Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
821
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Sechstes Buch/ Blumen-Garten.

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Der l'ulsiZwiedel fordert / nachMeynung/ einen mürben/guten und mit Schaaf-oderKühe-Mist gedüngten Grund/ der nicht gar zu viel ander Sonnen siehe / sondern etwas entfernet sey / sosoll er einen starcken hohen Stengel und viel Blumengeben ; in emrr festen dürren Erden wird der Kiel ver-derben.

Artlich ist / daß die Blumen/ wiewol sie abwärtshangen/dennoch auf den Boden eines jeden Blats einTröpflein klares und süsses Wasser haben; laiubri cio-cumcnto festere lackr^mis ctiam coronss, davonbey^ansraim s.Buch ^ncjrca, >jsrianus folgeM'sOittickon setzet:

8/cleribuzKc>rcsinkicnt, ut8^6crzlambant»kehiicio tcrraz, ro» meuz uncle venit.

Der Königliche Holländische Gärtner soi. 7s. sagt/man finde von diesem Gewachst rothe / bleichrothe/weisse / doch gar selten / gelbe / doppelte / geschäckichteBlumen/ mit breiten und schmalm Stielen/ auch zweyReyhen übereinander.

Nach der^Klühe kommen eckichte Häubter / vollplatten röthlichten Saamens/ sie treiben bißweilen cxlusu ^Isturse .wie einen doppelten Stengel / und brin-gen doppelt so viel Blumen/ als die andern/ das folgen-de Jahr aber blühen sie wieder einfach.

Sie wollen ein gutes Land. Her: Lauremberg will/man soll einer Hand breit tieffer/ als die Kiel liegen/Schaaf-und Küh-Mist unterbetten/und Erde darauf/daß ihre Wurtzen allein den Mist erreichen mögen / sowerden sie stärcker treiben und blühen/auch mehr undgrössere Blumen aufsetzen; sie will mittelmässigenSon-nenschein/ und gute leichte Erden/werden einer halbenSpannen-tiefundGpannen-weit voneinander einge-legt / wiewol man sie meistens hin und wieder an dieEcken und Spitzen der Bettlsin zur Zierd am bestenzertheilet/daß ihre gegeneinander wolges-tzte Ordnungdem gantzen Garten ein desto besser Aussehen gibt;manmuß sie ( weil ihr Kiel zart und gleichsam unbekleidetscheinet) nur allein ausheben/wann sie gar zu vielBey-satze machen / welches man den Sommer durch an denNebenschößlein erkennen kan / damit man die übrigeBrüt abled ige / und diß geschiehet im September/wirdaber gleich wieder eingesetzt; oder will man sie ein 8.Tagaustrocknen lassen/ mag man sie in ein Papier wickeln/und in einer Schachtel verwahren ; die Sonne lieben

sie nicht zu viel und daurev im Schatten länger/ sie blü- doch nach dem ioci früher und später / dörffen kei-

hen im April und May

Her: Joh. Georg Schiele in seinem neuen pracncir-ten Blumengarten Kl. 109. sagt / man soll diese Kielnicht zu den Tulipen legen/ weiljene einen magern / die-se aber einen guten Grund erfordern/ will auch /wideranderer Meynung/man soll sie an der Sonnen / undnicht im Schatten stellen; die unträchtige Stengel sollman fleissig und beyder Erden abschneiden/sonst wirdsich der Kiel nur vergebens und ohne Nutzen mit sei-nem Saffr in sie eingiessen/den er sonst zu seiner Ergrös-serung besser kan anwenden. Wann man sie (wie di<Tulipen) ansäet/bringen sie offt andere rare FarbenHerfür.

I.surcmbcrzius sagt in seinem Hpparatü ?lants-rum lib. I.cap. daß zu Constantinopel solche Blu-men mit drey Reyhen gefunden werden.

In mstrici5 s>r»foci,l!onc( spricht er weiter ) klulic»rcs katzv« kocscLticlo öuldo utuntur, uclmovcntcsnaribus in sscentu, Klintcrioribu» in prol^psu. DerKiel ist oben hohl/ darauf mußeinReb'Blat gebundenseyn, wann man ihn einlegt / daß die Nässe nicht ein,sitzen und der Kiel verfaulen möge.

^ I.cucojum bulbotum, ist auch eine von den erstenFrühlings-Blumen / ist grosser und kleiner Gattung/sonderlich das i'r/ptliiion, wiewol es eigentlichere sa-gen 6.Blatlein/zwarnur drey schneeweisse längere/aberdrey kurtze/mit einem grünen gestreissten Hertzlein be-zeichnete/ und wie eine Cron stehende Blätlein hat; istein holdseeliges Blümlein / das auch in den Wiesen zufinden/und mit seinen schneeweisen Blätlein mit demnoch liegenden Schnee einen Wettstritt hält/ als woltees denselben hiemit beurlauben/und mit ihren grünenBlätternden ankommenden Frühling empfangen undbegrüßen; wird auch Schneetröpfiein genannt / hat ei-nen schwachen und der Kornblühe gleichenden Geruch.Das andere mit sechs Blätlein weiß und unten mitgrünen Nägelein/stehet auch in den Wiesen/ hat einenlieblichen Veyel-Geruch. Das dntte wird nur in denGarten gefunden/ hat gleich weisse und nnt grün untenbesetzte / aber mehr - blätteriche und gefüllte Blumen/diese beede blühen etwas später als die erste / könnenaber ziemlich dicht ineinander / sonderlich die erste Gat-tung / geseht werden/ lieben feuchten Grund/und setzenihre Kiel hauffig zu/ tragen auch allesammt ihrenSaa-men / dadurch sie ohne viele Mühe und Sorge mögenfortgepflanzt werden / und darff man sie selten auS-nehmen ; wachsen an der Sonne und im Schatten/

ne grosse Wartung.

Cx?. I.XXIV.

alkum, cmemum, marinum Lc?er/icum.

Je weHe K.ilien ist ein bekanntes / doch wegenihres angenehmen Geruchs und vielfältigenGebrauchs willen / in den Gärten ein nicht un-achtbares Gewächs/sonderlich wird die Byzantinische/gefüllte/als eine rare Blume hoch gehalten/derenBlät-ter aber sind so dick ineinander gesetzt / daß sie oben amSpitzen kaum zum Aufblühe» kommen / sondern mei-stens geschlossen bleiben.

I. Thcll.

Sie müssen nicht lang ausser der Erden bleiben/sondern nach etlichen Tagen wieder eingesetzt werden/wann man einen Lilienstengel mit derBlumcn abschnei-det / und gleich in einen feuchten Laim stecket / so bleibtdie Blumen länger; blühen den Sommer durch/damitman ihrer desto länger gemessen kan; sie mögen gutenGrund wol leiden/wann nur keineDung darzu kommt/werden selten ausgenommen / ausser wann sie zuviel

Lllllij

Brüt