Fiinfftts Buch/Kuchen-uno Artzney'Garttn.
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und trocken lassen; etliche bleiben lang / etliche abernicht. Tue Eberwurtz soll auf40. Juhr dauren/wie sichoann auch beede Lhristwurtzen sehr lang halten; Tau-jendgüldenkraut wahret 12. Jahr/Hohlwurtz S.Jahr/Schellwurtzz.Jahr/AlantMirtz2. Jahr / Stickwurtz1. Jahr / und der meiste Theil der Krauter wahret nichtüber drey Jahr/was drüberist/ hat keine Krafft; dasübrige mag man bey den Apotheckern und ö^anici»erkundigen.
Sonsten werden die zur Artzney gehörige Kräuter(nach der ästroioZorum Meynung) am süglichsten ge-sammlet/ kurtz vor Aufgang der Sonnen/wanns begin-net liecht zu werden / weil sie noch den besten balsami-schen Thau bey sich haben; wiewol etliche solches wi-dersprechen.
Im Zunehmen des Mondes sind die Krauter / undalle Dinge (sonderlich die Phlegmatischer Art sind )völliger und feuchter; aber im Abnehmen/in ihren ei-genen Qualitäten reiner und gesünder.
Alle Kräuter werden am besten gesammlet und pr-e-jzarirl in den Aspecten der Planeten / dessen Eigen-schafften sie haben ;nemlich warme und feuchte/ itemzu Lung und Leber dienliche in Jupiter ; kühle undfeuchte / doch dabey etwas zarte in der Venus ; kalteund trockene/ item Wund-Kräuter/ in Sextiii Jupitersoder in seinem 'lnZono dem Haupt dienlich imkiercurio, warme und trockene / wann sie nicht vergiff-tet/ oder nicht gar scharffbegehretwerden/ in 8ext>iioder 1 riZuno 8oiis, will man sie aber scharffhaben/ im
Klarte.
Die Wurtzen sind kurtz vor Ausschlagung derKrauter sehr safftig/ doch mit groben PhlegmatischenFeuchtigkeiten angefüllet. Wann die Krämer ausge-
schlagen/ sind die Wurtzen sast krasstloß; wann aberdie Frucht und der Samne / gezcttigerhat/ bedürftensie ohnaefehr einen Monat hernach/ sich wieder zu er-holen/ und da scheinen sie in ihren Spcci6ci5libus am stärckesten/das trifft ein/vom Ende des ^ugu-l!i biö in den halben ^eptembrig. und hat/ svnderuchvon den Lontieii-moncn, darunter die Krauter/ Ge-wächse und Wnrtzen/nützlich zu sammle« sind/Her: 0.lZznKuiomTus Carrichter/ weyland Käufers KUximi-li^ni tl HochlöblichsterGedachtuu6/Hof-^c<jicu«.viel denckwürdige Sachen geschrieben / dahin ich dencurwsen Leser will gewiesen haben.
Die jenige irren/ welche die Artzney-Kräulerin diefreye Lufft aufhangen / dann sie werden vom Staub /Spmnenwebenund Fliegen-Geschmeiß verunreiniget.-die Blumen soll man nie an der Sonnen/ sondern imSchatten ausdörren/ nicht weniger um Mittage/ oderan einemhohen Ort/weil sie daselbst desto schneller aus-dünsten/ und ihre Krafft dadurch verlieren; unter derZeit/ da sie ausdörren/muß man sie vfftumwmden /daß sie nicht feucht bleiben und faulen/ auch daß sie we-der die Färb noch den Geruch verlieren; wann sie rechtgedönt worden / man sie in irdenen saubern Gelassenoder in Säckeln von Papier verwahret; die Wurtzen,die man zur Artzney braucht/ soll man vor Aufgang derSonnen samlen imJuniv/(wie p.l^ikowskywill.)Ich halte aber dafür / um diese Zeit/ wo die Krafftmeistens außerhalb der Erden ist / sey die Wurtzen amschwächsten/ derhalben besser/ es geschehe dieses imHerbst ; die im Neumonden gegraben werden/dienenbester den jungen Leuten/ die im Mittel-Theil des Mon-des / dem mittelmästigen Alter / und die jur übrigenZeit/den alten Leuten,
cxxvk.
Von der LZ»--« der Krauter.
Ch bin lang in Zweiffel gestanden/ ob ich vondiesem etwas anregen solte / nicht allein/ weilsolche Erkänntnuß mehr einem Kicckco als ve.conomo nothwendig / sondern auch/weil diesekion zwar nicht ingcnere, sondern bey vielen Gewäch-sen nur in lpecie . von vortrefflichen der Artzney Do-ktoren/ und Professoren unterschiedlich behauptet/undgleichmässig widersprochen wird - drittens / weil dietiiZnalurcn der Krauter / vonunwistenden/ wahnsüch-tigen und verwegenen Aertzten offt mit den Haarenherbey gezogen/da doch ihre Wirckungen gantz wider-wärtig mit ihrer siznatur befunden werden / also / daßman nicht weiß/ ob ihr weisendes Natur - Jnsigel/ demTheil des Leibes/daraufsie scheinen zu deuten/ mehr zufliehen oder zu brauchen sey / oder eine gute oder böseVorbedeutung Habe-Die bekannten und lang-bewahr-ten Krauler haben ihr kxamen schon ausgestanden;unbekannte aber und neue/ oder aber auch vorbekannte/zu einem ftemden Gebrauch nehmen wollen/ hat nichtgeringern Fürwitz und grössere Gefahr aufsich/als manglauben kan ; daher ein Haus-Vatter von solchenKräutern / die innerlich des Leibes zu gebrauchen/ ohneRath eines vernünfftigen erfahrnen ^lsclici me einneh-men soll.
Diese dksrsKcre, und Ziznaturen nvn / werdenvon der Gestalt/ Farbe/ Proportion, Geschmack undGeruch genommen / als die Saffran-gelbe Farbe solleGalle / die weisse die zähen Schleim und k>ituitzm »die rothe das Geblüt / und die schwache Farbe die Me-lancholie ausführen/oder die daher entstandene Kranck-heiten abzuwehren dienen ; und dieser Meynung sindvornemlich die dkimici. da auch die Alten wol davongewust und geglaubt haben / wie ?iimus üb. 22. csp. 6.meldet : Sturze proviclcntigm lstiz scimirariample.ZiHuenoncli, pinxcratrcmecka in iloribus,vizocjueipto -mimo8 invitsvcrst, etiam cicliciisauxilia per»miscens.
c.alenuz hingegen und seine Nachfolger vermeynen/daß/der Gewächse Tngenden und Eigenschafften zu er-kennen / auf die Farben und andere zufällige Dingenicht sonderlich viel zu bauen sey / weil offt die Wir-ckung der ausserlichen Zeichen und Anzeigungen gantzentgegen lausten / also/ daß sie offt fehl schlagen als zu-treffen. Wiewol es andere limitiren/ und das für dieSignatur halten/ die von den dreyen Principiis der Lky.micorum herrühren/ und meynen/der Geschmack ent-stehe von Saltz/ der Geruch vom Schwefel/ und dieFarbe von allen beeden/ am meisten aber vom Kiercu-
ric».