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Th. 1 (1716)
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Des Aveltwen t:and^und Feld-Lebens

' z. mit laulechtem Wasser besprenge; 4. sie also setze /! daß sie gegen dem Mittage sich neigen und lencken ;i 5. daß man die Sonnen - Hitz mit dem Gegenstandverdoppele und stärcke / als wann ein Mauer ausStein/ zwischen der Sonne und dem Gewächse / denWiderschlag der Sonnenstrahlen empfange und wie-dergebe/ wann der Grund nicht mit Grase/ sondernmit Sand und Steinen bedeckt ist / welches die Hitzesehr wol vermehren kan; 6. wann man die Gewächsemit Dung/ Blut von allerley Viehe/Taubenkoth/ un-gelöschten Kalch/ bessert/ oder Aschen zu den Wurtzenleget; 7. wann man die Gewächse vor der Kalte undMitternachts - Winden wol verwahret.

Will man aber die Zeitigung der Gewächse undFrüchte zurück treiben und verspäten/ so muß man sie1 kalt halten ; 2. die Zweige von frühen Obst inStämme vom Winter-Obst einpfropssen; z. die er-I sten frühe Triebe ausbrechen ; 4. sie gegen Mittcr-j nacht setzen/ damit sie die Sonne nicht viel berühre;! 5 daß man einen aus Hanff gewirckten Zelt oder Tuch! über sie spanne.

Alle Blumen im Winter zuhaben / kan man die-jenige Sachen gebrauchen / die warmer fetter undsubtiler Eigenschaften sind/ als die Weinkörner ohnedie Balge; die Hesen von den Oliven/ ohne die Steinoder sonsten gute Dung / sonderlich von Pferden / dieosst verveuret wird/wie Lsrclsnus clc Vsrictatc relumlid. iz.cap. 66.meldet.

Also wann man im Anfang des Octobers / demNegel - oder Veyelstock die schösse abschneidet / mitobberührten warmen Sachen bedecket / so werden sieauch unter dem Schnee lebhasst hersür keimen; alsokan man auch der Rosen und Regele Zeitigung nachBelieben verschieben/ wann man ihre ersten aufgesetzteKnöpfte/ehe sie sich öffnen/ gleich abschneidet/ so trei-ben sie neue Schößlinge/ und Knöpfe/die ausser derZeit kommen; wie es in Wartung der Monat-Röslemaugenscheinlich ist.

änstoiius bey KayserConstantino gibt diesen Rath/langwührig und zur Unzeit Lilien zu haben / wann manihrer Kiel etliche zwölff/ etliche acht/ etliche vier Fin-ger tiessin die Erden eingelegt/ auch meldet er daselbstlib. II. csp.!. daß man dergestalt die Lilien ein gan-tzes Jahr frisch haben kan / man bricht sie/ ehe sie aus-

gehen/ mit samt den Stengeln ab / legt sie in ein neuindenes unverpichtes Geschir: / verlutirt solche wol /und setzt sie an einen kühlen Ort/ so bleiben sie ein gan-tzes Jahr frischwill man aber davon haben/so nimmtmans heraus/ und legts an die Sonnen / so gehen sieauf/ also kan man auch die Anemonen und kanuncu-len / das gantze Jahr durch haben / außer mit diesertheuren Bedingnis / daß die Mütter/ das ist die Wur-tzen/ nach der Niderkunfft / es mit ihrem Tode bezah-len und büßen müssen.

Wiewol hier auch wieder unterschiedene Meinun-gen vorfallen / und man mir gewis gesagt, daß sie nichtverderben/wann man sie nur / so bald das Blat einge-zogen / ausnehme/ saubere/abtrockne/und hernach zurechterZeitwieder einlege.

Auf diefe Weise kan man auch Narcissen / Jach-zincken/ Tulipanen und andere Kiel in höltzerneTrü-helein mit gutem Erdreich etwas früher / als etwannacht Tag nach Jacobi/ oder zu gewöhnlicher Zeit/ hatnichts zu bedeuten/einlegen/mit Begiessung und War-tung wol pflege»/ bey anbrechender Kalte aber / in einlüsstiges Gemach/oder wol gar m die warme Stuben/dock nahe an ein Fenster bringen/ daß sie immer frischeLufft haben können; so wird man im Januario früheroder später schon Blumen haben.

Kl. Joh. Georg. Müller in seinen vciilii» Kortcnli-kus toi. 2IY. in ^ppcnciicc schreibet also:Jch habeverwicheneWeyhnachtenänno 167 /. über die Massenschöne Blumen gehabt von Tulipanen / Hyacinthen /Hornungsblumen / :c. welche ich aus folgende Weisebekommen: Um Bartholomai ohngesehr/habe ich der-selben Zwibel / so ich zuvor um Jacobi ausgenommen/in ein Kästlein gesetzt/ und im Garten bis ausdie Kältegelassen ; als es aber angefangen zu gefriren/ habe ichsin meine Kammer getragen/ alle Nacht in die warmeStuben gesetzt / und alle Morgen wieder in die Kam-mer/ wann es einen warmen Tage gegeben/ und dieSonne warm geschienen/ hab ichs des Tags gar fürdas Fenster hinaus/ des Nachts aber wieder in dieStuben gesetzt / und damit also den gantzen Wintercontinuirt, so haben sie gleich nach Weyhnachten ge-blühet.

Wie man zu allen Zeiten möge Rosen machenblühen / besihe ?crrsrium lib. 4. cszi. 4. da er es nachder Länge beschreibet.

cxix.

Wie die Farben in den Blumen zu ändern.

Ch achte dafür / wer sich in diesem Stuck zu be-mühen verlangt/ müsse vor allen Dingen An-fangs der Blumen Färb / die er verändert ha-ben will / wol betrachten / daß wo man duncklen Blu-men einen andernNock anzuziehen sich befleißen wolle/würde alle Mühe vergeblich seyn; Daher müßen zudiesem Fürwitz allein weisse und liechtsärbige Blumengebrauchet werden.

Was die Farben/ die man haben will/anlanget /setzt P.kcri-änu5dreyerley; als dieschwartze/ die grüneund die Himmelblaue; die Erlen-Köpflein/ darinnender Saamen ligt/ wann sie am Baum selbst dün wor-den / klein gepulvert/ geben die schwartze/ der Rauten-

Sasst die grüne/ und die gepulverten blauen Kornblu-men die blaue Färb.

Das muß also geschehen: Man nimmt Schaasmist/welcher seiner subtilen Feuchtigkeit halber/und bessererNahrung Ertheilung/ der bequemste zur Vermischungist/der tvird in Essig abgetrieben und umgerührt / undmit ein wenig Saltz vermischet/daß es wie einTaigleinwird/ zu dieser Ki->l!a thut mandas dritte Theil einervon obberührten dreyen Farben/ welche man nun ha-ben will/die wird unter die angemachte Dung wol ein-geknetten undincorporirt / hernach macht man einGrüblein in das Geschin / oder in die Erden / so groß/daß die se ckigemachteMateria kan hinein gemach t wer-

den/