Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
833
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Sechstes Buch/Blumen- Garren.

8ZZ

n folgen die Wumen-Karten-Oewachse/ so den

Wmter-über im Felde bleiben können.

Cä?. l.XXX!W

^marantkuL , ^närot^num iöeciäum- ^Ntirrkinum,

Ijy!) ^^0c/mim Lyriacum.

ZeZäser-Gewächse/welche p-renne- genenntwerden/sind theils ra<^iccl^ntumreii>b ii,da^ die Wurtzen allein frisch bleibt/ als ?«on>en/Agley/ OiZ't^Ii,, etliche aber heissM ^cmper vircntczpcrcnn?», als Rauten/ Salvey/ Wintergrün / diedoch bißwcilen bey hartem Frost auch allein die Wur-tzel übrig behalten / und das Kraut einbüssen. Die be-dürften die wenigste Mühe/ und wann sie einmal ange-bauet/ und bißweilen versetzt werden/haben sieweitersnicht viel Wartung.

ällt,-e-z, Eybisch/gehört billich/wegen seiner grossenNutzbarkeit in der Kic^icm»in den Artzneygarten / istein bekanntes Kraut/und nichts desiowenigernut sei-nen liecht-röslichen Blumen den Garren zieret / stehtgern an fetten und feuchten Orten/ hat weißgrüne gantzlinde Blätter/wie ein Sammet/wächst hoch auf.Trei-bet jährlich ihre frischen Scboß von der Wurtzen/ dreStengel mag man an Pfähle anhcfften; gegen demWinter/ ehe sie gar abdorren/ schneidet man sie biß aufdie Erden weg/ und bedeckt sie mit Tannen-Gras; hat«ine grosse/ weisilichte feste Wurtzen/ ist warmund«rocken im ersten Grad.

Verdauet / lindert/ macht subtil und vertheilet.Die Wurtzen in Wein oder Honig-Wasser gesotten/und getruncken / heilet alle Gebrechen der Lungen/ derBrust / und des Bauchs / stillet die rothe Ruhr/ undalle Zustände/ die von der Gall entspringen. Das ausSer Wurtzen ciikiiürteWasser ist/mitWein vermischtund getruncken / den Keichenden fast bequem; und al-iein gebraucht / ist gut für die trockene Husten/ wird zuallen / worzu die Pappeln dienen / doppelt so krafftiggehalten / darum es auch von etlichen Msm-Uva genen-«et wird.

Die Wurtzen klein zerschnitten in Milch gesotten/ist gut für die Mund-Geschwär; in EM gesotten/undwarm im Munde behalten / vertreibts den Zahnwehe.Der grüne oder gedörtte Saame in Eflig geweicht/und wieder an die Sonne gesetzt/ vertreibt die unfläti-ge Flecken der Haut / darzu auch das Mitlitte Wasserdienet.

ämzrsntku» ^iexicanu», lcu vlitum maxim»,mInäiz um. grosser Hanenkamm; ist einem staudichtenBäumlein gleich / mit langen/ runden / zäpssichten/ ab-wärtschangendenBlumcn/ememsrossenHanenkamm

ahnlich / blutroch wie verändere Tausendschön/ hat ei-nen gestreiften starcken Stengel / osst zwo oder mehrElen hoch / werben anfänglich vom Sa amen erbauet/und bey angehenderKälte gantz abgeschnitten / und be-deckt/so keimt er den künftigen Frühling wieder neuheraus/bekommt nachderBlühe/ rvchdmickeleBeer-lein/die rolh färben.

äiiljrosTum fw iclum, Bockskram/wegen des un-annehmlichen Geruchs/ist an denBlättern und Sa^men dem ttypcrico euvas ahnlich/wachseran wäldich,ten Orten. Zwey Orsc-Km-e vom Saamen eingenom-men/ führen den gallichten Schleim aus ; denen dievcrwundt worden / helffen diezerknirzschten Blatter,und stillen das Blut.

Hntirrkinum , Löwenmäuler / die von (olumeNzI!b. ,c>. biilntis szevi, r.eoni» ora genennet werden/ undsind untersck ledener Gattung / weiß / gelb / roch / Pur-purfarb/ leibfarb/ doch alle mit fleckenden Rachen/werden im April gesäet / und blühen meist erst im fol-genden Jahr / fangen im Augusto an zu blühen/diedauren selten langer als zwey oder drey Zahr/ besaa-men sich aber selbst jährlich/und haben gern einen san-dichten Grund - man kan sie aber auch/wann sie gar zudick stehen/wol versetzen.

^pocxnum8^riscumcrcüum,oder Nlulaln6ics,geici'.liär älpini, ist ein schönes prächtiges Garten-Gewächs / wächset Elen und anderthalb Elen hoch/Blumen / Blatter und Wurtzen gibt alles Milch / hatziemliche grosse Blätter / wie ein mittelmäfliges Nuß-Laub/aber etwas stumpsser und fetter/setzt Busch,weiß zusamm-gesetzte liecht Purpurfarbe / lieblichrie-chende Blümlein aus / da das mittlere Kelcklein/ vonzähnlichten andern Hülslein gleicherFarb anfangs be-deckt / hernach aber sich herab fenckend entblößt wird;die Wurtzen kriecht in der Erden hin und wieder undtreibt dort und da aus / bedarffhernach wenig War-tung ; wird für giffng gehalten / treibt 4. oder 5. Sten-gel zugleich aus.

Ist auch noch eine kleinere Art/ die Stengel bleibenniederer/ die Blätter sind spitzig und schmal/wagenweißbraune Blümlein mit Dolden zusammen gesetzt/sind auch Milchreich/werden aber in Geschirren schal-ten/ und des Winters beygesetzt.