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Th. 1 (1716)
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720
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Des Adelichen Land-und Feld-Lebens

gebrauchen. Das noch grüne Kraul samt der Wur- ^ Lob hat; zu einem Pflaster gemacht/und auf denBauch

tzengchacktv im Wein gebaisst und ausgebrennt/ istzu allen erzehlten Zuständen gut / sonderlich zur In-tention«-Zeit ein gut erslcrvativ , und hat in einer! Summa all« Ggenschassttn und Tugenden der 5n-

Kelic».

kiyrtille , Hetdelbeer / Vltis haben ihrenliebsten «nd bequemsten Stand in den Bergen undWaldern/davon sie von denBauren und gemeinenLeu-- ien zusamm qeklaubt/aufdie Märckte gebracht/verkaufti und von den Leuten genossen werden/ kühlen im Svm-Z merz und löschen den Durst wiedie Erdbeeren/sind da-! bey einer sdlicr<>5es'cjen und trockenen Natur / dochstärcken sie auch den Magenzdie frische und dürre Bee-hren werden wider die rothe Ruhr und andere Bauch-flüsse gebraucht; die Farber gebrauchen den Safft /Garn oder Leinwath damit dunckelblau zu färben.

n?od«!g-er/ Lruciats, oder kleiner Enzian / wirdauch von etlichenCreutzwurtz und Speerenstich/ wegender durchstochenenWurtzen/genennet/wachsen gern inden grasichten Bergen/wie auch an den Strassen/ undandern unerbaueten Orten mehr.

Modelgeer hat gleiche Eigenschassten mit der En-zian/ daher es auch wider die inscüion, Gisst undalle Bisse und Stiche der gisstigen Thiere / ein grosses

gelegt/tödtet es die Würme; die Wurtzen in Wein ge-legt und davon getruncken/ ist es (nach LsmersiiiZeugnus) den Wassersüchtigen sehr nützlich.

Es wird auch für ein absonderlich gutes Wund-krautgehalten/ allerley Brüche und Schaden damitzuheilen / darzu man das Kraut/Pulver / Wasser/ oderSasst/welches am füglichsten zu bekommen / nehmenkan. Sie reiniget auch das Geblüt von den dickenSchleimen / die Min den Blut-Adern befinden undanlegen/ erleichtert das Hinfallende/ treibt die ötentc,,und zertrennet die zähen ?K>-Zmska.

Dis Kraut wird in Ungarn 8.i.»cks>ai Kraut ge<nannt/ weilen / als zu Zeiten des heiligen l.-6isiaidie Pest in Ungarn starckgrassirte/hab erGOtt auffreyem Feld hertzlich und andächtig gebeten/daß/ wanner mit dem Pfeil in die Höhe schiessen würde/ auf wel-ches Kram der Pfeil ligen bleiben würde/ dasselbigesoll für die London Hülsse leisten / so sey es auf dieLruciaram oder Modelgeer gefallen/ und damit seyenalle die jenige/ so es gebraucht haben / von der grau-samen Pestilentz entlediget worden/ wie c-roiuslius in 5iomenciöt. ?annon. bezeuget; diß ist auch eingutes Wund-Kraut/ allerley Brüche und Schäden zuheilen.

cxix.

AufGebürgen : kk°cii». Schwalbenwurtz und

Rosinwvryen/ wächset zwariV am liebsten auf den höchsten und gähen FelsenundGebürgen/dasiekaumsoviel Grund hat/darum sie hassten mag; nichts destoweniger abernimtsie auch in den Garten an schattichten Orten allenthal-ben für gut; ich halte aber wol dafür/ daß sie an Krass-ten etwas geringer sey.

Die Wurtzen ist / weil sie noch frisih/ aus und in-wendig weis-grau/ wann sie aber dür:/ wird inwen-dig roth/ ist gantz lebhasst/ und kan man sie / wann sieschon etliche Wochen ausgegraben worden / dannochversetzen / und spriesen machen; ist/nach?ucKliiMey-nung/ warm im andern Grad/sonst aus subtilen Stü-cken zustimmen vermengt.

Ihr Geruch/ sonderlich der Wurtzen/vergleichetsich den Rosen/daher sie auch massig ciizcrirt und ver,däuet/ wird mit Rosen - Wasser zu einem Pflaster ge-macht/und wider denHauptwehe auf die Stirn undbeede Schläfe (nachdem es die Roth erfordert) gelegt/wann der Schmertzen von der Hitz kommt; ist aber dieKälte Ursach/ kan man Rosen-Oel nehmen/oderWas-ser von Majoran; soll sonst mit den Rosen durchauseinerley Vermögen und Krasst haben.

Gckwalbenwuryen/ Hlclcpis,, Vincctoxicum,»irunclinsris, wächset gern ausBergen/Hügeln undandern dergleichen dürren und felsichten Orten/ auch inden Wäldern/im rauhen und sandichtemGrund/ thutdannoch in den Gärten auch gut / daher sie auch mitFleiß darein gesetzt wird.

Ist warm und trocken im andern Grad / verdäueteröffnet und zertheilet/widerstehet auch allem Gisst;

mit rothen Wein eingenommen / vertreibt es alleGrimmen und Schmertzen des Gedärms/ also auchgetruncken/ist sie gut vor gisstiger Thiere Biß; wannman viertzig Tag nacheinander alleMorgen anderthalbQuimel schwer dieses Pulvers / im gesottenen Waßervon Cardobenedicten trinckt / heilet es die wüthigeHunds-Biß/ und bewahret für der Pest; mit Sauer-

ampsser-oder Ochsenzungen-Wasser em Quintlein dißPulvers gerruncken/hilftt dem Hertzen aller Gebrechenab / sonderlich wann man den Tranck mit ein wenigCitronen-Saamen vermischt.

Der Wein / darein die Wurtzen erstlich eine gantzeNacht eingeweicht/hernach ein Drittel desselben einge-sotten/ und etliche Tag nach einander getruncken / ver-treibt die Wassersucht; doch muß man gleich nachein-genomenen Tranck/wol schwitzen/lasst die Geschwulstnicht zum Hertzen kommen / sondern treibt sie an denSchenckeln und Fußsohlen weg/ wie solches offtmalsdurch Erfahrung bewähret worden; eben dieser Tranckist auch gut wider die Gelbsucht.

Dis gantze Gewächs/weil es in der Blühe ist/ge-hackt/ in guten alten Wein eingebaisst/und ausge-brennt/ heilet / getruncken/ alle inwendige Verfeh-rung/ auch/auswendig mit einem Tüchlein aussgelegt/alle Wunden der zarten Gliedmassen / auch alte fauleSchaden.

Die übergelegte Blatter heilen die bösen Geschwüreder Brüste und der Mutter; die Wurtzen im Wassergesotten und im Bad gebraucht / stillet voiore,tis , Kc Menses provocst; die Wurtzen mit GrgSiWasser getruncken/ tödtet die Würme.

ViHo^