Sechstes Buch/ Blumen - Garten.
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wegen seiner allerhsnd artigen Farben / in die Gärtenhm und wieder gesprengt / und wann die Unterspren-gung in dem Frühling und ersten Sommer-Mona-ten wiederholet wird / hat man desto langwührigerdieser Blühe zu gemessen; ist schneeweiß/roch / leib-farb/ purpurfarb/ Violet/ scheckicht / gefidert/ initgehörntem Saamen / und sonst seltzamen Verände-rungen.
Sie blühe« im Sommer eine geraume Zeit nachein-ander/ und wtewol die Blumen nicht dauerhafft sind/und bald abfallen / treiben sie doch aus einem Stengelnach und nach viel Blumen / die nicht zu einer Zeit ab-zeitigen/ besaamen sich zwar selbst/ weil es aber offt zurUnzeit geschiehet/ist es besser/man reute dieselbstge-wachsenen aus / und besäe sie entweder im Herbst spat/oder gar frühe im Frühling / drey Tage vor dem Voll-monden/so werden sie gewiß dick und schön werden;der Saame aber muß auch im Vollmonden abgenom-men seyn / wann er gar zu dick aufgehet / muß man ihnüberziehen.
?apavcr corniculatum, der gehörnete Mähen/ hatweisse Aschenfarbige rauhe und feisteBlätter/schier wiedas Wollkraut / aber rings herum zerspalten/die Blu-men sind gelb/ Veyelbraun oder roth/ nach welchen eingekrümmtes Hörnlein voll schwachen kleinen Saa-mens folget.
Der Holländische Gärtner erzehletnoch eine Art/das er nennet ksvotelpiaeux» Stachel-Mahen/ das
hat kleine^elblichte Blumen/ daraus gestachelte Saa-men-Häupter erwachsen.
^crt-us lib 2. CZP. 2 2. gibtauch eine andere wun-derbare Gattung vom Mähen / der ausIndien kommt / fast wie eine Glocken / oder gemeinesunten eng/ und oben weites Trmckglaö wrnurt/oben-an mit vielen runden Flecken gezicret; deutet aber wei-ter nichts davon.
kapavcr srraticum iativum hat so vielerlei) unter-schiedene Farben / und ist so dick wie der Mähen/allein etwas kleiner/ hat einerley Wartung mit demMähen.
Wird im Vollmond gesäet/ und bey erfolgenderBlühe allzeit / was dünn ist/ausgezogen; lässet sichnicht versetzen wann die Häuptlein anfangen braunzu werden / und kleine Lochten; bekommen/so ist es Zeitden Saamen abzunehmen.
Wider das Seitenstechen soll ein gewisses Experi-ment seyn/ so man die gedörtten Klapperrosen-Blätterzu Pulver macht / und mitVepel-WasserdemKran-cken zu trincken gibt.
Andere nehmen ein halb Loth der Blumen / bindensin ein Tüchlein / henckens in ein halb Pfund Scsbiots.Wasser/ lassens halb einsieden/ und geben sie frühenüchtern ein / drey Tage nacheinander.
Das aus dem Gewächs distillirte Wasser stillet dieunmäßige innerliche Hik/erfrischet und erkühlet die Le-ber/ ist auch zum Rothlguf sehrdimlich.
c vu.
kkascoli Lrakliani, ?iper l^urcicum, ?oma ^moris.
M-^5?aleo!i Hrstilisni^ Brasilianische Fasolen / oderTürckische Bohnen / in Oesterreich werden siege-meiniglich k^accars-farbe Wicken genennet / wiewol sie an Grösse und Gestalt den Bohnen gleichen/sind Leberfarb mit schwachen Flecken/müssen in einegute und kleine Erden imVollmonden gesetzt/und mitetlichen ästigen und obenauf zusammgebundenen lan-gen Stanglein versehen seyn; wann nun fünff odersechs solche Bohnen herum gesteckt sind / so flechten siesich allerseits/ und bekleiden das gantze Gerüst / wannsschon anderthalb Klassier hoch wäre; haben eine schö-ne liechtrothe ^>ni - färbige Blühe / die den gantzenSommer-durch blühet / und indem sie sich wie einep^ramiz an ihrem Gestelle aufrichtet / gibt es mitihren langwührigen nach und nach ausblühenden Blu-men/ ein angenehm und schönes Aussehen/ auf dieBlühe kriegen sie ziemliche grosse Schotten/darinnender Saame ligt; sie wollen guten Sonnenschein/und vor des Nordwindes Ungestümm etwas verwah-ret stehen.
Wann man nur Blühe und keinen Saamen be-gehrt / kan man sie nach dem Neumond gegen demersten Viertel säen / so blühen sie / wie Her: Viescherschreibt / fast ein viertel Jahr sehr schön / sollen sie aberSaamen tragen / werden sie im letzten Viertel ge-säet.
?w-r Inckcum, Türckischer Pfeffer / ist von vieler-lei) unterschiedenen Gestalten/ groß und klein / rund
I. Theil.
und lang / krumm und gerad / gelb und roth / die kom-men alle vom Saamen.
^ DasEychstädtische Garten-Buch beschreibet unssünsszehnerley Arten in xrimo orcjinc plantärum SU»tumnalium.
Hat schier Blätter wie die Nachtschatten / oder da5grosse Basilienkraut/ wächset fast einer Elen hoch/ blü-het weiß / wird im letzten Viertel gesäet und versetzt/wann es nur fünffoder sechs Blatlein hat; die Fruchtist erstlich grün/darnach gelb / die meiste aber Corallen-roth/ ist schärffer als aller anderer Pfeffer; wann mandie junge Frucht / sonderlich von der langen Art / in einHolunderröhrl stecket / so wachsen sie über die Massenlang /und fügen sich nach derForm des Holtzes. Siehaben einen kleinen weissen und scharffen Saamen; istwarm und trockener Natur im vierdtenGrad/wird da-her allein nicht gern gebraucht. Wann man aber diegantze Frucht mit samt dem Saamen zerstößt/ zu ei-nem Taig oder in zwiebacken Brod einwirckt / undes mit andern Species und Gewürtzen vermischt/so pflegt es den Speisen ihren guten anmuthigen Ge-schmack sehr zu vermehren / stänkt die Natur/vertreibtdie Bläste /und behält die innerlichen Glieder bey ihrerKrasst.
1'zn Zra schreibt / man soll ihn in Kleyen vorher wohltrücknen/hernach die gantze Frucht mit samt der Scha-len zu Pulver stoßen / zu jeder Untzen / so viel PfundKrafftmehl mengen / mit einem Sauertaig tcrmcnt - .
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