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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
855
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Sechstes Buch/Blumen- Garren.

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die Kerne seyen vielgrößer als die gemeinen mit dreyen ^ ster gesetzt/ so wo! der Sonnenstrahlen/ als dem fürFachen/ die Schliffen zusammen gefügt / auswendigschwartz gestrichelt/ und haben ein lindes Marck in sich/deren nur einer/oder nur cm halber eingenommen,'über-slchimd untersich gewaltsan, purgiren.

Viel sind der Meynung/ er vertreibe die Maulwürf-fe; andere aber bethcmen/daß dieMaulwürsse nichtallein von den Wunderbaum nicht fliehen / sondernauch ihre Löcher und Höhlen dab<y ungescheuet auf-werffen/ wie Her: Srromer aus i.aurcnbLrzio undLamerario bezeuget.

Scsbiok. Von der wilden 8czkiosz ist droben imfünfften Buch eap. ni. gedacht worden; hier redet manallein von der edlen Garten-5cabi oia. deren sind vieler-lei) Gattungen/ die purpurfarben mit weissen Zaserlein/geben theils einen lieblichen Bisem-Geruch von sich;etliche sind gantz braun / als die Spanischen / anderesind bleich/gescheckicht/sastgar schwartz/und etliche/ dienoch über der Hauptblume kleine andere Blümlein ha-ben/ als ihre Kinder.

Jm Eychstädtiscken Blumen-Buch werden neuner-ley unterschiedene Gattungen abgebildet.

Sie werden imMertzen angesäet / und blühen nochdasselbige Jahr / man kan sie auf das Mistbett an-fangs säen / und wann sie fünffblatterich / wieder imVollmond versehen / wollen einen Sonnichten Ortund gute Wiesen - Erden / auch bey dürrem WetterBegiessung/ dauren aber über drey Jahr nicht/der Saame muß bey schönen Wetter abgenommenwerden.

Die Stern-Scsbiola wird erstlich vom Saamengezielet / und gegen Winter beygesetzt / so dauren sie et-licheJahr/ ist theils mit zerschnittenen/ theils mit unzer-schnittenen Blättern.

8copana .wird von den Welschen öelvcclcr genen-net / hat aber nicht den Namen mit der That / ist eineSpscic, lunarise, wie l^obelius in ^clverssriis sagt/üore« ksbct pcrexißuos, raccmosos, obsolet«viroris, slis juxt5 <^US8 nsscuntur concolores,

VIrZL cjug nmnerolzz spars» , mit dicken Blät-lein etwas länger als an Flachs/ wird wegen sei-ner Seltzamkeit/ m Geschir:/ und unter dieFen-

witzigen Auge/ den Paß zu verwehren / ist aber nun-mehrgantz gemein. Muß jährlich ,m Frühling ange-bauet werden.

8ccuriclgca, Peitschen / ist eine Wicken-Art / wiedann auch eine Gattung davon gelbe Steinwickengc-nennt werden / sind groß und klein/haben eine weissegiatteWurtzen/leibfarbe oder auch purpurbrauneBlu-men/schier wie die Erbsen; andere haben gelbe Blu-men; noch eineArt heilst man »yclisarum oder kci-rumequinum,hat auch kleine gelbe Blnmlein/nach welchenSchotten erfolgen / krumm wie ein Hufeysen gebogen/in welchen ein rothfarber / wie ein halber Mond gehör-neter Saame ligt / welches die Alchymisten für eine8pecleml.un3riX halten/und vermeynen Silber damitzu machen. In Franckreich wachsen sie im Getrayd/bey uns aber werden sie in die Gärten gebauet/ sindwarm und trockener Eigenschasst. Das v-co^tum sei,nes Saamens ist gut denen/ so blöden Magen haben/und an derMiltzsucht leiden/ und eröffnet die Verstopf-ungen der innerlichen Glieder/ ist auch wider dieWürm und Biß der gifftigen Thier/ daher er zu den^ntiäotis gebraucht wird.

8iciii.ma.dessen Contrefait im Eychstädtischen Gar-tenbuch zu sehen / hat den Nahmen / daß es in Sicilienvon sich selbsten wächst/die Frantzosen nennen es wut-ts 8ailie. ist ein Wundkraut / hat einen starcken nichtunlieblichen Geruch/ fast (wie ?abcrnsemont.«nu8 be-richtet) wie das (Zummi Kiemnium, trocknet/ zertheiletund zeucht zusammen/ wird zu allen Wund-Träncken/,Salben und Balsamen nützlich gebraucht / hat eineholtzichte Wurtzel ziemlicher Länge/ treibt starcke röth-lichte/glantzende Gertlein/der Länge nach gestriemt/wie an den Speck-Lilien / an den Gärten sind etlicheGleiche / aus deren jeden zwey Blätter gegeneinan-der-über wachsen/ unten bleich/ oben saargrün/nach den gelben Blumen kommen rothe Beerlein / dieendlich schwartz werden / inwendig voll kleines Saa-mens / wachst in Sicilien und Engelland in denWäldern / und wird bey uns m die Garten gepflankt/bleibt stets grün / wird auch Sicilianischer Grundhcilgenennet.

cix.

Lolanum srmicolum, EpNtlgkötMt? / Hrramom'a, Oarura,

8toeclia8 xurpurea.

Olanum kruticosum. Von diesem schreibt I^obe-Uus, daß es drey oder vier Elen hoch gleich einemBäumlein wachse / dem Pfersich-oder Mandel-öl bäum an Blättern nicht unähnlich / die Blumen sindj weißlicht/ inwendig mit einem gelben Zapflein / nach! welchen schöne purpurrothe Beerlein kommen/schier so!dick und groß als die Judenkirschen / die können dieKalte wol leiden/und behalten ihre Farbe/ biß in denZenner hinein/wollen guten Grund/aber nicht vielSonnenschein/ werden der Zierlichkeit halber in dieGärten gepflantzt.

SpNNgtFrmr/ l^atk^ris, <5ati,putia minor,weilcat,siutia major von etlichen dem Wunderbaum

gegeben wird / wächset hoch aus/ wofern es gutenGrund hat/ wird wegen seiner Zierlichkeit in dieGärten gebracht / und wo es einmal Fuß setzet / ver-mehret es sich von seinem hin und wieder ausspringen-den Saamen selbsten/ist sonst wohl bekannt; der Saa-me wächst in dreyeckicht-zertheilten Hauptlein/ istdas gantze Gewächse voll Milch / so aber hitzig undcorrolivisch ist / also innerhalb des Leibes nicht zu ge-brauchen.

Die Körner sind / wann sie gereimget worden/weißlichter Farbe / purgiren zwar / aber sind den Ma-gen schädlich/ welches auch das l)ccoSum der Blätterverrichtet. Der weisse Safft davon vertreibt die

Ppp pp in Wärtzen