Sechstes Buch/ Blumen-Garten.
wacht auch seine Aehren wie der gemeine ;die Blumensind liecht-Himmelblau / eines lieblichen und etwasschwächer» Geruchs / daher auch dafür gehalten wird/es sey seine Krafft auch etwas milder/will mttttimässi-ge Erden.
Weil es über Winter selten ausdauret / ist ambesten/ man nehme Jährlich den Saamenab/ wirdim Frühling angebauet / und wachset gerne; wuchertaber so viel Aestlein und Aehrenförmige Blumen, daß/wann man guten ^aamen haben will/ am besten ist/man nehme die überflüssige Aestlein hinweg / lasse auchnur an einem Stock drey oder vier Aehrlein zumSaamen aufs meiste stehen / und breche die übrigenalle ab.
l-upini. Feigbohnen/ sind mancherley Gattungen/die gelben werden/ihres annehmlichenGeruchs halber/Türckischer Veyel genannt/ wächset etwas niedriger,hingegen die liechtblaue und weisse wird fast noch ein-mal so groß/ hat aber keinen Geruch; es gibt auch ei-ne andere etwas kleinere Art/ die röthlichte Blumentragen; der Saame wird erstlich ins Mistbett gebau-st/ aber vorher ein paar Tage im Mistwasser ge-weicht/ im April im letzten Viertel/also werden auchdiese Pflantzen gleichergestalt versetzt / das Wasser/darein man die Körnerweichet / soll mit Kühe- oderSchaasmist temperirt seyn. Etliche halten dafür/wann man die Felgbohnen zwischen und neben die Re-ben säe / so ziehen sie der Neben Bitterkeit an sich/ undverursachen daß der Wein desto lieblicher und wolge-schmacker werde.
Haben gern warm und sandichtes Erdreich/ sindwarm und trockener compicxion, im Wasser etli-tiche Tage gebeisset/ und das Wasser offr erneuret /
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! hernach wieder gedönt/gepulvert/und mitEssiggerrun-! cken/ vertreibet den Unlust und Widerwillen des Ma-gens / und erweckt wieder Lust zum Essen ; dts Pul-ver mit Honig oder Essig eingegeben/ treibt allerleyWurme aus/ sind auch denMiltzsüchtigen fast gesund.Wer mehr davon wissen will/ der besehe das ^.Ca-pitel des folgenden siebenden Buchs/ da wird er nochmehr finden.
lUcliioluzpcreZrins, Welscher Steinklee/ steigtmit seinen ästigen Stengeln zimkch hoch / hat kleinezerkerbte Blatlem / wie der gemeine Steinklee / undgelbe kleine am Spitzen zusämmgedrungene Bäu-men / nicht unlieblichen Geruchs / darauffolgenetliche beederseits am Gipstet abhängende krummeSchollcin darinnen ein kleiner röthlichter Saameist/der wol reucht; wächst zwar in Jmlia auf den Fel-dern/ bey uns aber wird er m die Garten gebauet;wird von etlichen auch 8eru!s csmpsna genennet /weil es inCampanien und dispoi- in den Feldern haus>sig wächst.
Ist mittelmasslger Natur / und warm im erstenGrad/ erweicht / mildert / macht zeitig/ und zeucht zu-sammen/ im Wein oder Honig gesotten / und davongetruncken/vertreibt er den Magenwehe/und erweichetalle innerliche Geschwär/ eröffnet auch die verstopffreLeber/ mit Essig und Rosen-Oel vermengt und überge-schlagen/ mildert er das Hauptwehe. Der von denBlumen ausgedruckteSafft ist gut zu den dunckelnAu-gen/ und wider die Schmertzen der Ohren/ warm hin-ein getreuffr; das davon distillirte Wasser stärcket dasHaupt/auf drey Lot h getruncken/die Gedachtnus/trei-bet Harn und^tein/ erwärmet die Nieren/ Blasenund Geburtö- Glieder.
cx? cv.
d?arcju5 Lokemica, I^aKurcmm In^icum.
MLIonZenz,z?eIan?ZNZ, Z^slainssna,8olanumkortenss Sc pomitcrum; der Spanier ttcrrersschreibt in seinem 4. Buch vomFeldbau cz p, z 6.das dieMohrendiesesGewächs aus inSpanieübergebracht und gepfiantzt haben/den Christen damitzu vergeben. Ist eineArt von denLiebapfeln/ wächst fastElen hoch mit einem purpurbraunen/ steifen un ästigenStengel / die Blätter sind gestaltet fast wie ein Eichen-laub/ aber kleiner/etwas rauch und ein wenig gefallen/an denAesten kommen Herfür gestirnte weisseBlümlein/bißweilen auch purpurfarb / nach welcheirschöne langeund purpmfarbeAepfei folgen voll kleines gelbenSaa-mens/ etliche haben auch bleiche Frucht Sie mögenkeinen Frost leiden/ werden in Geschirr gesetzt / blühenim Augusto und September.
Es ist noch eine M/ welche an den Blättern undStengeln gar stachlicht ist/ und hat grössere Blumen /soll/ nach kciic'nii Zeugnus / in Egvpten aufsandichtenFeldern wachsen / und sey die Frucht dreymal so groß/als bey uns.
Von den Jtaliänern werden dieseAepfelgegessen/besser istsaber/ man vermeide sie/denn sie bringen böseCholerische Feuchtigkeiten / und verursachen durch denHauptwehe osstmals die Unsinnigkeit / und geben dem
I. Thetl.
Leib böse ungesunde Nahrung/die Aepffel nach derLan-ge geschnitten / und die Schnittlein aufdie Stirne ge-bunden/lindern das hitzigeHauptwehe/auch an anderninkzmlmrten Gliedern des Leibs übergelegt/ benehmensie die Hitz.
Inwendig soll man sie nicht nehmen/ sie geben zuVerstopffungev/Krebs/ Aussatz / Traurigkeit/ Ver-härtung der Leber und Miltzes/ bösen Färb des gantzenLeibs/ langwührigen Fiebern/ und andern dergleichenGebrechen/nicht geringe Ursach; bey uns werden sienicht alle Jahr zeitig.
Von dieser Gattung wird uns auch im Eychstatti-schenBlumenbuch 8oisnum?omiscr»m vorgestellt/al-lein dieAepfel sind denenLiebäpfelngleich/auss.r daß siein viel erhobne Spalten eingetheilet sind; wann sie mEssig eingemacht sind / sollen sie viel von ihren bössenEi,genschassten verlieren; für die güldene Ader wird ihreSchelssen gedönt'gepulvert und daraufgestreuet; oderman nimmt einen grossen Apfel / röstet ihn ein wenia ingutem Rosen-Oel/ thut ihn darnach weg/und legt Re-genwürmer in dasOel/und machts nntweissenWachszu einem Sälblein/ heilet die gülden Ader/ wann mansetwan viermal gebraucht hat/ wie obbemeldter «er-rera bezeuget.
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