Flmffteö Buch/Kuchen-uno Aryney-Garten. 1705
Munoe oeyaucn/ tcgci ven unr^l
faule/ ist auchgutzu der rothen Ruhr / und Gueder-auch Hüfftwehe getruncken; mit EM gekocht und über-gestrichen/heilet es die um sich frejjende Schaden undGeschwür/erweichet Kropffe/Geschwulsten/ und Apo-stemen; mit Saltz und Hönig heilet sie die Wunden ;liebt feuchten Grund / und wachset gern an 5en Ufernund Graben der Wasser.
Der aus der zarten Wurtzen gepresste Safft ver-bcßertdie Lungen-und Leber-Gebrechen / und treibtalles tödtliche Gisst aus ; der Safft etliche Tage aufY .Loch getruncken/ nlget die Gebucht aus; das davondistillirte Wasser vertreibt das Zittern der Hände /wann mans wascht und von sich l eckst abtrocknen las-set; die Blatter mit Honig und Saltz zu einem Pfia--stergemacht/ werden zu den Wunden undFistem ge-^ rühmt/ wie auch zu den Darmbrüchen.
<Srsj?e A»I.cren / möjlli,Frantzösisch (ZIs-tcron oder^lauteron, wächst gern an dürren und ma-gern Orten; die zarten Stengel von den jungen Blät-tern im Frühling/ werden zur Speise gebraucht.
Und ausser den gewöhnlichen Salaten / kan manauch im Frühling die Stengel von den großen Klettennehmen / die grosse äussere Rinden hinweg thun/ wieeinen Spargel abrühren/ darnach in Oel/Essig un>^ Pfesser wol einmachen; man kans auch warm imBu t-terkochen. Optimum pukalur clls remccllum ,con-! cra Oiculum 6c Impolcntiam.
Zeucht mittelmassig ein/ verdauet und vertrocknet /ist grosser und kleiner Art; das Kraut wird sehr ge-^ braucht wider den Sand und Lendenstein/ Bader dar-aus zu machen. Etliche jammlen den Saamen/machenihn zu Pulver/ und brauchen ihn für den Stein.
Die über die Geschwulsten gelegte Blatter/ vertrei-ben solche; dieFWurtzen eines O.uintels schwer mit Zir-? belnüßlein getruncken / hilsst für das Blut - und Eyter-i speyen: der aus den Blattern gepresste Safft nutHö-mg getruncken/ befördert den Harn/und stillet dieSchmertzen der Blasen; der Saame 40. Tag nach-einander/ eines O.uintels schwer/ mit starcken gutenWein getruncken/stillet das Seitenwehe / Nieren-Schmertzen und den Stein / und lässt keinen Stein(wievuranlcs sch:eibt)von neuem erwachsen;dieWur-tzel mit Zucker eingemacht/wird zu dem Stein und derrothen Ruhr sehr gerühmt; die Wurtzen mit Saltz^ gestoßen/ und übergelegt / heilet den wütenden Hunds-Blß; die Blatter oder Wurtzel gestoßen / lindern dieGlieder-Schmertzen; die Wurtzen in die Laugen ge-than/ macht das Haar wachsen.
!' Zum Stein und Gries in den Nieren/ dienet auchder Saame von den kleinen runden Kletten / zu reinemPulver gestoßen/und mit ein wenig gutem Wein ver.mischet/ eingenommen/ im vir^ aber ist es nochbesser.
i klal va minor,()mnimarkis, Fcid^'Zppekn/R^st-
^i,l«n«un^Räß-papp.?w we:den allein an derGrös-se etwas unterschieden/ sonst fast von einerley Wir-^ ckung / wachst allenthalben an ungebauten Orten/ aus-serhalb der Gärten uud in den grasichten Hufen; sind
einer temperirtcn Natur / zwischen Hitze und Feuch-ten/ sie zertheilen/ sanjjtiken/ lindem und erweichen.Vor die Husten/ Haiserkett und Schwindsucht:9ilmPappel-Wurtzen2 Loth/ Blatter2.Hand-voll/ unddes SaamensDavon 2.O.umrel/laß es miteinander insusscr Milch halb einsieden/ ninim davon laglichzwcy-oder dreymal einengucen Trunck;disbetommt auchden Lungensüchtigen sehr wol/ ist ein lress.ich-heilsa-mes Kraut zum Clystiren. ante» jagr; Wer desausgepressten Eassres von P. ppeln trmttet/ der istdenselben gantzen Tag aller Kranckheiten -rey.schreivt/ die Pappeln,mt Oel und Saltz gekocht/ er-weichen den Bauch und treiben zum Stuhlgang. DerSaame ist gut den . ^iKmZticis, mich für die trockeneHusten/ im sussen WeinoderHönig-Wassergenom-men; zerstojsene Pappeln ader derSpinnen-Wespen-i und Bienen-Stich gelegt/ heilen dieselben. Der Safftvon den Blättern ausgedruckt/ und warm in die Oh-ren gemusst / heilet das Ohrenwehe; Item die Blät-ter im frischen Wasser gekocht/ bis sie weich werden /und um die harte Geschwüren geschlagen/erweichetsolche. Es brauchen auch etliche ( sagt > sa-rn^mnn.rznus) die gesottene Brühe von Pappeln/ den Griesund Stem damit zu vertreiben/ und so man Petersil-gen darzu thut/ wird es desto kräfftiger. Wann mandie Pappeln ausbrennen will/ ist die beste Zeit darzu /wann sie Käslein und Blumen haben/ nnt der Wur-tzel und Stengeln untereinander gehackt/ und im An-fang des Mayens gebrennt / dieses Wasser Tag undNacht viermal / und jedesmal vier Loth getruncken/ istfürs Stechen/ äpoltc^und Seiten-Gescluvär/ ver-treibt (wieL), I.onicer >i8 meldet) die Blut-Mhr undden Stein/nimmt die Schmertzen der Blasen reinigetdie Nieren/ an die Schiäse gestrichen/macht es schlaf-fen; getruncken/widerstehet es der Pestilentz/ und istgut wider den Zwang / erfüllet hohle Wunden wiedermit Fleisch/ damit gewaschen/ und das Kraut darübergelegt; Menschen-Harn und Pappeln zusammen ge,sotten und damit gezwagen/ heilet den fressenden Erb-Grind und Schuppen auf den Kopfs; der Safft istauch gut für die fallende Sucht getruncken; hat auchsonst in allen Kräuter-Büchern ein sümeffiiches Lob /daselbst wird man viel andere heilsame Nutzungen auf-suchen und finden können.
^ uh- ctiel/ vnomz, ^noniz Kantzösisch Errettebocuf, wird in Oesterreich Aglarkraut genennet/ diezarten Schößling im ersten Frühling werden mitSaltzund Essig eingemacht/ ist sich und lieblich zu eßen / undtreibt den Harn ' zerbricht den Stein / wie auch derSafft thut aus dem frischen Kraut gebraucht; dieWurtzen im Wasser und Essig gekocht/ und warm imMunde gehalten/ vertreibt die Zahnwehe und Mund-fäule.
(Za'cnuz meynt/ die Rinden an der Wurtzen sey ambesten zu gebrauchen/ dieselbe imMalvasiergebaisst undausgebrennt/ dienet zu allen gemeldten Zuständen/Hilfftfür die Verstopffungen der Leber und Nieren; wirdauch durch die Kunst ein vortreffliches Saltz davonprseparirt, und zu allem diesem dienlich.