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Th. 1 (1716)
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714
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De6 Adeitchen Land - und Feld Lebens

herum mit sechs unterschiedlichen Rippen abgetheilt/und haben einen schwartzen Saamen/an derGrösse denErven ähnlich/und gleichsam m,t einem weissenHer^-lein gezeichnet/ in sich / die Wurtzen ist dick / und allenr,halben mitZäserlein behängen.

Dieser Saamen soll sich nach seiner 8iZnstur, demGebrechen desHertzens gewaltig widersetzen / ist hitzigund trocken im andern Grad/ derSaame befördert dmStuhlgang / vertreibt die Wurme des Leibes/ und ent-lediget das Gedärme alles seines phlegmatischen Un-raths / wie abgedachter äurkor bezeuget.

Rleberttöraue / ^parine unv älpvruls, wächst anZäunen und ungebauten Orten / die Frantzosen nen-nens lZrateron oder keil)Ie»,at)üerzirt/macht subtil/reiniget und vertrocknet; derSafft von dem gantzenGewächse eines Qvintels schwer mir Wein eingenom-men / dienet wider giffriger Thiere Blß; in die Ohcengetraufft / legt er derselbigen Wehthun / welchesauch thut das davon distillirte Wasser / ist auch be-wahrt wider das Seitenstechen/ täglich drey- oder vier-mal , allwegen einen Löffel voll gerruncken / stillet alleBauchslüß / und wird wider die rothe Ruhr und Gelb-sucht gelobt.

Die Blätter zerquetscht und zu einem Pflaster ge-macht/stillen die Verblutungen der Wunden ; dasPulver vom gedörtten Kraut heilet Wunden und Ge-schwär: das Kraut mir Schmaltz geflossen / und zu ei-nem Pflaster gemacht/relolvirt/zertheilet und vertrei-bet die Kröpffe.

Alraun/^sncjrazora. hat theils eineweisse/welcheman das Mannlein / und theils eine schwartze Wur,tzen / welche man das Weiblein nennet / wächset ander,wärts in Jtalia und Apulia / sonderlich auf den. Ge-bürg Larzano ( wie vurantc« bezeuget ) m grosserMenge; in unsern Ländern aber / wird es allein in denGärten fortgebracht / liebt gute und schatlichte Erden /hat doch kalte Winde nicht gern/wird im April gesäet;es wird viel Fantasterey und zauberisches Beschwehrenvon den Abergläubischen mit dieser Wurtzen getrieben/so aber keinem Christen gebühret.

Zum Gebrauch derArtzney soll sie im Herbst/in ih-rer besten Vollkommenheit/gegraben werden; wanndie Blatter nunmehr zu verwelcken anfangen/so schnei-de sie in kleine Scheiblein / fasse sie an einen Faden / undlaß sie also wol austrocknen; wiewol die äusserste dickeRinden vom innern höltzernen Marck abgesondert/zur Artzney am besten und gebräuchlichsten iji; ist tro-cken im ersten und kalt biß im dritten Grad / daher sienicht leichtlich innerlich zu gebrauchen ; in der Fruchtsoll eine Warme und Trockne seyn / welche sonderlichzum Schlaff reihen.

Die Frucht hat eine Blühe wie die Melaun / blauPurpur- färbicht / durchaus eine rundliche Frucht ent-springet / Anfangs grün/ und zu ihrer Zeitigung bleich-gelb/wolriechend und voll Saffres und Saamens/ undhat mir Her: Oo-.wr Martin Christoph Metzger/ einberühmter und fürtrefflicher Ktcckcus, erzehlt / daß sowol er selbst / als auch seine Frau / von dieser Frucht et-was weniges gekostet/ und befunden hätten/daß siesüsse/lieblich und angenehm sey, als der beste Melaun seynmöge/so desto glaublicher/weil derbekandlekcmbcr.

tu5 l)oclon»u3 in purZamium tjikvrjA liiz. 4. csp, 28.also schreibet : ?c>mz miliar» sunt, cum pipcre 6c sliizsicrincis calicjis coKs, ecii pvlle teruntur; doch ist indiesen mit Bescheidenheit zu verfahren.

WanN man drey Pfund Rinden in ein Fäßlein vondreyßig Massen süssen Weins thut/ und gibr denen/welchen man ein Glied abnehmen muß / drey Löffel-vollzu trmcken / so schlaffen sie so fest ein / daß sie keinenSchmertzen empfinden / welches der Wein / darmndie Wurtzen gesotten ist / auch vermag ; den Schlaffwieder zu vertreiben / wäschet man ihnen das Hauptmit Essig und Pfeffer / oder erweckt durch bequemeMittel ein Niesen.

Die frischen Blätter kühlen die hitzigen Geschwärund Geschwulsten; die Wurtzel mit Essig geflossen undübergeleqt/vertreibt das Rothlauff; eben solches Pfla-ster mit Wasser vermischt/vertheilt die Kropffe und an-dere Geschwülsten ; Helffenbein sechs Stunde mit die-ser Wurtzen gesotten / soll es weich machen / daß mansformen mag / wie man will ; das Oel davon wird ge-braucht/ den Schlaff wieder zu bringen.

H^eerhtrs / l.itkolpcrmium und jMium 8oli»,wächset gern in den Auen/ und nicht ferne von den Flüs-sen / »n feuchten und sandichlen Gründen / aber in dieGarten gebauet / wirds noch vollkommener/wird mei-stens der Saame gebraucht/ und im Augusto eingesam-let / ist warmer und trockener Eigenschafft.

Zwey Quincel des Saamens genommen im Wein /ist eine kräfftige Artzney/den Blasen-und Lenden-Sttinzu vertreiben; diß thut auch die Brühe von dem Kraut;und werden vom Kraut und Saamen nützliche Lenden-Bader bereitet / im hefftigen unleidlichen Schmertzender Lenden und Blasen / den Stein innerhalb zu bre-chen und auszuführen / auch v/luriam und alle derglei-chen Zustande zuvertreiben/weil er aberstarcktreibt/muß mans Mit Bescheidenheit und Einrathen etnes gu-ten klcäici gebrauchen ; es wird auch vom Kraut/Blümlein und Saamen ein Wasser ausgebrannt / sovorher in Wein gebaisst sind / hat eben die vorige Wir,ckung.

cxiu. . .

AÄltsihatten / Lolanum lativum , wächstzwar in den Gärten/und wo es einmal hin-kommt/so besäet es sich selbst / ist aber auch inden Graben und bey denZäunen an manchenOrten genug zu finden/wo es Schatten haben kan; ist

zweyerley Sorten/eines tragt rothe/das andere schwar-tze Beerlein / das erste wird aber von etlichen für bessergehalten ; ist kühlender und zusammziehender Naturim andern Grad.

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