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Th. 1 (1716)
Entstehung
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845
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Sechstes Buch / Blumen-Garten.

845

xcvni.

Viola klariana, ^/larronaliz Lc Umcs KomZna.

^ ^lola Varianz, Svanischg Glocken/ ist von vie-V/ lerley Sorten/ als weiß/ purpurfarb/ liechtblau /mit langen spitzigen und runden/auch gedoppel-ten gefüllten Glocken wird auch von andern kie^iumgenennet/hatschwärtzlichte/langbreite/harige Blatter/^ oben an den unterschiedlichen Wgen Stengeln kom-^ wen lange hohle/runde und ausgekerbte Bl»nnen/dar-auf erfolgen rauhe hänge KniWem / die abwärtshangen/und den kleinen gelöen Saamen in sich begreiftfen. Die Wurtzen aber ist lang/dick/weiß und zart/daßsie / wie der Rapuntzet-oderOervica na , crstm Früh-ling mic Essig und Oele^umEalat gegessen wird? hatgern Schatten / und blühet im Julio und Augusto/wird auch im Frühling vomSaanun gesäet/tragenaber erst im folgenden^ahr /sie besagen sich-hernachselbst.

Viola^i-ittiz.Mechen-Veyel/ ist einfrüheö/dochsehr angenehm- wolriechend- und nützliches Blümiein/die gemeinen wachsen überall an schartichten und küh-len Orten an den Zavnen /unter dem Gesträuch undBäumen / die gefüllten aber /die dick Purpurblau undweiß sind/ 'findet man allein in den Gärten.

Es ist auch eine Art / die aufrecht stehen / und nichtalso auf der Erden kuechen/Vioi«, creÄs pur-

^urca

Wann man sie frühe vor Aufgang der Sonnen ab-pflücket / so riechen sie lieblicher zdie'Stöcklein vermeh-ren sich von sich selbsten / man muß sie bald nach demNeumonden versetzen. Im Vollmond werden sie garzudickund zusamm gedruckt^ daß sie hernach nicht gernoder recdt sich eröffnen können.

Sie sind im erstm Grad kühlender / und im andernftuchter Nacnr / werden in der Artzney zu Lonicr ven /Sy upen/ Julepen/Velen undEsslgen schr gebraucht/kühlen die hitzigen Zufälle / bringen Schlaff/ führen dieGallaus/lindern die Rauhe der Brust und Lufftröh-ren / vertreiben den Hal-wehe und Zustände des Zäpf-leins / und löschen den Durst.

Diß Gewächs erweichet die öpokcmen/starcket dasHertz / lindert das Seitenwehe/sonderlich derSyruplaxiret sänfftiglich / und ist gut wider die trockene Hu-sten ; das aus den Blumen gedistillirte Wasser kühletund heilet Entzündungen der Leber; das Pulver vonblauen V .'yeln eines Quintels oder halben Loths -schwer genommen / führet durch den Stuhlgang ohneBeschwerung allen Unrath aus. Es wird aucb ein Zu-cker davon gemacht/der zu vielen zachen dienlich ist.

Viola mslronaiis, wird von etlichen Winter-Veyelgenannt/weil er spat im Herbst zu blühen pflegt; istweißbleick / purpurfarb oder roth. Die dicke weisse isteine prächtige / wolriechende und ansehnliche Blume/

und wZchsetnn't vielen Ncsten ziemlich hoch-auf/hat lan-ge wöllichte schmale Blätter und Srcnqcl; die einfa-chen bringen lange Srhöltlem nach der Blühe/darinnein dünner gelblichter Saameverdsrgen ligt.

Die gefüllten werden besser in den Geschirren als inden Bertlein fortgebracht / wollen mittelmaffia so wol! den Grund als der Sonnen Schern/ und gebührendeWasserung; man bringt sie im HMter an einen tro-ckenen Ort / wiewol sie mobr ftine Feuchten / als Kälte;u förchten haben;sie werden durchs Peltzen/oder vonBeysätzen vermehret.

Ein Veyelblum wird vieler Geruch von Veyeln ansichnehmen/wann mau unterschiedener Veyel Saa-men in ein dünn Tüchlein einbindet / undalso in die Er-den einlegt / doch mUen sie jährlich versetzet werden.Wann man die Saam - tragende Scheiden zierlichherab bricht/so werden sie das gan tze Jahr in der Blü-he seyn.

Die einfachen besaamen sich selbst/sind warmer undfeuchter Eigenschafft; dasOcccxIumpon der Wür-zen und Blättern gecruncken / Mreibt den gefährli-chen Krampf/ Keuchen und langwührige Husten/be,fördert den Schweiß / Genies und Harn.

Der Blumen - Geruch stärcket das Hertz und Hirngewaltig/ein Gurgel-wcA'r von den Blumen gemacht/ist gut wider die Bräune und verschworenen Halß; dasKraut im Wasser und Wein gesotten/ der Safft/ oderdas Pulver davon / heilet alle frische Wunden / undlässet kein faul Fleisch wachsen.

Urtics kvm.ina. Römische Nessel / werden nur zurVcx.,tion / daß mau den Unwissenden (weil sie/in-dem sie noch jung sind / für den Winter-Majoran an-zusehen /wiewol sie grösser sind ) zu riechen gibt / müs-sen also leicht in «inem Winckel des Gartens vorliebnehmen ; sie brennen fast schärffer / als die gemei-nen/haben sonst mit ihnen fast alles gleich/ohne daßdie Blätter mehr zerkerbt / die Blühe rothfärbig undbleichgelb /und der Saamein runden rauhen brennen-den Möpflein verborgen ligt/der sich schier demLein-Saamen gleichet / der am Geschmack erstlich süß /hernach hitzig ist / also / daß er auch den Pfeffer über-trifft.

Sind warm und trocken / und einer subtilen Suh-stantz / erwärmen / rclniviren / zertheilen und lösen ab.Die noch zarten Sprößlein im Frühling werden / anstatt des grünen Krauts / zerhackt gegessen / sollen denGries und Sand forttreiben.

Der klein - zerstossene und mit Honig vermischteSaame/ist/nach Oiolcoriäiz Meynung/gut für denkurtzen schweren Athem ; hat sonst alle Krafft der ge-meinen Nesseln / und vielleicht noch etwas stärcker.

I. Theil.

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