De6 Adelichen Landend Fe!d-Lcbens/Fünffteö Buch/ :c
riv, daher wo eines oder das andere vorschlägt / undentweder im höchsten / geringsten oder mittelmässigenGrad ist/ daraus sey es meinem oder dem andern Zu-stand zu apMjrcu oder zu meiden.
Vornemtich aber ist kaljo8ckxpcricnt!z der Ver-mocht - Schluß und Erfahrung vor allen zu beobach-ten / wiewol der letztern am gewissesten zu folgen/ weildieVernunfft ohne Lxpcricn? mehr im Wahn / alsin der Warheit bestehen kan/und ein jeder glaubt/ seinestarckgefassre Meynung sey auf die Vernunfft gegrün-det / deren doch ohne Erfahrenheit übel zu trauen ist;darum sie auch rc^um ommum ^iZZiürs 5unäamcn.lum genennet wird.
Also nun wann die verborgenen oder offenbahrenEigenschafften und Wirckungen der Kräuter zu erfor-schen sind/ ist vor allen die Erfahrung zu beobachten.Die verborgene Kräfften werden allein durch die Er-fahrung erlernet/ die offenbaren aber cx Kations KLxp-ri^ntiÄ, doch ist der ersten wenigeres verändernzu trauen / denn diese ist gewiß/ die andere mißlich.Die Erfahrung zeigt offt etwas/ dem der Vernunfft-Schluß widerstmcht: darum welche Sachen die ks-tion erfindet / müssen solche durch die Sinnen und Er-fahrung gegründet werden; wann diese mit jenem ein-stimmet / sind sie anzunehmen/wann sie das Gegen-spiel zeugen / sind siezuverwerffen/wiederalteHer:Ssdiriu, bezeuget.
Wiewol auch M Erfahrung sehr genau zu beden-cken/ nachdem sie von einem Ort herkommt; sie ist offteine Tochter der Verwegenheit/ und ein eitler Ruhmder Landstreicher/die auf des Patienten Gefahr/ wasihnen einmahl gerathen/ alles liederlich wagen / unddie Zufälle der Zeit / der Lompiexwn. des Zustandesund dergleichen / weniger zu Gemüthe ziehen/ als denGewinn/ darauf ihr einiges Datum gerichtet ist ;darausist aus einemWvlgerathen und Exempel nichtdarum verwegen von des Gewächses Krafft unfehl-barer Grund zu setzen/ sondern es muß öffters wieder-^
holt/ und die Wlrckung beständig und gewiß seyn ge-funden worden.
Darnach muß man das wirckende Kraut/ und dasSubjcÄum, darinn esoperilen solle/ betrachten; weildie Gewächse durch die Zeit der Samlung/ durch dieQuantität/ und von demDrt/ wo siegesammlet sindsehr unterschiedlich / die menschlichen Leiber am Al-ter/ Geschlechte Icmpersment und LvlMtuttoa desLeibes selten zusammenstimmen.
Also ist so wol in der 8iZn»kur, als in der Lxpe.ricnx nichts hauptsächliches / ohn eines guten kicckciRath vorzunehmen / ausser in Erkennung seiner Na-tur/ was man von langerHand her weiß/ was seinerNatur und Icmpcramcnt tauglich oder undienlichist; was die blosse 8iZnamr anlanget / ist derselben /ohne die langbewährte und von guten berühmten wie-ciiciz approbirte Erfahrung/ Übel zu trauen/ dann obsie wol fürgeben / GOTT und die Natur thun nichtsumsonst / welches von niemand gelaugnet wird; sokönnen sie doch nicht beweisen / daß dieselben (-'Ksrs.Äerillimi, die man in den Kräutern mercket/oder diesie ihnen einbilden/ allzeit dem Theil des menschlichenLeibes taugen sollen/ dessen Gestalt sie fürbilden; undhat gleichwol die Natur nichts umsonst gethan / wannwir schon ihren rechten Zweck / aus menschlicherSchwachheit und Blindheit / nicht wissen oder er-rathen können; sonst müssen alle runde Früchte undForm der Kräuter und Baume dem Kopff dienen/ daderen doch vielmehr schädlich als nützlich scheinen -gehöret aber mehr für die Gelehrten / als für dieHauswirthe.
Es sind noch etliche k?<-ckci. die alle Kräuter in diezwölff himmlische Zeichen/ und unter die siebenPlaneten eintheilen; wir wollen aber diesen scrupulosenund gar zu sehr curiosen Materien einem weisen Haus-Vatter weder rathen noch widerrathen/ weil es auchseines Beruffs und Amts nicht ist/sondern wollen diekieckcoi davon nach ihrem Belieben xro Sc contrahzutiren lassen.
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