Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
836
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^nderlichemm Sonnichten Ort / auch gute» undfeuchten Grund / die Knotten werden vier oder fünffFinger-tieffin dieErden gelegt/ uiid wird alle zwcyJahrdie Brut/fo sich schr vermehret/davon weggenommen/will sonst fieissig begossen seyn.

I snsra sagt / sie blühe lmHerbst/und sey eben dasGewächs / so man 1 srtuffoio nennet / sey auch derKult».!» davon / in Scheiben geschnitten und gekocht /schr gut zu essen.

l ws <. uculi. ist eine Art zwisch den Negelein undFrauen-Röslein in der Mitten/ die einfachen habenschmale spitzige Biätlem wie die Mausohrlein/glatte/rundeStengel/darauswachsen schone rothe dick-inein-ander gesetzte Blümlein ; die dicken sind wie ein Blu-men-Busch wegen ihrer häuffigen Blumen anzusehen/wird von etlichen auchOlonritis oder kisiZarit« vcne-

genennet; wollen einen mittelmassigen Grund / kandurch Zertheilimg der Wurtzel/ auch durch Peltzungder fristen Zweiglein/ wie die andern Negelein fort-qepflantzet werden/ blühen imJulio / bißwetlen auchi später.

flot l'rinitati», ein niedriges/aber holdseliges/dochunriechendes Blümlein/wird auch Viois ilammcs undTag und Nacht genennet/ weil das gemeine / beede deslieblichen Tages Liechts/ als auch der duncklen NachtDemmeruug artliche Zeichen an sich trägt; wird auchFraisamkraut von etlichen genennet / weil es den Kin-dern für besagteKranckheit heilsamlich gebrauchetwiü>;die Franzosen heissen sie ?cntccs. Ist von vielerley Ge-schlechten/ darunter die grossen gelben/grossen Purpur-farben und weissen den Borzug haben/ werden gesäet /oder von Zertheilung desStöckleins sortgepflantzt/undim Frühling im wachsenden Monden / in gute feuchteErden verseht. Die Saamkornlein sollen am bestenseyn/ die zu nächst am Stiel bey den Schötlein ligen/ihre zarte weisse Wurtzen will aber keineDunge leiden/haben gern sandichten Grund.

FrauenrSel.m oder Margenröslein sind eine spe-cies picknick,, sind roth/ Purpurfarb und weisser Art/sind einfach un gedoppelt/haben weiche wollichteBlät-ter; es sind auch etliche mit leibfarben getüpfeltenBlu-men / werden am besten durch die Beysätze fortgepflan-zet/ wollen einen guten Grund/und allzeit über das an-dere Jahr versetzt seyn. Die Blätter von aussen applicirk heilen (wievuranlc,sagt) die Geschwärundalten Schäden der Schenckel / wie auch das von demgantzen Gewächs dlstillirte Wasser solches thut." Der Holländische Gärtner sagt noch von zweyenSorten / die aus den Jnsulen Eanarien hergebracht /sind mit purpurfarb und weissen Blumen/ die werdendurch Peltzung der Zweiglein sortgepflantzet.

Werden von dem Königlichen Holländischen Gärt-ner to>-105. Americanische Anetten genannt/ müssenim Frühling in Geschirre/und desWinters in dieGar-tenhäuser versetzet/auch bißweilen bespritzt/von unteaufbefeuchtet/und erst imFrühling/bey aushörenderKälte/wieder in dieLufftgestellet werden/haben alle Sommer' schöne Blumen/roth an der Färb/ die aus einem selben

d-und Feld-Lebens

Kelch Herfür schiessen. Wann man die FraüenrösleinimFrühling zerreißet und verfetzt/muß man sie von denübrigen Stengeln saubern/ sonst blühen sie ju viel/ undverderben.

krzxincli«, ins gemein weisser viAam gencnntt/auch Eschewurtzen/wegen Aehnlichkeit der Blätter/sosie mit dem Eschenbaum haben/ hat artliche weisse mitPurpur-Strichen fchattirte scharffriechende Blumen.

vertius zeigt auch noch eine Gattung an mit weiß-bläulichten Blumen.

Wachst gern in Gebürgen und Wildnussen/die stei--nicht und felsicht sind/ der Stengel ist braun und kleb-richt/nach der Blühe kommt in eckichren Schotten einverschlossener schwartzer gläntzender Saame/ fast wiedle Aley/ und ra6ix c^vs, oderWiesen-Hohlwurtz /aber grösser und Biernen-förmig/ welcher aber nichtleichtlich aufgehet ^ doch habe ich ihn probirt und ange-säet/gleich nachdem ich ihn zurSomers-Zeit abgenom-men/ist aber erst des andern Jahrs imFrühling Herfür-kommen/und haben von 20. Körnlein nicht mehr als z.sich sehen lassen ; das erste Jahr ziehet das Kraut baldwieder ein / im folgenden Jahr aber kriegen sie mehrAestlein und frischere Blätter.

Die Stöcke mag man im Herbst zertheilen / und siealfo in gutem Grund sortpfiantzen. Die Wurtzen die-net wider den Gifft;das Pulver davon/ eines Quintelsschwer / im Wein oder Saurampfer-Wasser getrun-ken/ todtet die Würmer/ ist gut für die inwendigenSchmertzen des Leibes / und treibt den Nierensteindurch den Harn hinweg/ ist in der schweren Kranckheitund andern kalten Gebrechen desHirnseme bequemeArtzney/ und eine prslsrvariv für die Pestilentz; wirdauch zu den Wund,Träncken nützlich gebraucht.