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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
818
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Des Adelichen Land-und Feld-Lebens

der Erden/und vier vvneinander/wird nicht ausgenom-men / ausser wann man ihm die Brüt abnehmen will /aber bald wieder eingelegt.

kios I jZri !i,. ist ein fremdes bey uns unbekanntesGewächs/ kommt aus Mexico und Neu-Hispanieh/l.odciiuz schreibt / es habe schmale lange Blätter wiedas andere Kielwerck/ so aus einen schwartzllchten Kielaufsprossen/ die Blumen sey gelb/mit vielen unordent-

lich untereinander gemengten rothen Tüpflein/ derStiel / der durch die Blumen hinaus dringe/sey emerlieblich-rvthlichten Farbe, Also meldet i.ot>eiius, seysie ihm von seiner guten Freunde einem / /«Kanne äsörsncion.mit lebhafften Farben abgemahlet/überkom-men. Ehe die Blume ausschläget/wickelt sie sich lang-licht unten breit und oben spitzig zusammen/ wiedergrosse Winderling.

cx?. l-xxi.

kriullaria, <^!aciio!u8,

^ikitülanz, oder (Zzvisns , und lUelcaZti'L. wirdbey uns mit grossen Fleiß in die Gärten gebracht/bey Orleans, kocticiicund in den pyrenzeischenGebürgen wachsen sie von sich selbst;dteBlumen habenmeistens 6/ bisweilen 8/10/14/18. Blätter/ nachdemihnen der Grund zuschlägt/ doch ändern sie sich des fol-genden Jahrs/ und blühen wieder wie vorhin/ ist nurein l^ulu, luxuriantis Natur»; sind vielerleyGattun-gen/ die so genannten Sammetblumen/auch gelbe undttaccara- färbe/sind (wie der Holländische Gärtnersagt) etwas rar/ wie auch die doppelten/bunten/weißund schwartzen / auch grünen/ Otterfarben oder Vi.

pcrin.

Die grüngelbe/ welche äquitanics genennet wird /kommt etwas spater denn die andern; item diegelbe mitrothem Flecken/ und die kleinen schwartzen.

Es ist auch eine Art der knniiarien, die gefüllteBlumen bringet. Item viel an einem Stengel; itemeine kleine Gattung i etliche an einem Stengel / de-ren kmsnue! 5ckvve«iuz in seinemBlumen-Buch ge-dencket.

Die raren muß man des Winters einsetzen/sie be-kommen besser in Geschirren/ als in der Erden.

Nach der Blumen folgt ein dreyecklchter Knopff/ohne Krön / zimlich länglicht/ voll glatten rvthlichten ^Saamens; der Kiel ist klein/ rund und weißlicht/mit ei-ner erhobenen Linien/wie in zwey Theil abgesondert/und dort / wo der Stengel auswächset/ etwas erhö-het.

I-gurembei^ius will m Hpparatu plsntzrum , diekriti Ilarien-Kiel sollen überzehen oder zwölssTag nichtausserhalb der Erden in der Lusst gelassen werden; umSt. Jacob» nimmt man sie mir dem andern Kielwerckaus / müssen aber/ wie gedacht / ehist wider eingelegtseyn; dieses erfordern auch die weißen Lilien/ und das

i^arraZon.

Die Blumen lieben mehr die Morgen-und Abend-als die Mittags - Sonne / daher sie auck für übrigerSonnen-Hitze zu verwahren/ sind auch spate und frü-blühende / sie faulen alle leichtlich/ daher sie mit keinerDung oder fetten Erdreich zu bewirthen.

Hingegen schreibt fcrrarius üb. z. c, 8. Soli pinzui-tUljine, Likus opac'tat?, riecnon tempcstivZ pcr zM.vos fervorcsirrizatione cicle^sntur.werden Z. Finger

tieff in die Erden / und so weit von einander eingelegt;wann man sie ausnimmt/wegen derBeysätze muß mansie bald wieder in dieErde bringen.

Sie werden alle Jahr ausgenommen/wiewol etli-che einer andern Meynung sind/ theils thun es nur umsander und dritte Jahr / im Junio / wann das Kraut

eingezogen ist/ müssen an einem kühlen feuchten Ort li-gen/ und über ein Monat nicht ausserhalb der Erdenbleiben.

Herr I.aurembcrzius erzehlet in seinem Apparat»?lsntarum lib, I. c 8- es sey ihm von einem in derckx-miü erfahrnen Edelmann dis expenment gesagt wor-den/ daß die gefchäckichten Purpurfarben t-rmiiari.Blumen/ ausgebrannt/ein Wastergeben/damit mandie Sommerflecken/ oder wie mans inOesterreich Heis-set/Gugucksprecklein/ vertreiben kan;und setzt hinzu/daß eben dieses die .«ywitz-Eyer vermögen/wann mansie hart siedet/ den Dotter wegthut/ das Weisse hackt/und einWasser davon zu diesemGebrauch ausbrennet/sowol auch/wann man dieseEyerschalen zMschen bren-net/ ein Master so lang daraufgiesset/ bis das Salhausgezogen/und sich damit wäschet/soll alle Sommer-flecken des Gesichts vertreiben.

(Zlscliviu». Schwerdel-Lilien/ also genannt / wegender/wie ein Scdw erdt geformten Blätter/sind von vieroder fünfferley Farben/als Purpurfarb/welche diege-meinesten/weiß/ leibfarb und kleine/ diePfersichblühe-färbig sind/habe alle einerley Laub; sind auch etliche/diezwiefache Blumen-Reyh auf einemStengel haben/diegar Schneeweißen sind die allerseltzamsten/ die ausCandia ist so hoch roth, daß sie gleichsam schimmert/be,darffsonst keiner absonderlichen Wartung; die gemei-nen setzen also zu/ daß sie oftt (wann ihnen nicht geweh,ret wird) einen gantzen Garten ausvagiren; wollen kei-nen steinichten/harten und festen/ sondern einen leichtenund wolgearbeiteten Grund / die Erden/ wie sie in denguten Wiesen zu finden/ taugt ihnen am besten.

?. Kianäiroli, gedenckt auch einer PersianiscbenZwiebel-Schwerdel/die aus ihrem gar kurtzen Stiel z.Blätter Himmelblau-dunckelbringen/ die sich umbie-'gen/und in der Mitte mit einer Saffranfarben/auch ei-ner Veyelbraunen Linien durchzogen sind/ die übrigendrey Blätter in der Mitten/ sind gantz gleich und liecht-blau/die blühen gar früh/gehört aber vielmehr unter dieI ri6es; und auch einer aus Portugal! und AnadalusienkommendenZwiebel-SchwerdelmdieBlumen bringenzweyerley Farbe/ etliche dunckel Himmelblau/und etli-weiß Milchfarbig.

svvertiuii beschreibet eine gar grosse Schwerdel-Art/so von dem promvntorio bon?8pci herkommen/mit röthlichtoder Carmosinrothen leibfarben Blumen;der Kiel ist groß/breiter denn lang/ zusammen gedruckt/allenthalben benetzt/ und unten mit kleinen Wurtzelnversehen.

Der gepülverte Kiel stellt das Blut; mit Fuchsfett/Kra fftmehl und Efjig dis Pulver gemischet/ h eilet die

- Fisteln