Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
823
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Sechstes Buch / Blumen»Garten.

8-z

I.XXV.

ertzenbecher/ivioi/ und Kluic,«.

^y>Erye»Gecher / werden auch sonst genannt?scu6o - I^zrciil, und l'romboni , die habenzwischen ihren sechs Blattern mitten einenBecher/oder hohle Röhren / bißweilen gleicher/biß-weilen unterschiedener Farbe/bißweilen unordentlich/bißweilen aber so artlich gefüllt / als stünden da einDutzent oder mehr ineinander gesetzte und immer sichverkleinerende Einsetz - Becher / haben langlichte Kiel/mit liecht-eisenfarber Haut bekleidet/ sind auch klei-ner und grosser Gattung/die meisten sindgrün-gelb/hoch - gelb / schwefel - gelb / weiß und bleich; wer etwaseigentlicherö davon wissen will / der besehe ?-r. klönck-rolam und?. Terrarium , von welchem jener viel entleh-net. Wann sie verblühet haben / bringen sie in ihremKnopff einen runden und schwachen Saamen/wirdwegen seiner zierlichen Blühe / weil sie zeitlich kommt/in allen Gärten geheegt / sie fordern guten Sonnen-schein/und einen mittelmassigen Grund / werden vierWger-tieff/und einer halben Spannen weit vonein,ander eingelegt / werden auch nicht osst / ausser wannsie bey der Wurden etwas zustarck antreiben/ausge-nommen / gelröcknet/die Brüt abgenommen/ und wie-oer eingelegt.

/Vloi/ ist viererley Gattungen / als die Indianische /die Spanische / die mit Lilienblumen/und der Knobloch-illo!/ mit gelb-grünen Blumen.

Die fremden üioiy wollen guten Grund und war-men Stand /werden im Anfang des Septembers ein,gelegt/können nicht lang ausser der Erden verbleiben/sind theils weiß/ und theils gron / sie blühen meistens imSommer / und wo der Knobloch einmal in denGärten Stand findet / ist er hart zu vertreiben/darffalso keiner sonderlichen Wartung.

Genius beschreibt eines mit einem Oval-massigenziemlich grossen Knopff zusamm gedrungen/ mit kleinenschwartz-purpurbraunen Blümlein; item / eine India-nische Gattung/ mit pmpur- färben Blümlein an läng,

lichten Stielen / wie Narcissen/ aber kleiner/ und nochmehr andere Gattungen. Das Eychstädtische Buchgibt das kiol? istiloiiuiii, mit einer grossen Bürstenvon viel zusamm in einen halben Circkel geordnetenBlumen.

ulcsri , Bisemknöpflein / ist ein Jachzincken- Art /und kommt unter die Trauben Hyacinthen.

Wird auch von etlichen Griechischer Bisam ge-nannt / und darunter wird am meisten gepriesen derfrühzeitige und spate gelbe / der weisse und der llechtgel,be; etliche nennen ihn auch denChalcedonischenTrau-ben-Hyacinth/nemlich den Saffran färbigen / der vonder Mitte des Stengels/ biß oben auf/ alles mit Knöpf-lein einer Trauben gleich bedeckt / welche zu schönen viel-fältigen/ rundlanglichten Blümlein werden / die ausderen kleinen Mündlein einen überaus herzlichen undlieblichen Geruch von sich lassen.

I^odelius nennet ihn Oipeacii (5l,a !ce6onicum LeIkalorum : Wie ihn auch die Holländischen Gärtner vipcacii zu nennen pflegen. Hat einen edlen und an-muthigen/ doch süßlichten Bisem-Geruch/ ist bißwei-len dunckel/ schwach-blau/bißweilen etwas liechter/röselicht/ossr schnee-weiß/osstPerlen-farb/mit grös-sern und kleinern Knöpflein / bringen einen rundenschwartzlichren Saamen / der Kiel ist länglicht undweiß / mit vielen Einfassungen / wie der gemeineZwiebel / mit vielen abHangenden lebhaffren Wurtzen/blühen etliche früher und etliche später; man legts«ine halbe Spannen »liess ein / und Spannen-weitvoneinander / wollen guten Grund und mittelmässi-gen Sonnenschein/ werden auch selten ausgenommen /ohn wann sie zuviel Brüt haben/man muß ihnen sol-che erst nehmen/wann sie wol trocken worden sind/undauch die übrigen mangelhassten Wurtzen / und sie dar,ausbald wieder einlegen. Wann man ihnen zu Zeitenfrischen Grund beybringet / so blühen sie desto MM'und lieber.

l.xxvl.

-arcissen.

ezfpsruz Lzuklinuz in seinem ?'msce T'kcstriI Lor-mici 1671. zu Basel gedruckt/ zehlt etlichund neunzig Gattungen der Narcissen / ein-fach und gefüllt/weiß/gelb/roth/mit grossen und kleinenKelchen / und so fort / früher und später blühende / mitbreiten und schmalen spitzigen Blättern ; die vonpo, aus Engelland; item/Narcissen mit Rubin-rothenKelch genannt. Daher es ein verdrieß-

liche Arbeit wäre/alle zu erzehlen. Will allein von denvornehmsten und schönsten Meldung allhie thun/weilvon den Mertzenbechern und irombom, die auch Nar-cissen-Art sind / schon oben angeregt worden / wie auchder Tazzetten mit nächsten gedencken will.

Die gemeinen Narcissen wollen freye Lusst unterder Sonnen / magern und sandigen / doch feuchten mil-den Grund / mit etwas durchgeworffenen Kalchsand

von alten Gebäuen vermengt; doch wollen die fremdenund edlen ein bessers Erdreich / aber ungedungt.

Die Constantinopolitanische Narcissen ist weiß/ge,füllt / etliche Blumen an einem Stengel/inwendig miteinem gelben Kelch.

Die Raguscrische aus Dalmatien wächst noch HSher / und hat auch eine grössere Blume/drey / vier/oder aufs höchste fünss an einem Stengel / find fast inunserer dicken / die wir mit einem gelben oder Schar,lachfarb-gebrämten Saum , oder mit einem weiß-blätterichten Würffel auf der mittlern Cron / ha-ben. ^ ^Etliche werden genannt die gehörnichten / tns sindgrosser und kleiner Art/haben m der Mitte gelblichteubersich - steigende Blätter / die einem Horn in etwasgleichen.

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