß es frühe mit einem/ und Abends mit dem an-dern geschehe/ doch daß jede Färb/ eine Morgens/ dieandere aber Abends auf das Gewächs komme/so wer-den neben diesen zwey tinzirten auch die dritte natürli-che Farbe mit herauskommen.
Wie die weisten Lilen zu färben/besche ConKanti.num lib. I i.cap .2i.und Miniumlil, 24. cap, f. DieTulipanen zu färben / soll man die Kiel zwey oder dreyTag in Essig legen/bis sie weich werden/ und nachdemman sie wieder abgetrocket/ könne man sie einritzen oh-ne Schaden/ und in diese Wunden eine in schlechtemBrandwein temperirte Farbe legen/die man will/ daßsie dieBlumen haben solle/und wann sie also einMonat-lang gelegen/mag man sie einlegen; doch ist auch in Ob-acht zu nehmen / daß man nicht schärfte und eingriffigeglsstige Farben darzu gebrauchen solle. Ich besorgeaber / der einbeissende Estig werde dem Kiel alle ge-bührende früchtige Krafft also verderben/ daß wenigauf dieses ^rcsnum zu bauenseye.
Die Rosen lehret )ok. gsptitta Ports also veran-dern/ man soll den Stengel nahe bey der Wurtzen sub-til voneinander spalten / so wol auch andre Zweiglein /undKupffergrün, Jndig/Saffran / Ultramarin, oderFarben/welche man will/ wol zerflossen/ hineinthun/und die Spalten wieder wol mit Peltzwachs verstrei-chen/ und mit Dung verbinden ; wann man etlicheSaamen einerley Gewächse / aber unterschiedenerFarben/in eine Schaaf-Lorbeer/ die in einen subtilenRöhrlein stecket/einlegt/so werden sie/wie ?onz sagt/selkam vermengt-färbiqe Blumen bringen / und willman diese Farben beständig erhalten/ daß sie endlichnatürlich werden / kan man von diesen peltzen/oder äu-geln; oder Zweiglein (sonderlich von denNegelein)
Slumen- Garten. 867
in die Erden legen. Andere dergleichen Kimjie Migman bey erstgedachtemz.csp. z und csx,is erforschen.
Wann man denen weissen Wen zwischen ihreschilppichte Wurtzen etwas von Zinnober ode?andernFarben eimräujst / so soll die Blume diese Farbe brin-gen.
Her: Elsholtz schreibt mit folgenden Worten: Ichhabe einmal einen abgeschnittenen Stengel/ saml sei-nen blauen Blumen/vom Orientalischen Hyacinth/ ineinen k-ccipicniLn,darinnen etwas neu-übergetriebe-ner Spiritus Vitriol, war/gesteckt/und eine kleine Wei-le darinnen gehalten; nachdem ich selbigen wieder her-aus zog/ ward ich gewahr/ das die blaue Blumen gantzin weisse verwandelt waren. Hierauf tunckteich denGtpffel in den8piritum, und fand/ daßerdiebemeld,teil abgewcissetcn Blumen also sott roch gefärbet hat-te. Wie schöne Veränderungen (fährt er ferner fort)hieraus entspringen/ kan em jeder leicht nachsinnen -alslasset nur den Dampsan deren Gipfel gehen/die un-tersteBlumen aber benetzet mit dem 5piritu, so habt ihreinen Hyacinth / dessen unterste Blumen roth/ diemit-telsten blau/ und die obern weiß sind. Oder benetzet ei-ne Blume um die andere/ so erlanget ihre blaue und ro-the Blumen auf einem Stengel: Oder wann ihr etli-che Blumen durch den Dampfabschweisset/ so tuncketeine Schreibfeder in den Spiritum, und zeichnet dar,auf rothe Buchstaben/ und so fortan.
Wilde Wegwart / die eines guten Fingers -dickist / schneid bis auf die Wurtzen ab/spalte solche ent-zwey/ und setze einen Zweig von einem weisten dickenNegelstock / nach der Peltz-Ordnung/Hinein / verbindes / bedung das Erdreich herum mit kurtzem faulenMist/so wirst du aufs Jahr blaue Negelein bekommen/die den Augen sehr annehmlich scheinen.
Petrus l.avrcmbcrgius in korticulturü kol. 126.
Iib.1. schreibet: ErhabeesmitdenNagclstöcken offtversucht / davon er die einfachen erstlich im Frühling/darnach im Herbst/ und wieder im solgendenFrühling/im Vollmonden/ umgefetzt/und sie unterdessen nichttragen lasten / so sind die einfachen Stöcke alle mit ge-füllten Blumen kommen. Wann einem Stock/ derBlumen tragt/ eine oder zwo/der Gipffel abgenommenwird/ so wird die Blume dreymal so groß werden/alssovsten/und wann maus zwey Jahr nacheinander alsocontinnirt/so wird die Blume auch in der Grösse sichvermehren.
Dis kan man auch an der Ringelblumen erfahren /man mag die noch zarten Pfläntzlein davon in ein Bü-schelein zusammen fassen/ und also beysammen in eineErde setzen/ und die Spitzen davon also abschneiden /daß wenig vom Gras ober der Erden bleibe/ und her-aus trage/ so werden die Blumen so groß und so dickwerden/wie die Rosen/ muß aber aller in ?l-niiuniogeschehen.
8i ilorc5 ( sagtHe«!.aurc,nbcrgius) rubros exalterä partccancjiclojicupis, lume lulpkur.Zc obteÄAtlorum mccli^parte, siteram partcm eo sccenlosuliu'Zs , /milo 8c Or^opli^IIiz In6ici» cxcitzlumum alium , Ll tic rettitues koribus oclorem na.tivum.
Aller-