Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
703
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Fünfstes Buch/ Kuchen- und Artzney- Garten.

bcr/und stärcketdas Hertz wol wegen seiner gewürtz'len Eigenschafft.

Ntyfuß/>->/-?»^,Sontt?ttwmdgürtel/wächst

an »gebauten ranken Orten und in den Feldern / andem Gemäuer undZäjmen/ist zweyerley Art/roth undweiß/aber einerley Vcrmögcns/wicwol die mit den, ro-chen Stengel von etlichen für kräfftiger gehalten wird/sind beede trocken im ersten / und warm im andernGrad; wird das Kraut am Ende des Mayens vonden Stengeln abgestreift und ausgebrannt / zumDörren aber wirds nachSt.Johannis gesammlet/rei-nigetund erwärmet die Mutter/ promovcr partum,Lc^unclins» 6? ^Icnttrua; das O»cc>üum oder gebraN-te Wasser davon getrunckcn / oder in Bädern ge-braucht; mir Wein gesotten und mit Camillen-Blu-men und Salve/auch die erlähmten Glieder und Ner-ven damit gerieben/ wärmet und krafftiget starck.

Das ausgebrannte Wasser vertreibt die.Husten/macht schlaffen/ vertreibt Gisst/ zermalmet den Stein;wer sich müde gegangen/ kan mit diesem Wasser .dieMüdigkeit ausziehen/oder/wann man das Kraut amHals tragt/lässt es nicht müde werden. Der Safftdieses Krauts gerruncken/ ist eine Artzney wider das

eingenommene Opium.

Ätltenkrsut/ zweyerley Gattung/

schwartz und weiß / darunter der weisse am besten undzur Artzney bequemer/ der ist im dritten Grad kalt; derschwartze aber ist kalt im vierdtenGrad/derhalben nichtzu gebrauchen/dann es bringtnichtallem denSchwin-del/sondern beraubt auch den Menschen seines Ver-stands/und stürtzt denselbe in einen liessen/und/wo-x-ceciirt wird / wol gar in d-n ewigen Schlaff; sonder-lich soll man sich hüten vor dem/ der schwartzeu Saa-men hat.

Der weisse Bilsen hat weisse Blühe und Saamen/der wird mit kvarmen Wasser angeschwellt / hervach,

gestossen/und der Safft ausgedruckt/ der maclt schlaf-fen/ wie auch zu dergleichen Salben gebraucht / undlegt die Schmertzen / mit Mehl über das Podagragelegt/gibt Erlinderung ; die frischen Blatter von die-sem Kraut über alle Geschwär und Glieder/ so wehethun/oder geschwollen sind/gelegt/ benehmen das.Wehthun; welchem die Zahne wehe thun / der em-pfängt den Rauch von diesem Saamen durch einenTriechter/darnach wäscht er den Mund wieder aus;man nimmt von diesem Saamen Eyerklar/ Frauen-Milch und ein wenig Essig / macht ein Salblein dar,aus/und streicht es an die Stirn und Schläffe/ machtwol schlaffen/wie auch disKraul mein Fuß-Wassergethan / mit Wein vermischt / und auf der Frauenschwärende Brüste gelegt/ löschet die Hitze.

k-iionius in seiner Orientalischen Reiß- Beschrei-bung Iib.2. c. 54. schreibet/ daß unserne dem FlußNilo/eine solche Menge des schwachen Bilsenkrautswachse/ daß die Egyptier aus dem Saamen ein Oelpressen/so sie zum Leuchten/und vielen andern Dingmgebrauchen.

Dürrwury/ist dreyerleyGattungen/groß/klein und mittelmässig; das grosse wächst hoch auf/hatgelbe Blumen / mir^einem inwendig etwas erhebtenPotzen/daraus der Saamen wird/ wächst auf den Fel-dern/Hügeliv und feuchten lustigen Auen/ist eines bit-tern und fcharffen Geschmacks/warm und trocken imdritten Grad; das gantze Gewächs auf die Erden ge-streuet/vertreibt Schlangen/Wantzen und Flühe; dieBlatter reinigen und heilen die Wunden / auf dasKorn und ander Getrayd gelegt/ bewahrt sie vor denWürmen und Wippeln; die kleinere gepülvert und ineinen herben rothen Wein getruncken / vertreibt dierothe Ruhr/ und das Haupt fein sanfft damit ge-schmieret/ litwerls dieHaupt-Schnmtzen.

Gegen Abend - Durchwachs/ Engelsüß / Erdrauch und

Farrenkraut.

ttrckwscks/ wird niit Fleiß / sei

ner Nutzbarkeit wegen/in die Garten gebauet/muß jährlich von dem Saamen angebauetwerden / wiewol sie sich/ wann sie einen beque-menOrt finden/selbst fottpflantzen du:ch ihren bespreng-ten Saamen / ist über die Massen heilsam / alle frischeWunden/gestochen oder gehauen/ schnell und saubervon innen auszuheilen / in Wein gesotten / und denSchaden damit gewaschen; desgleichen das Pulvereingenommen und in die Wunden gesaet; das vomfrischen Kraut oder Saamen mit Vorstoß ( vomWachs) gemachte Pflaster/heilet alle Brüche / undfürnehmlich die Versehrung des Nabels.

Diß Kraut blühet imHeu-Monat/damalsgesamm-kt/im Wein gebaisst und ausgebrennt / hat alle besagteTugenden/ist einer warm? und trockenen Natur/eines^ bittern undzusammenziehendenGeschmacks.derWein/^ darinnen das Kraut oder Saame gesotten ist/dienet zu! den Darm-Brüchen / und andern innerlichen Leibsge-brechen; das Kraut zu einem Pflaster gemacht/ ver-

theilet und heilet die Kröpffe/.und alle andere Aposte-

men und Entzündungen.

hat den Nahmen

bekommen wegen seiner auswendig schwärtzlicht/ undinwendig grünen/ süßlicht-herben Wurtzeln / ist warmim andern/ und trocken im dritten Grad / wächset gernan steinigten Orten und unter der Bäume / sonderlichaber zwischen der Eychbaume Wurtzen; diese Wur-tzen gepulvert/und eingenommen im Meth oder Hö-nig-Wasser/laxiret; das gebrennte Wasser davon istgutsür dieHusten/und benimmt auch andere melancho-lische Schwermuth und böse Träume / eingenommen/wann man will schlaffen gehen/ ist auch sehr gut zu demSeitenstechen; diese Wurtzen den Schweinen gege-ben/ pr» lcrvirt sie vor allem Unfall.

Das Wasser ist/ nacheinander gebraucht/gut fürdas viertägige Fieber / Husten/ beschwertem Athem/Lungen.Gebrechenund Melanchm'ey/ erweichet denLeib/ reiniget das Geblüt/ und <iacht eine gute Farbe;man macht ausdiesem Kraul ein absonderliches Oel

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