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Th. 1 (1716)
Entstehung
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719
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Fünffrcs Buch/Kuchen-lind Aryney-Garten.

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nern oder Jägern der grossen sclsichten Gebürgen undKlippen/sich überreden laßen würde/ daß diese Wur-tzen solte Gifft seyn/ weil ihnen die Erfahrung das Wi-derspiel bezeuget.

Die Gamsen-Wurtz ist warm und trockner Natur/wie i'abcrnTmuntZr>u8 bezeuget; die Wurtzen wirdgebraucht zu den Winden und Aufblähung d?s Lei-bes und der Mutter/ tödtet und treibet die Würm aus/eröffnet die Verstopftüng der Därmer / befördert denHarn / stärcket das zitterende Hertz/ widerstehet demGisst/ und werden allerley Syrupen/ Conserven undLatwergen daraus zubereitet/ und mit Nutzen ge-braucht.

Hauswuryen/ 8ec!um sempsrvivum,Frantzösisch^ou bsrbe. tznczuam karka sovis, ist kalt im drittenGrad und etwas trocken / sind vielerlei) Sorten/ großund klein/ Mauerpfeffer/Katzenträubel/ so auf dem al-ten Gemäuer hin und wieder wachsen. Die Blättervon der großen Hauswurtzen/ von ihrem inwendigendünnen Häutlein/ mit einem scharffen Messerlein entle-digt/ und das geschundene Ort des Blats auf die Hüh-neraugen Nachts gelegt und aufgebunden / weichet siedermaßen / daß mans auf den nächsten Morgen leichtausschneiden kan/ und wofern man solches etlichmalim abnehmenden Mond wiederholt/wird das Hühner-aug aus dem Grund mitsamt seiner Wurtzen Vertrie-benwerden; die Blätter also allein/ oder mit Gersten-mehl -'pplicirt/vertreiben das Rothlauss/ heilen diebösen um sich fressenden Geschwär/ Entzündungen derAugen / hitzige Podagra/ und wann man sich mitFeuer verbrannt hat/ darzu auch das Wasser dienet/und in starcken brennenden Fiebern nützlich kan getrun-cken werden/kühlet alle innerliche entzündete Glieder;das Wasser mit Baum, Oel in dieOhren gethan/ solldas Gehör wiederbringen; der Sasst mit Rosen-Oelin leinene Tüchlein gefasst/ und auf die Stirne ge-legt / vertreibt die Aberwitz mit samt dem Haupt-Schmertzen.

Das kleineste 8-clum, so man auch Katzenträubelund Mauerpfeffer nennt/ ist hitziger und scharfferLom-

pi-xion, belsstund verzehrt die Zunge/Mt Schweinen-s chmal!; zu einen Pflaster gemacht / vertreibt es dieKröpffe; sür sich selbst gestoßen/ und appUcin /oder inRosen-Oel gesotten/vertreibt es diegoiden Ader/undbenimmt ihre Schmertzen.

Mauerraucen, L'rauenhtZsr / /^Äsntk,um »Opiliuz VcneriZ. ist vielerley Gattungen/darunterauch etliche Sorten des Widertods gehören/ sonder-lich das ^clizntkum aureum , welches gepulvert fürden Sand und Slein ein treffliches Mittel seynsolle.

Mauerrauten oder Frauenhaar wachsen gern anMauren und Rissen / oder feuchten Kiumsen der Fel-sen/ auch wol in der Brunnen Gemäuer/ ist einer tem-perirtenEigenschafft/ vertrocknet / reloivirc, eröff-net/ verdäuet und zieht zusammen/ in Wein gesottenund etliche Täge nacheinander getruncken/ eröffnetsdie Verstopssung der Leber / vertreibt die Engigkeit^ der Brust / und ist zum schweren Athem/ Geeljucht /^ Lungen-und Miltz-Gebrechen/ auä) zu Beförderungdes Harns nützlich / treibt die Melancholie p-r Un-«am, zerbricht den Stein/ stillet die Bauchflüsse/ hei-let die Schlangen-Biß/ welches das Pulver auch allesvermag/ starckt den Magen; der Safft davon oder dasKraut zerstoßen/und aufdie kählen Plätze gelegt/machtdas Haar wachsen/ vertheilt die Kröpffe; die Läuaedavon heilet alle fiüßige Haupt-Geschwär / und ver-treibt die Schuppen.

Der Wein von diesem Kraut gemacht/hilfft sür denschweren Athem undHusten/dann er vertheilt und führtaus dis zähenSchleim/ so sich an derBrust und Lungenlegen/ und vertreibt den Stein.

Die kleinen Mauerrauten aber/kutz mursn-,. oderpanonyckia die gleichfalls gern an Steinen undMau-ren wächst/ ist warmer und trockner Natur im drit-ten Grad / und ist aus subtilen Stücken vermischt /treibt den Sand / zermalmet den Stein / befördertden Harn/ und vertreibt/zerquetscht und aufgelegt/ dieNägel-Geschwär/ daher es auch den Griechischen Na-men tragt.

cxviil.

Aus Gebürgen: Meismwurtz/nd Movelgeer.

Impcratoris,8m^rnion, OKru-

K Uum, wird sehr in die Gärten geziegelt/ wach-set aber am meisten und besten in den feuchtenGebürgen? man kan von der Wurtzen/ wo nur einAuge bleibt/ solche zerreißen und Spannen-weit verse-tzen/ ist warm und trocken im dritten Grad/ zertren-net/ zeucht heraus / eröffnet/ verdauet / macht subtilund befördert / vertreibt die Winde des Magens undder Gebährmutter/ ziehet/ in dem Mund gekauet / daspKlcZma aus dem Haupt herab/vertreibt das Grim-men und Leibwehe/ die Brühe davon stillet das Zahn-wehe ; das Pulver davon getruncken eines O.uintelsschwer mit Wein/ eine <3tund vor dem p^rox^lmogenommen / vertreibt vas viertägige Fieber/ dienet zuallen kalten Kranckheiten/ auch wider die Frayß / inWein getruncken; wie auch die frische Wurtzen da-voi voneinander geschnitten/ und an die Daumen und

grosse Zähen beeder Hände und Füsse in ?awxylmo'LpilepliT.üutparumziitea, aufgebunden/ ein treffli-ches Hmulstum darwiderseyn solle / Wie di?kiilcsll.Lurios.anno quarto 8c c^uintc», Obssrv. 42. bezeugen.

Sie macht einen guten wolriechenden Athem/stärcktalle Glieder/ die Sinnen und des Verstands; hilfftwider die lnleüion, vertreibt das Keuchen/reutet ausdie Wassersucht/und Miltz,Gebrechen / und hilfft allenerkalteten Gliedern wieder;« ihrer Wärme / treibt dieWürme aus ; der Safft davon verzehret alles sauleFleisch des Krebses hinweg ; gleichwie das gestoßeneKraut das Hüfftwehe vertreibt/ und alle Geschwulstenrclol vixt und vertheilet.

Das Pulver davon in Wein getruncken/ erwärmetLenden und Nieren / macht eine gute Farbe; man kanallzeit z. Loth Pulvers mit einem halbenPsund rein ge-flossenen Zucker vermischen/so kan mans wie ein Tritt

Xxrx iij

gebrau-