Des Adeilchen Land - und Feld - Lebens
1 .^vertreibet/ wächset in Jtaiia auf dem Genue-sischen Gedürge/ auch / wie o. Vcr^sclia meldet / imGebürge bey L-n-vc in Saphoyen/ auch m den Alpendc-s Schwettzerlandes ; man pflantzet es daselbst in dieGärten/ und wachset gern/ sv es mit der Wurtzen aljogrün und frisch gefetzt wird/ vom Saamen aber kommtes so langsam herfur/ daß es selten vordem dritten Jahraufgehet. ,
Es Met gern dort / wo viel Napcücs zu wachsenpflegt / gleichsam als wolte die Natur der Kranckheitem gutes kcliicckum an die Seiten setzen; hat fast mitdem ttapeiio einerley Blätter und Blumen / aber klei-ner/ und die Blumen sind bleich-gelb/die Wurtzen istknollicht/etwas länglicht/ auswendig gelb/ und inwen-digweiß.
Die Wurtzen ist sehr bitter/ dahero vermuthlichwarm und trocken/widerstehet allen schädlichen Kräu-tern und allem Gisst/auch zur wfcÄwns-Zeit / vertrei-bet die Würmer und alle Gebrechen des Hertzensundder andern innerlichen Glieder/ führet alle zähe Feuch-tigkeiten p-r 8-6cm KcVnmitumaus/ sein Geruch ver-treibt Schlangen/und hat alle dieselbigen Krässte undVermögen/ die dem Candiotischen viptsm zugeschrie-ben werden.
Man nimmt dieser Wurtzen ein Quintlein schwerin Cardobenedicttn-Wasser ein/ Napeiii Sc l'Kor« ve.
nLnc» prsecipus rcliüit.
Mcr ^tULus, Sternkraue/ auch Schareenöraut
genennet / hat den Nahmen von den Blumen/ welche
, l-ngs herum blau Purpurfarbig/ und inwendig gelb /mit ihrem runden Umkrays einem Srern gleichen; diei Blätter sind langlicht und haarlcht / eines rauhen bit-tern Geschmachs/ die Wurtzen auch haaricht - wirdauch eine Arr gefunden mit gantz gelben Blumen /wachst gern m rauhen ungebaueten und sandichtenFeldern / in Bergen und Thalern/ ist einer temperir-tenEigenjchasst/ kühlet / clizcriret und trocknet; derPurpurfarbe Theil der Blumen im Wasser getrun-cken / dienet zu dem gefährlichen Hals-Wehe/ istwider dieFrayß und alles Schlangen-Gifft/wie sieauch von dem Geruch oder Rauch davon vertriebenwerden ; kan wol in die Gärten gebracht / muß aberin Scherben erhalten / und Winters-Zeit beygesetzetwerden. Man muß es jährlich / wann es verblühethat/ blsaufdenBoden wegschneiden/ weil sie aber/wie Her: Viescher sagt/ endlich grosse Stauden wer-den/ magmans etwa an einen Ort setzen/ da sie nichtirren.
Aeeiwury/Mppomzrgtlmm, ist eine Art vomwilden Fenchel/ und reucht die Wurtzen starckundwol/ist warm im dritten Grad/ und trocken / gesotten unddas DccoÄum davon getruncken/ besürdertdas harteHarnen / zermalmet und führet aus den Stein / istdienlich den Gelbjuchtigen/ macht viel Milch den Säu-genden/ reiniget die Frauen nach der Geburt / K kicn.les provocat, a^kerKirt und stillet auch die Bauch,flüsje / ist sonst an Eigenschasst fast dem Fenchel gleich/allein etwas schwächer.
cxvls.
MsGebürgen und Steinen: BibinMn/ GZmsenwnrtz/
Hauöwurtzen und Maurrauten.
Ibi'neUen / wird von etlichen für das äpwm zähen Schleim ; die Wurtzen zur inKKion,. Zeit mgehalten / und von etlichen Heu dem Mund gehalten/ ist ein gut l>rXlervötiv,
ligm Geist - 5Vu?y genennt / wächst zwar!.wol auch in den Wiesen und harten grasichtenGründen / am liebsten aber in Gebürgen / Felsen undStein-Mfften / wird auch von etlichen unter dieSteinbrech gerechnet/ist zweyerley Geschlecht / groß
Das Pulver von der gedvrtten Wurtzel nüchternmit Wein getruncken / ist eine köstliche Artzney widerdie Empörung der Mutter; das ausgebrannte Was-ser davon/ verhütet nicht allein/ daß der Stein nichtwachse/ sondern zermalmet ihn auch/und führet ihnaus / soll im Wein gebaisst und per Lsineum^ansdistillirt werden.
Gämlmwury/ Ooronicum, dieJtaliäner zwar/alskiattklvius. vurantcs. und andere/ die ihnen fol-gen/ haben dis Gewächs für Gisst gehalten; die neuemaber mehr-erfahrnere Lvtsnici, haben aus gnugsamerErfahrung das Wiöerspielbewiesen/ und befunden/daß es ein sonderbahr kcmeckum wider den Schwindelsey/auch daher den Nahmen trage/ daß die in den höch-sten Gebürgen und Stein-Klippen wohnende Gämfendie Wurtzen gern essen / und dardurch Zweissels ohne,vor allen Schwindel sicher leben. Um gleicher Ursa-chen willen/auch von den Gämsen-Jagern undWild-Schützen/ die per pr^cipitia und sehr hohe Felsen stei-gen müssen / diese Wurtzen gesncht wird/die doch auchbeynebens viel Gauckeley und Aberglauben damit trei-^ . . ben/und sich selbst und andere überreden wollen/man
! scn und Geburcs-Gliedcr ; die Wurtzen zu Pulver ge- könne sich mit dieser/zu rechter Zeit und Stund/^r cumsiossen und gekruncken im Wein/ erwärmet die Brust/ mcsntarionibug KiaZicis, gegrabene Wurtzel feste ma-vertreibt die kalte Husten / uiid treibt aus den kalten i chen; das ist aber gewiß/ daß keinervondenZnwoh-
und klein/aber einerley Tugend. Die jungen Schöß-ling/die im Frühling erst aus der Erden kommen/werden wie em Salat genossen / zermalmet und treibt^ den Stein/ legt die Harnwinde/ reiniget die Brust/! treibt das Pestilentzische Gisst vom Hertzen/ wider-i stehet allen Fiebern / wann man sein OecvLwm oderden Sassc davon trinckt / eher / als der ?srox^smus! konimt.
Die kleine Bibinell hat eine wundersame Krafft diej Milch zu mehren / wann sie die säugenden Frauen nurl im Busen auf der blossen Haut tragen/ dringt sie insechs Stunden die Milch so gewaltig / daß man das> Kraut hinweg thun muß/ wie solches v. 8cdmus in! noti,N8^,cj l'rgZi^Iclbsrltjm berichtet,j Ist sonst hitziger und trockner Natur / eröffnet die! Vcrstopssnngen der innerlichen Glieder / und nimmtweg dii> Lmden-Schmertzen/ remiget die Nieren/Bla<^
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