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Th. 1 (1716)
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844
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Des Adelichen Land- und Feld - Lebens

cken / hilfft dem verstopssten Harn heraus / und hat mitder8srs3bariiia einerley KraA

Das aus den weissen Blumen geäittiiiitte Wasserist zu allen innerlichen Entzündungen dienlich / sonder-lich der Augen / mit einem nassen Tüchlein aufgelegt;die Blätter im Baad gebraucht / treiben den Urin undStein / und heilen die Schäden an den Schenkeln zu.DißGewächs muß bey uns in Geschin / und Winters,Zeit in die Einsetz-Zimmer gebracht werden ; man kansie durch AbreWng der Zweiglein/me die Negelein /pelzen und vermehren.

Strohblumen / Papierblumen / 5urtsn ptsrmicaäuttnaca OluM , wird such von etlichen ?crpetuel ge-nennet / darum / daß die abgebrochene Blume nichtleichtlich verwelcket/ weil sie ohne diß unsäfftig und dür?scheinet; hat Purpurfarbe / Pfersicl)blühefarbe / weiß-lichte und Strohfarbe Blumen/die haben schmale spi-zige in der Mitten etwas breitere Blatlein / in Form ei-nes Sternleins/ darinnen in der Mitte ein gleichfärbi-ger Patzen ist/aus welchem das Sämlein kommt/ blühtden gantzen Sommer-durch/bißin den todten Herbst/

bedarff weder Änderbaren Fleiß noch Wartung / fon-dern wo es einmal hingebracht wird / verwehet derWind den Saamenhin- und hw/ und wird also nichtleicht gantz verderben.

Von diesem ist noch eine andere Art / dasKrant istgrasicht und schön grün/treibt Spannen hohe Stengel

und eine leib-farbcdicke/aber kleinereBlühe/als diePa-pier-blümlem/blühetauchgarlang/verwelcktabereher.

I'riickelium 5cu c-rvicaria, Halßkraut/ wird auchvon etlichen Uvaiaris genennet / weil es zu den Zustan-den und Gebrechen desHalßes und desZäpfleins woldienet; l)at harte Nessel-ahnliche zerkerbte Blätter /bringt weisse und auch blmie Glocken-Blumenchat eineweiA zarte Wurtzen/wie derRapuntzel/und wird auchim Frühling an statt des Salats mit EM und Oel ge-nossen. Das kleinere Halßkraut hat einen Stengel /der sich in etliche Aeste theilet / hat amGipffel poschttezusammen^ehauffteGlocken-blümlein Veyelblau/wer-den im Frühling z^nn Salat gebraucht. Werden vomSaamen gebauet / können auch im Frühling die Bey-schöße fortgepstantzet werden.

xcvii.

I'rifolium , V^criana PttM MNN Nltht.

paiuNrc. Wafferklee / Blberklee/ dessen» auck) im fünfften Buch gedacht wird/wächst gern^ in denen von Brunnen-Quellen durch'äderichtenWiesen/weil esohne Wasser nicht leben kan? hat einevon vielen kurhen Knien zusamm geliederreWurtzen/die mit vielen Fäsern sich einsencken/hakgrun'.ichte zarteund dicke Blätter / allzeit drey auf einem Stengel zu-sammen gesetzt wie die andern WiesenAee/ k r Sten-gel ist anderthalb Spannen-Hoch/ und bißweilen auchlanger / daran oben schöne langharichte weisse Jach-«ncken-förmige Blumen/mit umgewundenen attlichenZäserlein sich finden.

Ist zweyerley Gattungen / grösser und kleiner / nachden Blumen kommen kleine HülÄein / in welchen derHirsen-sörmige/ aber kleinere gelb-röthlichteSaameNfich enthält; wird fast wie die>l>mpk-a gefttzet/ausser/baß die Anglein der Wurtzel nur eines Fingers-tieffstehen / daraus man so viel Waffer gießet / daß es dieErden kaum bedecke / nur erweiche / und nicht über-schwemme / muß also das Wasser nicht gar drüber ge-hen ; wann man im Garren einen Teich oder Brunnen-Quellen hat/kommen sie am besten/ans Ufer gepfiantzet.Wird selten und nur im Herbst ausgenommen , dieübrige Brüt abgesondert/ und bald wieder eingelegt.

Das ?rifoiium bilummvlum , t"sm inocioi^um,qusm oäorÄlum. stellet uns das Eychstädtifche Gar-ten-Buch für.

Vaicriana Zr«ca ,ist ihm dieser Name allein AfäÄi-gerWeise gegeben worden / weilesmit der rMen v».ierisns weder gleichet/noch Geruch / noch Wnrckunghat / obm daß etwann die Blatter siä, in etwas mögengleichförmig erweisen; ist zweyeriey Gattungen / blauund weisser / oben auf den Gipffein zierlich zusamm,

gesetzter und Bürstenweise ausgetheilter Blühe / die inder Mitten kleine weisse Zaserlein mit gold-farbenKnöpffenherausiprolscn/darauflänglichkeSchöttleinMit einem kleinenschwartzen Saamen folgen/davon sieleichtlich /wie auch von den hauffigen Beyschössen ver-mehret werden / dörffen keinen absonderlichen fettenGrunde / noch fleissige Wartung / wo sie einmal hin,kommen / gedeyen sie gerne.

Es ist auch noch eine andere Art / die man rothenBaldrian Heisset / hat eine lange/runde/ Fingere-dickewolriechende weisse Wurtzen / bringt zu Ende desJu-nii Doldenweise liechtrothe an langen Ha'ußlein dickzusammengesetzte Blumen / die den gantzmSommer-uder blühen / will steissge Begieffung und warmenSonnenschein.

Noch ist ein fremder Indianischer Valdrian/bringtbleich-grüne Blätter / und an einem Schuch hohenStengel eineCron voll schöner purpurfarben Blumenvon f.Blättern/etlichebringen auch weisse Blumen/auf welche lange Hülsen mit dem Saamen folgen; die-ser ist erstlich / nach 1'i-b-rnTmont.ini Zekanus / ausCandia nacher Florentz und Padua geschickt wordenundvon dannen zu uns in unsere Gatten kommen.

Vergiß mein nicht / weiß nicht/ ists eine Art Donder oder vom 7cucno, wir Habens zwey-

erley Akten / das in den Garten / und das wilde; daszahme ist ziemlich niedrig/mit Saarblaum gleichsamgeschmeltzten klemm Blümlein / dic sich in den Gärtenleicht vermehren; das wilde hat lieclMaue mit kleinenin der Mitten leuchtenden gelben Sternlein besetztenBlumen / wächset aber allenthalben in Wiese« undfeuchten Orten.

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