Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
711
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Fünfftes Buch/Kuchen-und Aryney-Garten.

zrauter/ so gegen Morden stehen.

M.

j Lewnica Wö Dcnraria.

» l^um oder ^ron, pfaffenbtnt/ wird auch vonetlichen Tevestber genennet/ ist warm

und trocken im dritten Grad/ reinigt/ zertren-net/machet subtil/zertheilet / verdauet/ öffnet und be-fördert/wächst in den Wäldern/ Graben/ Strassen/und Zäunen/ wo es Schatten findet/ sticht im Ansangdes Frühlings Herfür/ und vergeht bald wieder/ daßmane das gantze Jahr über/ weiter nicht siehet; mitdem vec-ZÄ« dieses Krauts/Wurtzen oder Saamen/die unsaubernWunden gewaschen/ heilet sie; derSafftvon Kraut und Wurtzen mit Therme eingenommen/ist gut sür die Pest.

Aronwurtzen gepulvert/ mit Zucker vermengt/ undin einer Zisern-oder Hühner-Suppen eingegeben/bringt den Stuhlgang/ und reiniget die schwach - galli-gen und schleimichten Feuchtigkeiten; die Käse inAron-Blätter gewickelt/bleiben lang gut und werden besser;die Wurtzen in Wasser gesotten / oder in heisser Aschengebraten / und mit süssen Mandel-Oel genossen/stilletdie Husten; dis thut auch die getrunckene Milch / inder die Wurtzen gesotten.

Die Wurtzen mitKüh-Kokh zu einem Pflaster ge-macht/ lindert das Podagra; die Blätter mit samtder Wurtzen in Wein und Oel gesotten/ und wie einPflaster ausgelegt/ heilet die goldene Ader/und hilfstdem herausgewichenen Assterdarm wieder zu recht;das aus der Wurtzen distillirte Wasser macht die Hautweiß und glatt.

östonica, wiesen,Betonten/ ein bekanntes undheilsames Kraut/blüht liecht Purpur-farb/ wächst gernin den Wiesen an fchattigten und kalten Orten / willgutes feuchtes/und von der Sonnen abgelegenes Erd-reich/wird am Ende des Mayens zum Dörren undDi-stilliren gesammlet / ist warmer und trockener compie.xion. zwischen dem Zersten und anden Grad.

Des Krauts OecoÄum oder Pulver / zermalmetden Blasenstein/ reiniget die Brust/ Lungen und Leber /öffnet die Harngänge / dienet wider das Aufsteigen derMutter/ zu den Bruchen/Krampff/und gifftiger ThiereBiß/ heilet die Haupt-Wunden/ im Wasser bis aufdas Drittel eingesotten/die Augen damit gebäet/ auchdie Blatter aufdie Stirn gelegt/ hilfft für das Augen-wehe.

Das Kraut in Wein gesotten/ und so warm manserleiden kan / in den Mund gehalten/ vertreibt dasZahnweye.

Blätter und Blühe im Wein gesotten und getrun,cken/ stillet das unmäffige Kluchsen/ verbessert des Ma-gens Däuung / reiniget die sauren aufsteigende»Dampffe/dientzum Gebrauch derGebährmutter/undist zu allen inwendigen Glidern eine bewahrte Ark-ney.

Seines Pulvers ein Quintel im Wein eingenom-men / nimmt dem Gifft seine Krafft / vertreibt dieGelbsucht/Tobsucht/das Hinfallende und HMwehe; das Pulver mitHöniglstgut den Lungensüch-tigen/ den Febricitanten / und dienet zu sehr vielenandern Kranckheiten/ wie in den Krämer-Bücherngenugsam zufinden.

kiorsvanli in seinem 1>zZst äclls Lirurßia !tb z.cap.7Z. setzt aus ^nzelo cls Vitcrko, sich das gantzeJahr gesund zu erhalten/ folgendes Recept: Nimmvon Betonica vier Wipffel / und von Weinrautendrey / stoßalles miteinander / und preß den Safftheraus/ thue es in ein Gläslein/ das drey Finger hochmit guten Wein eingeschenckt sey / und trincke esfrühe Morgens nüchtern aus / und das thue täglich /durch den gantzen Monat Majum/ so wird dir dasgantze Jahr durch/ kemeKranckheit aufstossen/ und dasist bewährt.

vcmariz. Zichnkraut/ oder Schuppen-kvury /

kommt bald im Frühling Herfür / mit einem feisten ei-ner Spann'langen Stengel/ darauffLeibfarbe Blühehänget / bisweilen sind sie auch bleich gelb / darauffolgen Hülfen mit einem kleinen Saamen - die Wur-tzen istweiß/als wann eine Reyhe Zahne übereinan-der stünden / eines zusamm-ziehenden bittern Ge-schmacks ; zu Eingang des Junii verdortt dieses Kraut/und wird weiter nichts davon gesehen. ^ Es sind auch ,dieses Krauts noch andere Gattungen^/ theils auchohne Blätter/ wächset gern inGebürgen und Wäl-dern/ und den Orten / wohin die Sonne nicht vielkommen mag.

Die Wurtzen heilet wol zusammen / und starcket/wird wider die Brüche täglich / eines Quintels schwerim herben Wein/ zu den Wunden aber/so in der Brust/Lungen und andern dergleichen Höhlen hinein dringen/mit Schafftheu-Wasjersehr nützlich getruncken.

c-zmerari UZ meldet/ das aus dem Kraut und Wur-tzen distillirte Wasser sey wider die Flüsse alten undjungen Leuten dienlich/ werde auch denen mit derFrayß behafften Kindern gar sehr gebraucht.

CX.

Gegen Norden: Embeer/ Einblat? Zeigenwartzen-Kraut/ und

fleckicht/auch gemeines Lungenkraut.

Ittbeer/Wolssöbeer/NerbsParis, oder wie es narcl.ist ein artliches schönesGewächs/daßvierBlatterl'abcrnTmontanus nennet/Hconitu m lslutj. aus einem glatten anderthalb oder zwiespanigenSten-serum, dieFrantzosen nennens kMn cis kc-1 gel wachsen / ausweichen noch ein kleiner Stengel mi^

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