Sechstes Buch/Blumen-Garten.
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^Fisteln und fliessendeGeschwär; der zerstoßene Kiel mitSchwemen-SchmeerausdieGeschwulstengelegt/ver-treivet sie; die Rinden von dem Kiel eines O.uintelsschwer in Wein gerruncken warm istju den Haknwin-den ein gewaltiges Mittel.
«Hundszahn / L)ens caninu» , ist auch vielerleyGattuugen/Hat metstensPurpurfarbe/bißweilenauch /aber stiren/ weisse/ manchesmal auch leibfarbe Blu-men/ist sonst ein dauerhajstes Gewächs/Hat nicht mehrdenn zwey oder drey breitlichte/rothgefleckte Blätter/gegen der Erden gebogen/ daraus der Stengel die nie-derwärts Hangende Blumen treibt/ muß jährlich/ oderwenigst im dritten Jahr/ ausgensmmen/vnd bald wie-der in frischen Grund eingelegt werden« ^
Andere nehmen allzeit ums andere Jahr die Mlaus/man lässet sie aber über zchen oder zwölf Tage nichtausser der Erden / und legt sie bald wieder ein ; es istauch(wte der Holländische Gärtner fagt)eine leibfarbeund gantz rothe Art/ die Blumen haben gefleckte Blat-ter/und blühen im April/ dauren aber nicht lang'undvergehen vsst noch im April/die Blätter aber im May/also daß man hernach das gantze Jahr nichts mehr vonihnen sihet; hassen den Schatten/ und lieben dieSvn»ne/ und gute sandichte/ doch vermischte Erden ; imJulio verfetzt man sie/wollen wenig beaossen seyn/weilsich der Fäulung zu besorgen; der Kiel istlanglicht/vbenschmäler als umen/ treibt meistens nur einBlat/ undhat unten noch etliche Wurtzen am Kiel.
c^p. l.xxil.
Hyacinthen und jonquiii«.
l) T'isnotKcusvonRoll zehlt deren dreyssig/ 8ckwcr.K- - liuzübervierzig/öaukinu8 aber über sechzigerleyGattungen/ ist eine holdselige schöne und wol-riechende Frühlings-Blume/ist/wie t-cr^rms sagt/gleichsam ein anderer Vcnumnu», in so vielerley Ge-stalten und Farben und Libereyen verwandelt sie sich;die Orientalische Jachzincken werden die genennt / dielanger und grösser an Kraut/ Stengeln und Blätternsind/ und die meisten Blumen haben/ und sind dennochdiese zweyerley/als diegrossen und mittelmässigen; et-liche sind mit doppelt ineinander steckendenKelchlein ge-füllt ; etliche auch mit zimlich dickgefüllten Blumen /aber an der Zahl der Blumen geringer/ weil sie offt nurdrey oder vier Blumen an einem Stengel zeigen: tt/z.
cinlkugkcllsri», )^codsruz, .omolus, »ummnalis ,öv?-mnnus, deren kmanuei 8vvcrtiu8 gedencket; etli-che sind einfach/ hoch -dunckel-und liechtblau / Him-melblau/ Schneeweiß/Silberfarb/ weiß mit Rosen-farber Liechten vermischt/ Fleischsarb/ gantz leibfarb;zwiefärbige von dunckelblauerAschensarb/dunckelgrü-ne/ liechtgrüne/dunckelbraune/ Violbraune und Haar-farbe mit Himmelblauen und Veyelbraunen Knöpf-fen/ und verandern sich noch in mehr Farben.
Wie diese unterschiedene Gattungen an ihren Kie-len zu erkennen/ kan man besehen ? f-rrarium iik. 2.csp. 4. welches ich/ Weitläufigkeit zu vermeiden/all-hier unterlassen anzuführen.
Ich will hierinnendes p.k?snmwi°e Abtheilungenfolgen / damit eines und das andere Wartung destobesser möchte unterschieden werden. Der setzt allzeit diejeniqen in eine Ordnung / die einerley Wartung be-dörffen.
In die erste Reyhe setzt er die frühzeitige weisse / miteinem GranatenfarbigenKelchlein; die frühe Himmel-blaue/ der Türckifche wolriechende/die Aschenfarbe/die frühe Veyelbraune / die hock) - Veyelbraune mitrund-gebogenen Blätlein/ die Veyelbraune fleckichte /dieRöslichte/ die doppelte Himmelfarbe/und die ge-füllte hellblaue; diese alle wollen eine sonnichteStelle /und gute Wiesen-Erden/ sollen eines halben Schuhestieffund soweitvoneinander geseht werden/im drittenJahr hebt man sie aus / die junge Brüt davon abzu-sondern / thut die alte Erden weg/ und gibt ihnenfrische>. Th.ü
In die andere Ordnung stellet er die weißen / dieam ersten zeitigen / die fpate weisse Orientalifche/ dieviel blätterichte Violbraune/die spate leibfarbe/ die vielBlumen tragende Himmelblaue / die doppelte grüne/die Traublichte / die Cypressenförmige/die weisse Nie-derlandifche die Spanische spare/ und die gefärbtehaubichte; die weisse frühzeitige will einen Grund undStelle/ wie die vorigen/ wird / alle Jahr/ so bald dieBlatter welcken/ ausgenommen ;dis fordert auch dieviel-blätterichteVeyelfarbeund fpate fchön-leibfarbe/die doppelte grüne hat lieber Schatten als Sonnezbe-sihe daselbstweiter.
Der Indianischen Hyacinthen sind auch zweyerleyGattuHen/die erste ist die Peruanische/ diese bringt anihremStengel einegrosieTrauben/die in sich eine gros-se Menge Knöpflein hat / und indem sie sich besondersaufthun/ gleichsam die Gestalt einer halben Kugel mitSternlein fürstellen/ welche Anfangs in weisser Färb /theils Himmelblau/ auch leibfarbia/meisten aber mitsechs Blätlein/ die inwendig liecht-Veyelfarb mit klei-nen fornen gelben Tüpflein besetzten Fäserlein/ und inder Mitten einen Himmelblauen unten breitlicht undoben spitzigen Knopff/ darinn der Saame wächst/aus-wendig aber sind die Blätlein der Blumen in der Mit-te mit einem grünen Strichlein/ der Länge nach/abge-theilet. Diese Blumen gehen nach und nach aus/ undfangen von unten an/ wollen rogelenWiefen-Grund/und mehr Schatten als Sonnen/man setzt sie vierFin-gertteffund Spannenweit voneinander/ und weil siesehr zusetzen/hebt man sie Zährlich aus der Erden/ sievon der übrigen Brüt zu befreyen.
Die andere Indianische Hyacinth ist der nunmehrwolbekante wolriechende T'ubcrolo, davon folgendsim 82 Capitel soll gehandelt werden.
Will man die Hyacinthen vom Saamen bauen /muß man sie von den schönsten Kielen/ die mehr als ei-ne Blumen trafen/ und davon die andern zeitlich abge-schnitten/ und nur eine geblieben ist/ nehmen wann derSaame wolschwartzistso sammle ihn imSeptemberoder October/ hernach nimm gute Krautgarten-Erdenin ein Geschin / säe den Saamen gar dünne / und laßihn zwey Jahr also stehet»/ bis die Kiel etwas ansanqenzu wachsen/müßen bisweilen begossen/ auch vorHitzund Kalte beschirmet seyn/man muß ihnen auch oben- l
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