FünfftcsBuch/ Kuchen-undArtzney-Gatten.
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ViÄoriaiis, Sregrvary/ hak Blatter fast wie dasr^iiium convailium. aber rauch und mit schwachenFlecken besprengt / so wol als auch dttStengel selbstalso scheckicht ist/ wie an den grössern Schlangenkraut,die Wurtzel ist rauhlicht / mit braun-gelben Haarenüberzogen/ hat einen Geschmack wie Knobloch / darumsie auch äilium äipinum und ^nZuinem genennetwird/ wächst hauffig tu den Gebürgen und Stein-Klippen/ hat die Art / (nach z?sttl,i«,ii und vursmis
Zeugnuß) daß sie/ wie der andere wilde Knoblvch/erbi-tzet und trocknet/ und ist sonst demselben am Vermö-gengleich.
Die Berg-Knappen treiben viel Wesens damit,und tragen sie bey sich / die Gespenst und böse Geister(welche sie anihrer Arbeit verhindern) zu vertreiben ;sollen auch die / so sie bey sich haben/ nicht mögen über-! wunden werden.
Kräuter/ die gern an feuchten Grren wachsen.
c»>>. cxx.
Bachbungen/ Bachmüntz/ Bronnenkreß/Egelkraut/ ^ui5-wm.
Lupatonum, Gensmch und Moos-Blumen.
AchbvNgen / Niia! sczusticum änzZallisaqu-,tics, ist ein Kraut das gern an den aus,lauffendenBronnen-Adern / und sonderlich inden feuchten Gräben / die des Winters nicht baldgefrieren / und gemeiniglich neben der Bachmüntzzu wachsen pflegt/ist unterschiedlicher Arten / theils hatliechtblaue; theils auch weißlichte Blümlein wachsen/istwarmer und feuchter Natur / und wird nützlich zurArtzneyund Speise gebraucht/ und weil sie noch jungist/ wie der Bronnenkreß im Salat gegessen/ treibt denStein/ befördert Urinsm K Kisnls», ja auch selbst dieGeburt/stillet die Rothe Ruhr; die Brühe davon / er-öffnet dieVerstopffungen der Leber/vertreibt denGelb-und Wassersucht/ schärffet das Gesicht; mit Essig undButter gesotten und warm übergelegt / stillet es da«Rothlauff und alle andere Geschwulsten; ist gut geges-sen für den Schorbock.
Dis Kraut ist auch gut für die Geschwulst und Rau-dlgkeit der Pferde. Das davon distillirte Wasser ist zuallen abstehenden Gebrechen/ und sonderlich wider denLendenstein und Schorbock nutz und heilsam.
sczuztica, Lil/mbriumsvivettre, wächst gern an Bronn-Quellen und feuchtenOrten/ ist der wilden Müntz gleich / ausser daß sie klei-nere Blätter hat/ und einen viereckichten/ holen/saff-tigen Stengel/ mit vielen von gleichen Blümlein besetz-ten Ncbenästlein/blühen im Iunio und Iulio/ ist auchwarmer und temperirter Natur.
Die Blätter Pflaster-weise auf die Stirn undSchlafe gelegt/ stillen die aus Kälte verursachte Haupt-Schmertzen/ heilen die Wespen - und Bienen - Stich /und Abends übergelegt/ benehmen sie allen Rus/Som-merflecken/ Schwärtze und Rauhe der Haut hinweg/ sovon der Sonnen-Hitz entspringen. Das Kraut mitRettich und Petersillwurtzen klein zerschnitten/im Weinund Butter gesotten/ und warm aus den Unter-Bauchgelegt / hilfft dem verschlossenen Magen heraus; wieauch der ausqepresste Safft über das Haupt undStirngelegt/ den Menschen aus den harten und tiefen Schlaferweckt.
Das von Bachmüntz getruncken / er-
öffnet die Leber/ vertreibt die Gelbsucht / erwärmet denkalten Magen / reiniget und macht wolriechend diefaulen stinckenden Zähne; in die Nas-Löch^ gethan /
reiniget es das Haupt / in diesem Kraut gebadt/ unddas distillirte Wasser getruncken/heilet die innerlicheBrüche.
NronnenLreß/ I4aKuktium squaticum, wachst beyallen frischen Bronnen-Quellen und Wasser-Adern/ istam besten gefammlet vor Eingang des Lentzens / weiles damals am zartesten / und noch von dem laichendenUngeziefer nicht verunreinigt wird / werden mit Zuckerund Essig treffliche gesunde Salsen daraus zur Tafelbereitet; ist sonderlich denen bequem/ welche zur Dör:-auch Lungen-und Lebersucht geneigt sind / treibt dieWurme/und macht harnen/ vertreibt die Husten unddas Keuchen / doch ist es massig zu gebrauchen; seineWirck
übrigen Wirckungenmagman in den Krauter-Bü-chern suchen.
tLzeltraue / dlumulsris, (cntumrnorlzis, ein ge-meines in allen feuchten Wiesen/ Aengern und Gras-Gärten bekanntes und gewöhnliches Krautlein/ist einertemperirten und gemässigten Eigenschafft/ zieht zusam-men/und heilet zu. DasKräutleingepulvert wirdvonden Schäfern mit sonderbaren Fleiß den Schafen un-ter die Lecken gethan / und soll ihnen zur Gesundheit /und Abwendungen allerley ihnen zufallenden Gebre-chen wol dienen.
Das Pulver dieses Krauts in gestähltem Wassergetruncken/ heilet die Brüche der jungen Kinder/imWein aber / die rothe Ruhr und andere Durchlauff/starckt das Gedärm / stillet dasBlutspeyen/ 8ciium nimiv8 proku vios, heilet die Geschwär der Där-mer und Lungen.
Das Kraut zu einem Pflaster gemacht / heilet diefrischen Wunden / und der Wein/ darinn die Blättergesotten / wie auch das Wasser/ zu welchem das Krautim Majo und Iunio / wanns mit seiner gelben Blüheam trächtigsten ist/ gesammlet wird. Äiß Kraut kansonst die Kälte / Frost und Schnee gar wol leiden/ istein gewisses und warhafftes Experiment zu der Brustund Lungen äusserlichen und innerlichen Mängeln; dasKraut in"ÄZein gesotten / und täglich gebraucht/ zer-theilet und führet aus alles geronnene Blut / so vomZerknirschten / Fallen oder Schlagen sich versammlethat/ taugt zu allen Wund-Trancken ; das Pulver mitZucker vermengt / ist gut vor alle alte Husten/ wie auch
zu den Kranckheiten der Lungen.