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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
835
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Sechstes Buch/ Blumen- Gatten.

«Z5

dem Grad; die Wurtzen ist ein herzliches A'iticlotumwider die böse Lusst/vertreibet die Schmertzen derLun-gen und Leber/ verkleinert das geschwollene Miltz/ er-wärmet den Magen / ist gut für die Bleichsucht; dar-um wird sie auch in Zucker zu anmuthigen Gebrauchconclirt.

caienöula, Ringelblumen/ die Welschen nennensie tiorcj'ozni mclc. ein in allen Gärten wolbekandtesGewächs/die dicken werden zurZlerdimAuswärtsgc-säet/haben einen krummen Saamen/ wie eine Vogel-klaue/wann sie einmal in den Garten kommen/ besäensie sich selbst/ sind zweyerley gelber Farben/ dunckel undliecht. Etlich haben um die grosie Blumen herum klei-ne Blümlein / die etwas erhöhet/ wie in einem Krantzherum stehen ; etliche sind inwendig roth/etliche gelb/werden drey Tage vor dem Vollmonden versetzt/sindwarmer und trockner Natur.

Das vccoÄu m getruncken/ oder das Kraut etlicheage nacheinander gegessen / provocak m-nl-s ;des Saffte zwey Loth mit einem Quintel des Pulversvon Regenwürmern getruncken/vertreibt die Gelb-sucht / dienet auch das Kraut und Blumen im Salatgegessen zu dem Gebrechen des Hertzens/ und Be-schwernus des Athems; das distlllirte Wasscr hilsst denentzündeten Augen; mit dem Kraut heilet man allerleyWunden.

Wann man im Anfang eines gifttigen und Pestilen-ialischen Fiebers zwey Unzen vom Ringelblumen-Safft dem Patienten eingiebt/ ihn wol zudeckt undrecht schwitzen lasset/ so wird er gesund und frisch wie,)er aufstehen/wie Ui?«l6u»in Kortomc<jicoto>.l4<>.bezeuget.

Wer das viertägliche Fieber euriren will/der gebedem Patienten/ eheihn das Fieber angreifft/ weissenWein zu trincken/darein sieben Körner von der Ringel-blumen gepulvert sind / und wiederhole dieses etlicheTage lang. . ^

oilks paiiuttri» köre pieno» dicke Moßblumen /ist ein zierliches Garten-Blümlein/ fast der gefülltenttepalicT oder anreotrisoiioanderFormgleich/aus-ser daß die Färb schon glänhig gelb ist/kommt im Früh-ling gar zeitlich / hat einen hohlen gewundenen Sten-gel mit vielen Aestlein/ aus welchen diese Blumen erst-lich wieKnöpflein/hernach im Aufthun sich völlig sehenlassen/blühen auch bißweilen/ aber selten/ im Herbst;

wird vvnetlichen und Dotterblumen genen-

net/ will einen feuchtenGrund/vder wenigstens wol be-gossen seyn; von der gemeinen tnuHomg abgeflossen«,Blumen/wird ein nützliches werden

Halswehe bereitet.

Omersrius schreibet / daß etliche die gedöritm undgepulverten Blumen in einer Brühe oder Löffel Wemeinnehmen / darauf schwitzen/ uns M die Gebsuchtdurch den Schweiß austreibm.

Lsmjianuiöe Amcricsn«,oder l'rsLbelium Amen,canum tlorc albo.is^ Ulliängstex Inciik z»

uns kvinmen/hat weiße Glockenförmige Blumen/wirddurch Zertheilung der Wurtzen gemchrt/muß aber imWinter eiligetragen werden.

Sonstist auch bekandtLampanulz iativa,mitliecht-

b lauen und weissen Blumen; item die kleine kriechende/ die kleine holdselige mehr Schalen-alsGlocken-ähnliche / auswendig liechtblaue und inwen-dig Perlfarbe Blumen tragt/ will einen guten Grund /und wird in, Frühling angesäet.

Dergleichen Art ist auch das so genannte Zkeckum,Marienglöcklein / ist eme zimlich grosse Blume / vonblauer/ weisser Purpurfacherund Silbersarber Blü-he/so allenthalben in den Gärten gefunden wird. Die-ser Gattung sind auch dieblauen Milchglöcklein / dieerst im September blühen / und dauren bis ihnen dieReisse und Kälte des Welters solches verwehren/wer-den in dieWinterhäuser gestellet/und imWinter etlich,mal begofjen; ihre Vermehrung geschiehet so wol durchihre Wurtzel / als Nebenschößlein/ sie erfordern eine»guten Grund wie dieNegelein.

vizilaiis, Fingerhütlein/hat etliche Gattungen/ ei-ne gelbe Art kommt aus der Indianischen LandschasstVirginien/sind klein und großPfersichblühefarb/auchweiß/und etliche mit inwendigen Sprenglein gezieret/etlichewachsen hochaus/und habenrauhe harteBlatterwerden im April gesäet / besamen sich hernach selbsten/wollen guten Grund.

Sckvvcrlius stellet auch eines vor mit Eisenfarben /doch aufdunckelgelb spielenden Blumen / die aber anGestalt den andern ungleich/ und fast wie eine altvät-terische Sturmhauben gefvrmetsind.

Die bey uns gemeine viZitaiis soll ein gutesWund-kraut seyn/ ist bitter/warm und trockener Natur/darummacht sie subtil und treibt aus.

(^? I.XXXVII.

Lr)?nAium coemlcum, I^arnellana- duculi,^c>5 l^rmirsriz ,

Frauenröslein und kraxineüa.

^Inßium coemisum. blaulichte Mannstreu/sind i Art aber muß Jährlich imFrühling gesäet werden/iveil

> si^ dxK 2öinters vergehen.

ß? derm etliche Geschlechte/ grösser und kleiner/ wirdvon etlichen genennet blaue Meerwurtzel /das grösser wachst mehr als anderthalb Elen hoch/ hateinen starckengestriemten astigen Stengel/ mit vielenKnotten unterschieden / aus welchen andere ZweigleinHerfür kommen/die runde Knöpflein mit blauen Blüm-lein/unter welchen 7. oder 8. spitzige Blatlein/ wie einSternlein anzusehen / Herfür brinaen/ die tragen zwarihren Saamen/sind aber von derWurtzen leichter fort-zubringen/ bleiben über Winter im Land; die kleinere

I I Theils

karncliang, dis beschreibet ?. ^iirsn6oia. es wer-de von etlichen Riesengewachs genannt/ treibt seinenStengel Manns-hoch ohngefahr/aus welchem vielAe-ste Herfür kommen/ die sich wieder in kleine Zweige ver-theilen/ und viel Sassranfarbige Blumen bringen/ dieherumstehenden Blätter seyen gantz kraus/in derMit-ten an kleinen Stielen hangend/ die zur Herbst-Zeiteinen lieblichen feinen Schein von M) geben. DiesesGewächs (sagt er)mit seiner knottichtenWurtzen/liebt

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