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Th. 1 (1716)
Entstehung
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715
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FünffteS Buch/ Kuchen - und Artzncv-Gattcn.

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DieNachtfchatten-Blatter aufdie fressendenScha-den und entzündeten Glicdergelegt / kühlen und hei-len sie; geflossen und übergelegt/ lindern sie das hitzigeHaupt-Wehe; das gebrannte Wasser denimmt äus-sere und inwendige Hitz/ ist gut fürs Rothlauff/ hei-let die hitzigengeschwollenenBrüste/ wird zu der Hlhdes Magens und der Leber getruncken / muß aber mas-sig/ ncc tine iVlecjjci cvntilio,gebrauchtwerden; derSafft m die Ohren geträufft/ hüfft ihnen von allen hi-tzigen Schmertzen-

Natterzöttglein/Ok'KioZloil'llm, ist einKräutlein/das langer nicht als bis in den halben Juni ohngefährwähret / und hernach verschwmdet/ wächst gern auffeuchten Wiesen und in den GrasGarren/ treibt eineiniges fettes unten breites und oben spiizlges grünesBlärlein / daraus ein subtil Gras-grünes zerkerbtesSpitzlein sich erhebt/ ist einer sehrguten und temperir-ten Eigenschafft.

Wird zu den Durchbrüchen/ und sonderlich der juwgen Kinder sehr gerühmt/ heilet das Blm-Speyen /mit gedistillirtem Eychenlaub-Wasser getruncken; mitSchwartzwurtz und ein wenig Wolgemuth im rothenWein gesotten/ und davon getruncken / heilet es dieVersehrte Lunge und verwundte Brust; mit Wegrichtund Wegtrit gesotten / stillet es die rothe Ruhr kGentes nimios, man weichet die frischen Blätter i«Baum-Oel ein/ thut ein wenig Fichten-Oel darzu/ esheilet die ftlschen Wunden in kurtzer Zeit mit Verwun-derung/ und ist (wie l)ui-anl-» bezeuget) offt und vielprobirt; der weisst Wein/ in welchem solche Blättergesotten/halt den Augen/ damit gewaschen/ ihre Flüssegewaltig zurück.

Im May wird ein Wasser daraus gebrennt/ dasverrichtet alles / was gesagt ist/ und ist sonderlich denKindern gut/ die einen Bruch haben/getruncken / heiletvon innen aus.

psrietaria.S.PetersRraut/ Tag und Nacht/wächst gern an dürren Orten/ bey alten Gemäuer undZäunen/wird auch tlelxine und?crcj>cium,oder lZer-bs pcrclicum genennt / weil die Rebhüner gern davonessen sollen/kühlet/ säubert/ befeuchtet/ zieht zusammen/UNdsbttcrZirt.

Wein oder Wasser / indem dieses Kraut gesotten/mit Hönig oder Zucker vermischt/ reutet die alte tro-ckene Husten aus; das DccoÄum davon eröffnet die

Verftopffungen der Leber/Miltzes und Nieren/reini-get die Gebährmutter und alle innerliche Glieder/ be-fördert

Der ausgepreßte Safft mit Hönig zu einem Gur-gel-Wassergemacht/ heilet die Entzündungen und Ge-schwür im Hals und Mund; dis Kraut mit Heuhe-chel und Perersilwurtzen in Wem und Wasser gelot-ten/ und davon getruncken / eröffnet die verstopfttevNieren/treibt den Stein/Sand und Harn; im Iu-Uo brennt man das Wasser davon/ist gut für die/ sostets husten/ und nicht auswerffcn mögen ; macht dasAngesicht hell und rem; das frische Krautgestossen/undaufdte Wunden aelegt/ heut dasselbe/ nach Du, snnsZeugnuß/dermaßen zu/ daß man keiner femern HülffeMehrbedarf

l eriicarla, ^ZohkraUt/ pipcr aczuaticum, FrcM-tzö^lsch curaze, wachset gern an feuchten Orten /bisweilen auch wol an den Zäunen und Strassen/ isthitziger und trockner Natur / zertrennet / eröffnet /verdauet und zertheilet; doch versehrt es auch und ma-gert aus; des zerstobenen Krauts ausgeprester Safftreiniget alle unflätige Geschwär an Menschen undVieh; die Blätter mit sammt dem Saamen zerflossen/vertheilen die alten Verhärtungen und Geschwülsten;wann man das Kraut/Abends oder Morgens/ in dieCammern streuet / und bald wieder auskehret/ ver-treibt man die Flöhe.

Das OecoÄum davon istgutfürdieKorn'-Wip-peln; um das Fleisch gebunden/ im Sommer/bewahrret es solches vor den Maden/ wie dann auch der aus-gepressteSafftzu denWürmern in denOhren bewahrtseyn solle; das von dürren Blättern gemachte Pulverhält die alten faulen Wunden rein/ und verzehret daswilde Fleisch/ lässet auch keine Maden darinnen wach-sen/vielweniger Fliegen darzu kommen.

Herr Camchter in seinem Kräuter-Buch schreibt /daß diese Wurtzelzerstossen / in Regen - Wasser gesot-ten/und dem Küh-Vieh übergelegt/ gut sey/ wann siegeschwollen/ oder sonst einen Schaden hätten/ darin-nen wildes Fleisch und Würme wüchsen / geschwindheile; so sie inwendig (sagt er) geschwollen sind/ sollmans ihnen zu essen geben; also auch den Rossen/ wannsie an den Schenckeln / Knochen/ oder Gliedern ge-schwelten/ auch wann sie sich verbellen oder vertrettenhaben/ und hincken / soll man ihnen die Füsse in diß ge-sottene Kraut einschlagen.

c^?. cxiv.

Gegen Norden: ?euc«izi,um , Sinmi/ TeusselsabW

und Tormenltl.

v->kucs6anum , Harstrang/Schwefel«IVuryoder GäuFenckxl / wird am besten von derWurtzen / in Ermanglung aber derselbigenvom Saamen / im Frühling oder Herbst / gebauet /liebt Schatten/ und wachset von sich selbst am liebstenin schattichten / gebürgigen Wäldern / ist warm imanderv/ und trocken im dritten Grad / erwärmet /verdauet / zertrennet / vertrocknet/ und ist aus subti-len Stückenvermischet/ ist doch dabey so scharff/ daßdiese n -n / so sie ausgraben/mit einem guten Ge-

1.

ruch'die Nas-Löcher vorher verwahren müssen / da«mit sie nicht schwindlicht werden oder Hauptwehe be-kommen.

Der Wein / darinnen die Wurtzen gesotten/ oderauch diepulverisirte Wurtzen getruncken/ reiniget dieBrust von allen kalten und zähen Schleimen / und er-lediget von der aus Kalte entstandenen Husten/ wel-ches der ausgepresste Safft auch vermag ; der mitHönig getruncken / den Harn befördert / verbessertdas schwehre Athem/ remet die Scbmertzen undWind

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