Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
863
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Sechstes Buch/ Blumen-Garten. 86z

cxvn.

Andere wunderbare ^«nomenaund Erscheinungen der

Blumen.

As^kcsnum resurreÄioniz veZetsbillum setztI). (>slp. 1 kcvs>kiIu»LierIinß in seinem ^p-jzencjicemcciickimcntorum zu Jena Hnno

167?. gedruckt / also: Nimm das Kraut mit samt derWurtzen / zerstoß es m einem Mörsel/ und laß es in ei-ner (.'ucurbilk per te fcrmcnliien/ bis er säuerlichtwird / darnach exprimir alles/ kitricrs / und geuß eswiederaustdie?eccs.szutlikc>er es wieder/ solang/bis es sich nach dem Kraut färbet/ darnach wieder aus-gepreist/ kllrist und cliZLrirt per te >» (^uculbus, bißsich alle k^eces wieder setzen/und der Safft schon klar inder Farbe seines Krsuts erscheinet / darnach die Ma-teria in ein Gias gethan/ UNd per k. den^>pintumHurcum iKNL Icntc» abgezogen/ so bleibet in funclo sein8uipkur . den behalte allein/ darnach k-parirc das?klcxma von dem 8s>inlu. und behalte jedes allein/al-le keces.so zurück bleiben/nimm/und c.'icinir sie Icnto»znc, und zeuch das 8a> volatilc mit seinem pkle^w!,-tc aus/ und teparirc das pblcAMZ davon ; alsdann diehinterstelligen?eccs wieder caicinilt,bisaufdie Asche-Farbe/ ziehe das8ai Kxum mit seinem pKicZmatcaus/und das soll etlichemal Kilri« werden/ so ists weiß undklar. Nachmals nimm beydes 8a>,8pinlum und 8u>-pkur zusammen/und clillolvir solches mit dem 8pirituiZnc Icni Man mag sein pkiszm» darzu nehmen/dennsonst ein jedes8al mit aquÄ p!u viali ljittolvirt wird/denSchwefelauch ciillolvitt hernach zusammen gegossen/und zeitlich coa^uliren lassen/ so sind die drey Principiabey einander. Diese thue zusammen in ein bequemesGlas-Kölblein/und geuß darzu ein besonders Was-ser/so dienlich ist/ ici cli, ein rein gemein <MiiiirlWaf-servon seinem eigenen Kraut/ oder Lpirimm roris ms-jalis, versigle das Gläslein / halt es über eine gelindeWarme / so steiget das Kraut zugleich auf/ daß manserkennen kan/ was es sey. Lx ^88.1.8. genommen.Von dieser Materi/ und wie cx laiidu» pianrarum ih-re Imazinc» rcpr-esentirl werden / beslhe ferner O.I'komzm kartkolinum in ^His ttsfnicnsibuL Vo-lum. I. Qbscrvac- 42.

Daß man auch Kräuter/ Blumen und Gewächsein einem Glase bey derWärme kan vorstellen/bezeugetHer: Harsdörffer in seinen D-iim» A/iatKcm. lom. z. !?art. 9. (^useliion. 26 (^ucrcctanus, Hen )acolzu8cls dli'Zro ?ontc in smoenioii ?bilolo-pkik 6s?onlibu8. psrt. z. pro z. Und?. Lslpar 8ckot-lu» ex ?. ^.tkan-ilio Xircksro in seinen ^irsbiliku,^rt s lib. I i.cap. l 6. folgender Gestalt: Nimm vonwaferley Pflantzenund Gewächse du wilt/ deswolab-gezeitigten Saamens vier Pfund / zerstoß sie in einengläfernen Mörfel / und thu es in ein solches Glas/darindiekünfftig-erfcheinendePflantzen Platz haben möge/das aber sauber und rein sey/ verschließ und versigillier 5

es wol/ daß nichts ausdünsten kan / heb sie also in einenreinem und warmen Gemach auf.

2. Nimm in acht / so diesesgeschehen/ ivann einsHvner haiterer Abend ist/damit du die folgendeNachtden Thau einsammlen mögest.

z. Das aufgehebte Glas eröffne / thue den zer-stoßenen Saamen heraus / leg ihn auf eine gläserneflache Platten oder Schalen/ und breite ihn aus/ undieg diese Platten mit dem Saamen etwan in einemGarten oder Wiesen unterdcm freyen Himmel / unddamit nicht etwas von dem aufdas flacheGlas fallen-denThau herab fliesse/ und verlohren werde/so setze dasersterwehnte Glas in eine weite Schüssel/ so kan derThau den Saamen mit seiner Krafft desto besserdurchbaissen.

4. Eben um selbige Zeit/ soll man reine subtileLeilacher und Tücher auf vier Pfälen oder Steckenausspannen und ausbreiten / daß von dem Nacht-Thaue/ der auf sie gefallen/ in ein reines saubcrsGlas/ohngesahr aufacht Maaß möchte ausgedruckt/ und er-hoben werden.

5. Ferner soll man den von dem Nacht-Thau be-feuchtigten Saamen wiederum in das alte Glas ein-legen/ und wol vermachen / daß nichts ausdünste odervon der Sonnen-Hjtz ausgezogen werde / als solchesvor Aufgang der Sonnen wieder an feine erste Stellesetzen.

6. Der aus den Tüchern ausgedruckte Thau /muß öffters durchgesiegen/ Kitnrt. undzuetlichenma-len MMirt werden/biß er von allen Hefen und indi-schen Materien gereiniget sey/ die überbliebene ?eccsaber mußmancaicinircn , so werden sie ein schönesSaltz geben/ so bald in den Miiiincn Thau zu ckllol-

virca ist.

7. Dieses Thaues nun soll man in das Glas /darinn der zerflossene Saame ligt/ fo vielgiessen/daßes drey Finger hoch darübergehe : hernach wird disGlas ticrmcticö mitzerstossenemGlas undkorsx ver-macht / in einem warmen und feuchten Ort aufgehal-ten/ oder wol auch untern Pferdmist zween Schuchrieffeinen Monat lang gethan / wann du hernach dasGlas wieder heraus nimmest/ so betrachte es/so wirstdu sehen den Saamen gleichsam in eineSultz verwan-delt/ und den 8piritum , alseiuvielgefaxbtes Häut-lein/obenher schwimmen/ und innerhalb des Häutleinsund der schleimigen Erden/den aus des Saamens Ei-genschafft befindenden Thau gleichsam wie eine grüneSaat erscheinen.

8 Dieses verlutirte Glas nun wird den gantzenSommer-durch an einem Ort/wo dieSonne des Ta-ges frey darauff ihre strahlen werffen / so wol desNacbts der Monden und die himmlischen intlucntzender Sternen es befeuchten undchre Tugend imprimi-

I. Theil.

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