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Th. 1 (1716)
Entstehung
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834
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DevAoeltHen Land-und Feld-Lebens

I.XXXV.

^uilcAis, ^rmeriuz Koz, /^uricula llrli, öelliz, Llarcsria.

» (^uilezia, Agley/ eine bekandte Blume/die inden Gärten durch den gantzen Sommer ihreBlühe zeiget/pranget mit unterschiedlichen Far-ben/ weiß/ Purpurfarbe / braun/grünlicht/ Veyelblauliechtblau/röthlicht / leibfarb und geschäckicht.

Das Eychstättische Blumen-Buch stellt uns eineHquilcZ'um kciiztsm vor/ mit weissen/ von kleinenhäussigen schwachen Tüpflein gemercktcn Blumen.

Theils einfach/theils aber gefüllt mit lauter geschlos-senen Fächlein/ als Scanezeln/ die mit ihren ordentlichausgetheilten Löchlein fast einem Wachsfladen glei-chen; etliche sind dick mit offenen ausgeschnittenenBlät-lem/ die wie ein Sternlein/ oder gleich einer Rosen sichaustheilen/ etliche weisser Art/ haben gantz umgekehrtedicke Blumen/ wann man sie im Frühling säet / tragensie erst das andere Jahr z man kan sie am Laub kennen/was dick wird oder nicht / weil die dünnen kein so zart/sondern viel ein gröbers Laub haben; auch kan man andem Stengel des Krauts sehen/ wann sie gesprengtsind/ bringen sie auch solche Blumen/ haben gern feuch-tes Erdreich / und nicht zu viel Sonne / vermehren sichdurch Zusätze häuffig/die mag man im Vollmond ver-setzen im Herbst/sind einer mittelmäsiigen warmen undverdauenden EigenschaO.

Die dicken kriegen wol zu Zeiten einen Saamen/werden aber leichter von den Beyschössen vermehret;die dünnen besaamen sich desto lieber / die dann in derArtzney grosse Wirckung haben.

Der Saame/oder Wurtzen/eines O.uintels schwer/im Wein mit ein wenig Saffran genommen/und dar-auf geschwitzt/ vertreibt die Gelbsucht/ Verstopffungder Leber und die Pestilenk.

Das daraus cktMirte Wasser stärckt inOhnmach-ten das Hertz / heilet alle innerliche Leibs-Geschwär/und treibt alles Gisst und Schmertzen des Leibs hin-weg ; der Sasst von der Wurtzen und Blattern heiletalle Wunden.

^rmeriuskos, Cartheuser-Neglein / die einfachenwerden nichts sonders geachtet / die dicken aber in dieGärten gepfiantzt / und wie die andern Negelein durchabgerissene / früchtige schöne Zweiglein gepeltzt/ oderdurch angehangene Häfelein vermehret/ man muß sienicht zu viel / noch mit kaltem Wasser begiessen / sonstverderben sie; sind von vielerlei) ftheckichten/ weiß/rothund Purpurfarben Blumen veränderlich/ haben schier!einKraut wie das Seiffenkraut/ und setzen gantze Bür- >

sten voll Blumen aus; eine Art von den einfachen ro-then Blumen ist mit zäher Feuchtigkeit am Stengel/Blättern und Blumen also überzogen / daß/rvoserneine Fliegen darauf sitzet/sie alsobatv daran hangenbleibet/darum sie auch KiulcijiuiÄ oder vikaris ge-nennet wird.

äuriculz Urli, Barsanickel. Der HolländischeGärtner sagt/sie seyen mehr als von dreyssig Färb«??/bey uns sind die meisten bleichgelb / Purpurfatv/ wc-ßund gesprengt / theils mit zerkerbten / theils mit glatt mfetten Blättern/die doppelten werden ihrer Seltenheithalber höher gehalten / auch ist eine Gattung mit Bor-ragv-Blcktern/aber rar/im May theilet man die Wur-tzen bescheidentlich mit samt denStöcken voneinander/und versetzt sie weiter. In der Blühe haben sie lieberSchatten/ als zu heissen Sonnenschein / wollen insge-mein ein fettes feuchtes und starckes Erdreich/und fleis-sig bey dürrem Sommerwetter begossen seyn.

öciiis, Maßlieben / die Frantzosen nennens Klar,zucrite, der einfachen findet man genug in den Feldern/die doppelten aber kommen in die Garten / sind roth/weiß/gescheckicht/ leibfarb und blau; der Holländi-sche Gärtner sagt / es sey auch eine gelbe Art / die manVjZtelivc» nennet/ welche dörnichte Blätlein haben/ siewerden im Frühling und Herbst voneinander getheiund aus einem ^töcklein mehr gemacht/und also fogepflantzt/ man muß aber die Stöcklein nicht zu kleinmachen/ sonst blühen sie-langsam / haben gern feuchtenGrund.

Es gibt auch Maßlieben/ die aus derHaubt-Blu-men noch junge Kindlein aufsetzen / wie die Ringelblu-men/ und noch andere Gattungen mehr / davon derHolländische Königliche Gärtner loi i > f. zu sehen.

öiattgria, Mottenkraut oder Schabenkraut/ wirdvon den meisten für eine tp-cics Verbalci gehalten/da-her auch von etlichen Verbslcuium genannt/weilauchseineEigenschasst undWirckung mit den andernWoll-kräutern übereinstimmet / ist an Farben weiß / gelb undPurpurfarb/wohin es einmal gesäet wird/vermehretes sich hernach von seinem Saamen/ doch können auchdie bißweilen unten kommende Beysätze fortgebrachtwerden.

Der Holländische Königliche Gärtner gibt auch ei-ne'Aschenfarbige; item eine wohlriechende k^naria,müssen aber beede/ so wol als die Purpurfarbe/ insWinterhaus gebracht werden.

i^xxxvi.

dAlamu^dalencluIa^alrka Digitalis.

ärom-tticu», Calmus. Wiewol dißeinT. Indianisches Gewäcks ist/ wird doch das rechteäcorum, an statt desselbigen/nützlich angenom-men und aebraucht/ist wie unser 4c c>ru m oderCalmus/^in Rokr-Gewäcks / und will feuchten Grund / aller-massen ick gesehen gantz kleine Teiche / die an statt desGeröhrichs eitel Calmus gehabt haben; der aber gar in

Wassern wächst/ ist am Geruch etwas schwächer/ alsder aufdem Lande stehet/da er dann wohl will begossenseyn; dieWurtzen ist weißlicht/knöpficht und unten Mitvielen Fäserlein behänckt/eines starcken und würtzhass-ten Geschmacks; zwischen den Blättern bringt er aneinem glatten Stengel Zäpflein Herfür / wie die / so andenHaselstauden wachsen/ist warm und trocken im an-^ ^ Km

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