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Des Adeljchen Land- und Zeld-LebenS
exu.
Wie die abgelesenen Blumen zierlich und artig vorzustellen.
B zwar die Blumen / fi> bald sie von ihrem-H Stöc klein oder Kiel abgebrochen, mehr tobt als jlebendig zu seyn scheinen/so konen sie doch durchFleiß lang erhalten/ und wie mitprächtigen pompösencxeyuicn desto holdseliger vorgestellt werden. Indem?. fcrrarius sagt/ daß dieses die vornehmste Endursachsey/Blumen zu pflantzcn ihrer auf eine angenehmeArt/nachdem sie abgeleesen/ zu geniessen / weil diese schöneBlumen/ auch zugleich die Früchte sind/ die wir davonzu hoffen haben
Nunists also bewandt/daß eine feine und wol an-geordnete Austheilung der Blumen zierlicheSchönheitverdoppelt/ein gantzes Gemach/Pallast oderKirchen/wohin mans brauchr/zieret/die Augen erfreuet/denGe-ruch erquicket. Also kan man zur besten Blum -ZeitimMartio/ April undMajo/ wann die Tulipanen /Narcissen / Hyacinthen/ Anemonen/ und andere blü-hen / erstlich vielfarbige und wo'riechende daraus lee-sen/ die schlechtem und hauffigern kan man untenherdick zusammen / und die schönen und prachtigen obenaufdie Spitzen/und nebenher in schöner v'ltan?,also/daß die lang-stenglichten hoch/die kurtz-stielenden aberniederkommen / und alle zugleich des Wassers genies-sen können/einwinden/ und anbinden/sonderlich also/daß die Farben nach der Schattirung/ und nickt ein-farbige aufemenHauffen stehen/müssen mit demFadensäuberlich gehasstet un eine Reyhe nach ver ändern auf-gelegtseyn/ dergestalt kommen die längsten am ersten/und nachmals Reyhenweis nach gehöriger Propor-tion allzeit die Nächste daran/ also daß allen ihr unter-ster Fuß gleich komme/ und alle und jede die Feuchtig-keit gleichmassig an sich ziehen mögen/weil diß allein dieVerlängerung ihres Lebens ist/ und deswegen muß der
Faden zwar recht / doch nicht zu fest zugeschnüretwerden / daß er einfchnetde / und die Blum dHw eherverdorren mache.
Es müssen auch die untersten Stengel / wann siezwey Tage gestanden/ eines quers Fingers lang abge-stutzt/ und also der anziehenden Krasst/ so wol auch tag-lich mit Abwechslung eines frischen Wassers gehvlf-sen werden. Es schadet auch nicht/wann man sie frühemit frischem Wasser durch einen Wedel oder Bürstensubttl bethauet.
Her! kerrsrius will / der Stengel sollamgan-tzen Busch/ mit frischen Narcissen-Blattern bedeckt /eingewickelt/ und also mit ein paar Bindfäden ver-macht werden. Er weiset auch daselbst eine an-dere Art/ mit einem von Felbernen Weiden gefloch-tenen artlich formirten / inwendig hohlen Korbe /mit dreyen Reyhen/ den man allenthalben mit Ver-änderung und Emtheilung der vielgefärbten Blumenbekleiden kan.
Gedachter kcrrsrius erzehlt daselbst mehr an-dere Arten/ und unter andern / daß er gesehen/ daß einesolche Blumen - kiölkins, in Gestalt eines Schisses/einem Cardinal sey verehret worden. Aber die War-heitzu sagen (beschließet er) sind diese so wol mühesa-me als holdselige Wercke/ indem ihnen die nothwendi-ge Feuchtigkeit ermangelt / nicht lang bleiblich/ undwerden bald baufällige Grabmahl/ und nicht lang-daurendeklsulviXö ihrer blühenden aber verwichenenSchönheit. Wer Lust hat/ mehr solche Sachen mitden Blumen zu verrichten/ der lese daselbst weiter/wieman gantze Budnüssen/ Wappen/ und dergleichen ha-ben und fürstellen kan.
cxlil.
Von künstlichen Blumen-Geschirren.
Ben gedachter p.?-rarri gibt eine künstliche in- >vcntivn. einen Blumen-Krug zuzurichten/ und ^'stellt ihn halb verdeckt und halb offen für / daßman sehen möge/ wie er inwendig und von aussen bey-läuffigzu formiren.Das Geschirr ist in sünff Theil ab-gesondert/ und hat vier hohle Rohren/ oben und untenoffen/die habe gleich ihren Anfana em wenig unterhalbwo die Löchlein / darein man die Blumen steckt/anfan-gen/ also wann man das Wasser in dem ersten Theilgießt/ und es so hoch kommt/ daß es den Anfang oderEingang der Röhren erreicht/ fliesst es hinvb in denandern Theil / von diesem in den dritten/ vierdten undfünfften; und wann man sihet/ daß unten am Fuß desGeschirrs / das Wasser bey den Blumen-Löchlein be-ginnt auszufliessen/ ists ein Zeichen/ weil alle Theil ge-füllt sind / daß man aufhören solle/und alle Theil genugWager haben. In diese Löchlein nun / werden dieBlumen/ nach vernünsstigerEintheilung und Schat-tinmq der gefärbten Blumen/nach dem Augenmaß /
feucht oder tieff/ hoch oder nider eingesteckt/und weilsie von mnen her der kühlenden Feuchtigkeit gemes-sen/ also erhalten sie auch die Lebhafftigkeit undBegeisterung ihrer Schönheit desto langer / er ver-meyntaber / essoll nicht mehr als vier Schuhe hochseyn / und nicht viel hin und wieder getragen / son-dern an seinem gewissen Ort allzeit unverruckt gelassenwerden.
Eben dieser kutor gibtauch noch zwey andere Zeich-nungen / so ich herzu setzen lassen/ eines mit einem Blu-men-Krug/ das andere mit einem Thurn; der Krugist auf die ersterwehnte Art gestaltet/der Thurn aber istmit aufeinander gesetzten drey oder vier Finger hohenGeschirrtem / die sind in der Mitten an einen starckeneysernenDrat angefasset/können vonErden/noch schick-licher aber von weissen Blecb seyn/ deren jedes einenFinger hoch unter dem obern Saum ein Löchlein hat/dardurcj) das Wasser in die unterste Geschirr nach undnach rinnen kan / bis auf das letzte; man kan sie frey
Machen