Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
824
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Des Adcltchen Land - und Feld - LcbenS

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Alle Narcissen haben indem Kiel fast keinen Unter-scheid/ also/ daß man sie daraus nicht erkennen kan/alsofordern sie auch meistentheils einerley Wartung/stehengerne bey den Tulipanen / indem sie gleichen Grund lie-ben/doch daß sie Spannenweit von jenen entfernet wer-den.- Wann man sie um Jacob» ausnimmt/ und ihnendie Wurtzel halb abnimmt/läßt man sie aufs längsteÄerzchen Tage liegen / und legt sie hernach im wachsen-den Mond wieder ein; werden fünff oder stchs Finger-kieff eingelegt / und einer Spannenweit voneinander /sie blühen nicht so gern/ausser man nehme sie selten aus/und allzeit nur nach dreyen Jahren/ die dicken bringenkeinen Saamen/und der von den einfachen ist der Mü-he nicht werth / weil man von den dicken genug Neben-Mtzlinge haben kan.

Es seynd auch gelbe Narcissen nach allen Schatti-rungen/wie auch mit gelb und weiß oder bleich ver-mengt. Darunter auch einer genennt wird FrantzösischNonpareille, oder Unvergleichlich / weil sie der Grössehalben vor allen andern den Vorzug haben; deren sichauch weisse und bleiche finden / die haben fast eine War-tung wie die vorigen/ausser/daß sie nur vier Finger-tieff/ und einer halben Spannen-weit voneinander ein-Zesetzt/und erst nach dreyen Jahren ausgenommen wer-den. Wollen einen guten Kraut- Acker- Grund undnicht viel Sonnen ; alle rare Nareissen müssen imWinter wol zugedeckt seyn.

Die spatern Berg-Narcissen geben drey oder vierweisse mit Schwebel-farben Kelch / und überaus wol-riechende Blumen; der Kiel ist weißlicht / kurhhälsig/und mit einem ziemlichen langen Bauch / hat lange/grüne und weiche Blatter.

Die Narbonische Narcissen setzt eine/bißweilen auchmehr / weisse Blumen auf/ hat einen grossen Dotter-gelben Kelch / ist deßwegen unter die ^romboni zurechnen.

Die dritte Narcissen k?-ttl,!oli bringt 10. oder 12.weisse Blumen / mit langen schmalen Blätlein / in Ge-stalt eines Sternes/in deren Mitte ein kleiner mit etli-chen Zäsern gezierter Kelch zu finden / gehen z. oder 4.Blumen auf einmal auf / und wann die andern fol-gen / verwelcken diese / haben alle die Wartung wiedie vorigen.

Eine Narcissen wird auch Cameels-Hals genennet/weil der Stiel / daran die Blume hanget/ sich krümmetwie ein Cameels - Halß / heisst auch sonst die gekrönteNarcissen / ist dreyerley Arten; die einfachen weissen/deren Kelch am äussersten Theil einen röthlichten Um-fang hat. 2, Die bleich-weise / die bringt offt vier oderfünff Blumen / hat einen gelb-färbichten Kelch; und z.Die doppelte weisse / die mit einer gefüllten Blumen /und wegen des gold-farbigen Kelchs / der / wie ?. Klsn-clirola sagt/mit einer krausen röthlichten Linien umge-ben ist / und gleichsam eine Cron furbildet / daher auchdieGekrönte genennet wird/ist die schönste und annehm-lichste so wol wegen der zierlichen Gestalt/ als auch lieb-lichen Geruchs/wollen gnugsam Sonnenschein/ und zuunterst starcken und fetten Grund/und in demselbenvier Kinger-tieff/und eine halbe Spannen-weit vonein-ander gesetzt/und alsdann mit lucker Garten Erde zu-gedeckt werden / damit deren Schwere die Blühe nichtverhindere; man nimmt sie im dritten Jahraus/underleichtert sie von der Brüt.

Von den Indianischen Narcissen / wiR ich des^anci-rol« scmem aus t»st. kcsrarii gemachten Lom-p-ncjio nachgehen / und deren sind sechserley: Erstlich/die Virginianische Narcissen hat ein« weisst/ doch nichtwolriechende Blume / das Weisse wird auf der Sei-ten in Liechtroth verkehret / diese breitet auch Blätteraus / wie die Persianische T'ulipa, doch etwas grösser/die sich nicht alle zugleich eröffnen. Kommen besser inGeschirren /als im Feld / wollen einen leichten Grund /und über zween Finger - tieff nicht gesetzt seyn / wollenmilkelmassigen ^onnenschem/und selten ausgehobenwerden.

2. Die Jacobs, Narcissen haben meistens vierblät-terichte Blumen/auch weniger/die unten um denSten-gel Purpur-färb/ endlich aber Saffran färbig werden/formirt wie die weissen Lilien / haben sechs weißlichtelange Faden / an deren Ende gelblichte Knöpflein sind/der minelste Faden ist was röthlicht/und der längestestösst erstlich den Stengel und Blumen / und hernacherst die Blatter/soll in ein Geschir: mit magerer sandich«ter Erde gesetzt werden / liebt Feuchtigkeit und Sonne /biß die Blatter im Herbst verwelcken / dann setzt mansie an ein offen und lüssriges Ort / wol verdeckt / undlasst sie daselbst biß mitten im Majo / da räumt man dieErden ab/ entblößt die Zwiebel/ohne Verletzung derWurtzen/nimmt die junge Brüt hmweg/und bedecktdie Wurtzen wiederum mit ihrer eigenen Erde / befeuch-tet sie darauf wol / und stellt sie an die Sonne / daß siemöge beregnet seyn ; doch schliesst üianäirola: Erhabe vielmals in der Erfahrung befunden / daß dieseNarcisse/aufgemeine Weise gewartet/am besten blühe.

?. Von den rothen l^iiio. Narcissen/ die man Lei-la Donna nennet/schreibt er also: Sie bringen 20. odermehr Blumen/ an kleinen länglichten Stielen/ dunckel-grüne Farb/etliche abhangend/etliche erhoben/etliche zu-saniin gedrungen und treuschelicht / welche sich eine nachder andern eröffnen / sind an Gestalt und Grösse derweissen Lilien ähnlich / sind auch die Blumen-Blätterhübsch beysammen / doch weniger umgebogen / einerweissen mit roth vermengten Farbe / welche Röthe ingewissen Linien und Strichen etwas mehr heraus schei-net/unddie Blätter nach der Länge theilen; welche/jeälter sie werden/je mehr sie sich färben; das Mitteltheilder Blumen / so wol auswendig als inwendig / ist gelb,licht/hat sechs Fäden/die unten weiß und oben röthlichterscheinen / und sich mit Monden - weise gebogenen sit-tich-grünen Gipfeln enden; der mittlere Faden hat keinKnöpflein/ist aber gefärbter und langer als die andern /blühet im September. Der Stengel ist rund/Fingers-dick / und mehr als Elen-hoch / einer grünen / doch mitdunckel-roih vermengten Farbe/ die Blätter sind grün-licht wie an den Lilien/so groß /als wie die gemeinenNarcissen - Blätter; dies« wollen einen Wiesengrundmit etwas Sand vermengt, werden zween oder dreyFinger-tieffeingelegt/müssen nicht ausgenommen seyn/man nimmt ihnen die Brüt allein durch Entblössungder Erden weg.

4. Sind liecht-gelbeNarcissen/diemanLeiis Don-na talla nennet / hat einen subtilern und nicht so rundenStengel / als der obige / der sich etwas krümmet / aberweniger Blumen Herfür bringt / kleiner als die vori-gen / doch in der Färb etwas liechter. Diese zwo mußman nur in grosse Kübel mit magerer und Sand - ver-mischter