Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
856
Einzelbild herunterladen
 

856

Des Adeiichcn Land - und Feld - Lebens

Wärtzen und Hünerauaen der Füsse /dieselben damitbestrichen / und Hernach ein rothes Siegelwachs dar-über gelebt.

Ltl^monia. nu» mcteila, Stechapffel/ Igelkol-ben/ haben Blätter wie Nachtschatten / aber grösser/riechen wie das Opium, die Blum ist schier wie eine Li-lien/ weiß und röchlicht vermischt/ und wohlriechend/etliche auch blaulicht. Der Hollandische Gärtner sagt/es seyen auch mit doppelter Blumen/gebe aber dermsehr wenig / und müsse der Saamen darzu aus der In-dianischen JnsiUT'abaZo gebracht werden / deren Blu-men seyen langlicht / und die Frucht in einem Igel ver-hüllt/ wie die Kästen/wollen einen geraumen Platz/weiles ein groß Gewächs ist; der Saamen gleicht dem vonder ^i srxlrsAora, hat auch gleiche Würckung / wolle«Sonnenschein / geraumen Platz/guten Boden / undgehörige Begiessung; müssen Jährlich neu angebauetwerden.

Die vatura ist auch eine Art davon/ an Blumenund Frucht fast gleich / ohne daß der Stengel etwasstachlicht ist/ wich aus der Jnsul Kiai-zbar hieher ge-bracht / allda sich / wie Durste» sagt / die Strasse^rauber dieser Blumen gebrauchen / denen unter dieSpeise zu mischen / die sie berauben wollen / weil siedavon ihren Verstand verlieren /nichts als lachen/ undalles / was sie haben / hinweg schencken/ welche Toll-heit/wann man nichts darwider braucht/ einen gan-

tzenTag zu währen pflegt/ehe sie wieder zur Vernunfstkommen.

Sie wollen guten fetten Grund / wexden meistensins Mistbett gesaet/ und wann die Pflantzen etwas er,starcket/ zu gebührender Zeit umgesetzt/und mitBegies-sung gewartet.

8l«ck38 ist erstlich aus Arabia zu uns überbrachtworden/ wächst aber in Franckreich bey ^rlcMe, son-derlich in denen 8l»ct,aäcs genannten Jnsulen/ auch inItalik. ist fast dem Lavendel gleich/hat länglichte dickegrau'AschensärbigeBlätter/welche ringsherum/an vie-len subtilen holtzigten Stengeln heraus wachsen/ diBlumen vergleichen sich dem Thymian einer purpuk.blauen Farbe / und wachsen in besondern ährichtenKnöpssen heraus / in welchen der Saame stecket/derdem Melissen-Saamen gantz ahnlich ist / eines bittern/doch guten Geruchs / der Saame geht zwar bey unsauch auf/ blühet aber selten/ und tragt keinen Saamen;ist warm und trockener Natur im ersten Grad / stärcktinnerliche und ausserliche Glieder.

Das vccoüum davon dienet zu dem Gebrechender Brust/führet allen melancholischen und phlegma-tischen Überfluß aus / reinigt und stärcket Hirn undNerven; der aus Zucker von diesen Blumen gemachteconlerva. dienet zu dem Haupt/ Magen und Gebar-mutter / wider den Schwindel / und vemeibt alle kalte^ Gebrechen«

1*elej)kium,lalaHzj Umbellscum Oericum, IrifoÜum(ocklcatllm Lc Lclünatum.

f-A-sMepliium. Von dem gemeinen Geschwulst-1 kraut/oder leicpkio ist allbereit im sünsstenBuch am 94. Cap. gehandelt worden / allhierwollen wir allein des 1 clepbii Nilpanici und repcn.»i» gedencken; das erste gleichet den unserigen / ausser/daß es feistere grössere und dickere Blätter / und gold-gelbe / gestirnte Blümlein / bißweilen auch purpur-braune hat.

Das Icicpkium rcpcns ist kleiner an Blattern undStengeln / die sind etwas sittichgrün; die Blumensind schöne leibsarbeDolden/ und ist dieses Gewächsein tresslich-kühlendes Wund-Kraut / dient wider alleSchmertzen und Gebrechen/die ausHitz emstehen/son-derlicb heilet es die Ztttrach und Rauten an derHaut/mit Estig angestrichen / und hernach mit Gerstenmehlwol und sauber abgerieben. Heilet auch sein vecnAumalle innerliche Versehrungen des Leibs und der Där-mer/ wannsie von derrothen Ruhr exuiccnrt worden.Die übrigen Würckungen besiheam oberzehlten Ort/und sonderlich in den Krauterbüchern.

ikiaspi, Baurensenss/ist gar von vielerley unter-schiedenen Arten, l sK^rnTmontanus zehlet neunzehenGattungen/(' tp. kzubinusaberausviertzigzwir wol-len nur etlich wenig anziehen/die in die Gärten gebauetwerden: als l^lsspi (rekicum tlorc iilbo Kc l^klaspifrutic^sum, oder ttmke»sn,m,die man für die rarestenhält/weil sie stets grün bleiben/blühen ohngesehr imAu-

gusto; der Saame ist scharssam GeschmackwieSenss/wird aber bey uns nicht alle Jahr zeitig/ daher muß sei-ne Vermehrung durch Zerreißung der Stöcke geschehen; des Winters / weil er die Kälte nicht ertragenkan/wird er beygesetzt.

Des Ungarischen Senstts sind dreyerley Gattun-gen / weiß / blau und leibsarb / dieser wird im April indie Bettlein gesäet/ besaamet sich hernach selbst/mankan auch die Zweiglein davon abreisten / und wie dieNegele peltzen. Ist Hitzigerund trockener Natur imvierdten Grad / macht subtil / befördert und reini-get/ wird auch in die äntiäota gebraucht / hat sonstfast die Etgenschafften des Gartenkresses und desSenffts.

Tnloiium Lockicstum » Schnecken-Klee/ sind

zweyerley Arten/ das erste käcckca mzrm-,. kommt aus

Jtalia von dem Mittellandischen Meer / kriecht auf der

Erden/ hat goldgelbeBlümlein/auf welche sie wollichte

Schneckensormichte Hülslein' bringen / darinnen ein

den (Zencster gleichender Saamen verborgen ligt.Die

andere Art kommt aus Engelland/ hat fast Elen-hohe

Stfnqel/aufderen Gipssel gestirnte gelbe auch purpur

blaue Blumen erscheinen/die hernachSchneckenhäusel

hinter sich lassen / grösser als die erste Art / wird auch

^cclica marine. oder iVleäics /^nglics genennet / sind

auch zu finden / die Dornen haben / wie der Hollän

——