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Th. 1 (1716)
Entstehung
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849
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Sechstes Buch/ Blumen-Gatten.

849

A05 mmor, §6 (^eZ5.

?^I.c>8 ^sricanu», Otkionna , l'znzcctum Puncts-^ num oder cslrka ?cruvians,bey uns werdm sieinsgemein Türckische Negelein genannt / sollenzum erstenmal in unsere Länder kommen seyn / Äs derHochiobliche Kayser Carl der Funsste, 1 ums in Afrs-ca eroberthat/ etkche Heisset man Sammet - Blumen/die sind aufder einen Seiten / als wären siegeibrothoder PurKursarb geschmeltzt; etliche find groß / dick/liecht und dunckelgelb / und so gefüllt / daß sie gleichsamrund scheinen/ etliche haben flache / etliche aberzusammwie kleine Röhrlein gewachsene Blätter,

Ha« einen nnlieblichm starcken Geruch / davon dasHauptwehe verursacht wird/und deswegen werden dieKinder / so sonst die schön-geschmeltztc Gewächse sehrlieb haben/und gern in den Händen hermn ziehen/über-redet/wann sie/ diese Blumen bey sich habende / fallen/müssen sie sich zu todt bluten / Zweiffels ohne sie davonabzuschrecken / sonderlich sMman^mpvtecvntszioloihren Gebrauch vermeiden.

p k«s!,ri>zxiik^ 4. c^p.7. schreibet/ ihr GestÄNckseyeinmal also durch einen Pater ihrer Societät verbessertworden : Er habe den saamen in Rosen - Wasser/!darinnBiesem zerrieben/ein oder zwey Tage-fang gs» ^weicht / wieder iin Statten getrocknet/und also ange-bauet , Hieraushabs sich befunden/Haß derGestanck derersten Blumen ziemlich gemildert worden ; nachdemman aber von selbigem Saamen abgenommen / undabermal eingeweicht/habe die kndere Blume viel lieb,licher gerochen / diesen Saamen !>abe nmn zum dritten-mal gteichermasscn gehandhabt / und befunden/ daß diedritten Blumen ihren wilden Geruch galltz verlohrm/und einen aus Biesemund Rosenzusamm vermifthtenGertich bekommen.

Der Saame muß bey trockenem Wetter abgenom-men seyn / sonst verdirbt er gern / werden jährlich imApril angesäet. Wollenguten Grund/Sonnenscheinund Feuchtigkeit.

?>o5 8olis. Sonnen Blumen / Sonnen-Kron/(Ibrvisntbemum oder tlLliantkcmum pcruvianum,werden erstlich ins Mistbett gebauet im Vollmond /und auch also versetzt/ wachsen schnell auf/ wann ihnender Grund wol schmeckt/ müssen wol begossen seyn.

Die nur eine Blume tragen / werden sehr groß / diesich aber in mehr Aeste theilen / bringen auch kleinereBlumen/ ist ein klebmcht und pechicht Gewächs/träuf-set aus seinen gehauenen Stengeln ein Gummi / wirdwie der Terpentin zu den Nieren gerühmt.

vurantc! schreibt / man könne von diesem Ge-wächs essen und trincken / und sagt / seine zarte undschwache^>tielalso rohe indem Mund zerkauet/steckenso voll Feuchtigkeit / daß man sich genugsam darüberhabe zu verwundernzsagt auch/ sein dicker und knöpfich-ter Stamm stecke voller Hartz. Wann der Stengelvom Wind zerbrochen und wieder zusammen gebun-denwird / so wächst er bald zusammen / möchte viel-> leicht zu den Beinbrüchen nicht undienlich seyn. SeinGummi soll die Wunden heilen.

Hm Aßkdltz lehretfie also kochen: Nehmet dieStengel/ weil sie noch jung sind tmd mürbe/.schneidetdie Blatter weg/ die Stengel spaltet Fingers-langvoneinander / und ziehet ihnen die auswendige Haut ab/ungleichen thut mit den Biumen-KnöpsseN/ ehe sie aus-ruhen/ schälet sie auswendig rein / und siedet sie samtdengespaltenen Stengeln mürbe / darnachgießt dasWasser ab / schüttet hingegen Wein darüber / thutButter / Saitz und Muscatblühe darauf/ undlasset esmit kurtzer Brühe übersieden / oder macht eine Brühedarüber/ wie über die Artischocken.

Sie wollen einen fetten guten Grund / die meistehaben schwartzesüsse Körner / eine Arthat auch graueund weißfarbige. Es sind etliche darunter / die sich dengantzen Tage nach der Sonnen wenden/ thuns abernicht alte.

Die Papagey und andere Vögel fressen gern ihrenSaamen/weil er mild und süffeist/ wie eine Mllacci:?ab?rn-emontönu5jagt/ etliche halten dafür/daß die-ser Saame / wie der wilde Saffran purgiere.

Aus den Körnern der Sonnen - Blumen/ schreibtv.vtclicris, pliywloZiL toi. )4l. mahlensie inBirgi-nien Mchl/ und backen Brod daraus ; die Blumentrocknen/und ziehen an/dieWunden gehen zusammen/wann man Sonnenblumen darauf legt; sie stillen auchdas Blut / und sind bchülfflich zu dem geschlossenenZäpflem am Hals / zu den Geschwaren des Mundes/und an heimlichen Orten / so man das Kraut siedet imrothen Wein/ein wenig Alaun darzu thut, den Munddamit auöschwänckt/ und die Geschwar damit wäschstKürtzlich( sagt er) sie dienen wider alle Gebrechen / sozuvielfiiessen / und die den Ausgang samt dem Bluthaben/ allermassen zu gebrauchen / wie die Wallwur-hen/ und andere cor>sol i6!L. An der IndianischenSonnenblumen / findet mcr.i mitten in der Blumen ei-nen klebrichren Sasst / der einen Geruch hat / wie Ter-pentin ; man findet auch ein röthlichtesGummian demStengel / dieses gebrauchen sie in Hispcmien zu denWunden.

l'oieZa,,ura czpraria. Geiß-Rauten / hat einsweisse Fingers-dicke zäsichte Wurtzen / die drey Jahrunverdorben in der Erden bleibt / und jahrlich srischaustreibt/in etliche offt andtrthalbElen hohe Stengel/die sind niit feisten languchten Blättern von unten anbiß oben ausbekleidet / je neun oder zehen / mehr undweniger an einem Stiel/ die vergleichen sich den Blät-tern^ wie I^KernTinor'.t^us schreibet) der Purpur-farben Vogelwicken/oben am Stengel erscheinen pur-purblaue abrichte Blumen / wie an jenen / ausser/daßdiese keine Gäbeiein haben / damit sie sich anhessten wiedie Vogelwicken ; nach den Blumen folgen kleine un-ebne Schötlein / etwas iänglicht / darinn ein Saamedem fcLnum xrTcuil, ähnlich/ wächst gern an feuchtenund feisten Orten / an den Gestaden der Bache undWassersiüsse.

Eo ist auch eine Art davon / die gantz weisse Blumenträgt.

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