Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
841
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Sechstes Buch/ Blumen-Garten.

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die Nebenschösse/ die bey den gefüllten auskeimen/ mit und krausen Blattern / bringen weisteBlumlcin/ undsamt der Wurtzen vom Stock abzusondern / und im einenSaamen wie die andern/ blühen im Zulio/ undwachsenden Monden weiter zu setzen. > den Svmmer-durch.

Es werden die Blumen/ sonderlich der rothen und Das Eychstädtische Garten - Buch gibt noch eineduncklen Art/aufgehoben/in Wein gelegt/den sie schön h>cciem , äbutiioi, ^viconns genannt/ mit

roth färben / und in Catharren den Menschen sehr be-quem und gesund sind. Das Pulver davon mitHö-nig-Wasser / wird getrunckcn zu dem Seitenstechen/und haben sonst alles Vermögen und ^raffr der ge-meinen Hasen-Pappeln. Sind einer feuchten undzwischen Kalte und Hitze temperirten und gemässigtenNatur/ stillen die hitzige Husten und andere Gebrechender Lungen/ und sind den Schwindsüchtige» überausgesund.

Wider den Stich der Wespen/Bienen und Hör-nis / ist der Sasst ein treffliches Mittel. Die zartenSchößling unter den Salat im Frühling gebraucht/purgiren; mit Lauch oder Zwiebel gestossen/ und ausge-legt/ ist gut wider giffcige Thier-Biß. Etliche nehmendie zarten jungen Pappelblätter im Frühling zum Sa-lac/ und halten ihn für gesund.

Die Rosen in Wasser gelegt / und den Mund da-mit ausgewaschen/ helssen für die Mundfaule/ sonder-lich/wann man sie imWein oder Wasser siedet/ und einwenig Honig undAlaun darzn thut/und sich damit gur-gelt. Das daraus distillirte Wasser ist gut für alle in-nerliche und ausserlicheHitze/Rothlauffund andere hi-tzigeGeschwulsten/ein Tüchlein darein genetzt und auf-gelegt.

Die krausen Pappeln wachsen mit vielen Neben-ästen/ haben eine weisse Wurtzen/mit gl«tten/ grünen

grossen Blättern und gelben Blumen.

Marevrerblumen ist bey uns/ so viel ich weiß /nicht/aber beydem Holländischen Gärtner/ wölbe-kandt/sind von zweyerley Gattungen/ gelb und weiß;die gelben sind doppelt und einfach/ von diesen werdendie Zweiglein abgebrochen und eingelegt/müssm inGe-schirr gesetzt und über Winter eingesetzt werden/ dieweissen aber können heraussen bleiben/mögen die Kältebesser leiden.

^Isrticiinia Nore plcno , gefüllte Metram/ist einzimlich hohesGewächs/ hat oben amStengel dick/wieeine Bürsten beysammen stehende weisie/ wie die dickenCamillen geformte Blümlein/ und hat den Geruch wiedie gemeine Rheinfarren / blühet den gantzen Herbstdurch; die einfache bejaamet sich selbst; die dicke aberwird entweder von den Nebensätzen und Zertheilungder Wurden/ oder durch Peltzung der frischen Aestleinvermehret/ die dann/ wo man sie fleissig begiesset/leichtbekeimen.

kiiliefoiium korepisno. gefüllte Schaafgarben/ist eine schöne Blume/von dreyerley Farben/ mit ro-then/ gelben und weißen Blumen / fangen im Heu-monat an zu blühen/wird durch Zertheilung der Stö-cke/ oder von denPeltzen/ oder von den Beysätzen fort,gepflantzt.

XLill.

t^clluz, d>saliurrium a^uaricum pleno üore.

zp-iiu», Eisenhütlein/ist zwar wegen seiner blau-st en »derPurpurfarben Blumen/ ein in den Gär-^ ten gewöhnliches/ aber wegen seiner gisstigen Ei-genschaft ein sehr gefahrlichesGewächs/so billiger wä-re auszurotten/als hinein zu bnngen/weil der unschuldi-ge Fürwitz leicht damit kan zu Fall gebracht / oder dieBoßheit/ zu Anstiffmng allerley Unheils/ angereihetwerden/ ist auch eine Gattung davon mit scheckichtenBlumen/ und eine andere Art/ Nskeiluz arborctcsnsgenennet. Wachset hoch auf/ mit schwartz-grauen zer-^ fthnittenen Blättern/ und sonderlich gern zwischen denj Bergen und den Thälern/ auch wol in den Auen/ist zu-mal die Wurtzel ein gefährlich Gisst / daß sie auch offtdem jeniaen/ so sie in denHänden lang hält und erwar-men lässet / den Tod bringt. Dem/ der davon bekomt/kan allein durch den und einen gerechten The-riacgeholssen werden.

Es istdenckwürdig/ daß meistentheils in den Ge-bmgen/ wo der ^apcilus zu wachsen pfleget/ auch seinFeind / das heilsame oder sich findet/welches einen feisten/ und anderthalb Spannen hohenStengel mit subtilen zerspaltenen Blättern hat/die aufallen Seiten in gleicher Ordnung stehen/oben auf demGipssel bekommt es vielPurpurfarbeBlumen und zwoWurtzen/wie dieOliven/aussen schwartz/und inwendigweiß. Diß ist bewahrt nicht allein wieder das Eiscii-hütlein / sondern auch wider alles Gisst; müssen beede

von dem Saamen/ oder Zertheilung der Wurtzen ge-pflantzt werden.

Seeblume / ist zweyerley Gattungen /weiß und gelb. In Jndia(wie)ac. Kontiu» lit>. s.kitt.natural. 8c ^cclic. c. z8. schreibet)ist eine ArtmitPur-purrothen Blumen. Wo es keine Lust-Teichlein undWasser in den Garten hat / ist sie mühsam fortzubrin-gen/weil sie ohneWasser nicht leben kan/und wegen ih-rer sehr grossen Wurtzen ein grosses Geschirr bedarss/wann mans aber ja haben will/ inuß mans in ein weitGeschirr einlegen/das kein Löchlein hat/un dasWassernicht ausfliesten kan / zwo Spannen hoch muß sie gutefaule Erden haben/ darauf legt man die Wurtzen/undbedeckt sie mit drey Finger Erden. Alsdann wird dasWasser hinein gefüllt/ daß es überlausst/ und so osst essinckt und eintrocknet / wieder erfrischt.

Die Versetzung geschiehet im Herbst und Frühling/blühet im Julio/wan sie verblühet/hat sie ihren schwar,tzen gläntzendenSaamen grösser als derHiers in einemMagenförmigen Haupt/ kühlen vertrocknen und reini-gen. Die Wurtzen gedönt und mit Wein getruncken /stillet die rothe Ruhr/und andere Durchbruche/benim-met dem Miltz seine übermäßige Blähung. Das ausden weißen Blumen distillirte Wasser zwey oder dreyUnzen getruncken / lindert die hitzigen brennenden Fie-ber/und ist(wie vur-,ntcs schreibet) zur Zeit derPesti-len tz eine bewahrte Artzney/ bekommt sond erlich den/ Schwind-