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Th. 1 (1716)
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Deö Adeltchen Land - und Feld-Lebens

Es ist noch eine Art der Hohlwurtzen/ ärittoioZiacit-msul-s genannt/ die auch fast diese Wirckungenhat/ aber etwas geringer.

Hundszungen/ ^>noZiolla, wachst gern ansan-dichten Orten / ist kalter und trockener Natur im an-ß dem Grad; die Wurtzen in Wein gesotten/ und denWein Morgens und Abends getruncken/ befördertden Stuhlgang/ ist gut wider die rothe Ruhr und zuallen Cathärren. Die Blatter zerknirscht und mit fri-schem Schweinen-Schmaltz geröstet/ ist gut/so jeman-den ein rasender Hund gebissen / oder er sonst vomBrand Schaden genommen hätte. Das distillirteWasser ist eine besondere Artzney wider die Franzosenund Feigwartzen/ auch die goldene Ader zu heilen / wel-ches auch die unter Aschen gebratene und zerstoßeneWurtzen mit Sauertaig oder Mehl gleichmässig ver-richtet.

Die Wurtzen der Hundszungen ist zu gewissen Zei-ten im Sommer röthlicht/ und alsdann in Oesterreichrothe Wurtzen genannt / davon man die in vielen aus-serlichen und innerlichen Zuständen berühmte rotheSalben zu machen pfleget.Sc. IshqnnS-Äraut/tt/jicncon pcr5orats,wird

auch von etlichen Hartheu genennet/dieFrantzosen hei^sens kli»- ?crluis, ist ein gantz bekantes Kraut/wachstgern auf den Feldern/bekommt imJuliound Augustoftine Blumen / ist von zarter kubttsa- .wärmet undtrocknet/starcket/vertheilet/ heilt zusammen/ und eröff-net. Der Saacke mit Wein getruncken / treütt denStein aus denNieren/widerstehet dem Gisst/wie auchdem Bisse gissliger Thier/und bey 2. Quintlein getrun-cken in einer warmen Fleisch-Brühe/führet er denGall-mässigen Unrath sehr bequenilich^urchdenStuhlgangaus/ tilget die drey-und viertägige Fieber/ und^ird zudem Blutspeyen und Blutbrechen sehr gerühmt.

Das davon distillirte Wasser samt Pöonien-Was-ser vermischt/ ist gut wider die fallende Sucht/ für denSchlag/ für das Zittern der Glieder / heilet gestocheneund gehauene Wunden/ wie auch das Oel thut/ darin-nen dieBlumen ligen/ (ausser zu den Haupt-Wunden/soll man das Oel nicht nehmen) den Bauch damit ge-schmiert/ heilt es die rothe Ruhr/ und bringt/einen Löf-fel voll davon getruncken/ die Würm in dem Leib um;die Blätter mit dem Saamen heilen den Brand. Dieübrigen vielfältigen Tugenden / mag man in den be-rühmten Ncrballis aufsuchen.

dx?. xcvil.

Gegen Mittag: lv» ärrkmi«, Kümmel/ Mannstreu/ Mettram/

Mieö oderMooö.

^Vs ärtkr.tic» , kriecht auf der Erden / hat langeschmale Blatter/ fast wie Roßmarin / aber kleiner/weisser und rauhlicht/siehet an dünnen Stengelndick beysammen/ reucht wie der Fichtenbaum/ die Blu-men sind zart und Gold-gelb/ bisweilen auch weiß/sindnoch mehrerlei) Art/ wächst gern an magern/ sandich-ten und ungebaueten Orten / ist bitter und etwasscharss/ daher warm und trockene macht subtil und zer-trennet/ sbltcrzistund reiniget

Die Blätter sieden Tag nacheinander in Wein ge-truncken/vertreiben die Geelsucht/ dienen auch widerdie Lchersucht/Harnwinden/Nierenwehe undSchmer-tzen der Gedärme. Das Pulver von dem gantzen Ge-wächs 40. Tag lang alle Morgen einQuintel mit einLoth Terpentin eingenommen / macht demHüfftweheein Ende; die Blumen mit Zuckn zu einer cons-rvagemacht/und alle Abend/ wann man will zu Bette ge-hen/ z.Quintlein eingenommen/ reuttet die psrsiylzmaus/wie dan koncleletiusdis Kraut wider denSchlagflelssig zu brauchen rathet/dienet auch zur andern kaltenGebrechen des Hirns/Schwindel/ fallende Sucht unddergleichen/ im Wem gelegt und davon getruncken; esdienet auch wider Gisst/ und sonderlich wider diegiff-tige Wolssswurtz.

Aömmel/ c^uminum, ein wolbekanntes und allent-halben auf den Wiesen wachsendes Kraut/isthitzig undtrocken im dritten Grad/wärmet/ ziehet ein / vertrock-net/ treibtdie Wind aus und andere zähe Feuchtigkei-ten-; mit Rosen-Hönig und Wachs vermischt und ap-pliLitt/vertheilet alle harte Geschwulsten; der Rauchvom Saamen macht ein bleiches Angesicht.

Der Wiesen-Kümmel gepulvert / erhalt Fisch undFleisch an statt des Saltzes vor der Faule; das dar-

aus distillirte Oel / verbessert des Magens langsameund unvollkommene Verdauung / vertreibt Winde /Husten und Keuchen/ und ist zuden verwundten Mil-tzen eme besondere heilsame Artzney/ mit Wein gesot-ten/ ist er gut denen/ die von den Schlangen sind gesto-chen worden.

Die Wurtzen vom Lummo pralcni;. wann sie nochzart «st / kan man wiePetersil mit dem Fleisch kochen /oder (wie Her: Elßholtz schreibt) zum <^alat / wiedie Zucker-Wurtzen essen.

tNannstreu/Lr^nZyum, ist in unsern Ländern/aufden grösten ungebahnten Heiden und Weiden/wol be-kannt/ ist gut/mit Wein getruncken/ wider die Co-licaund Bauchgrimmen/ ist einertemperirten Wär-me/ und trockenen Natur; ihre junge und zarte Schoßim Frühling werden mit Cssig und Saltz zu einem Sa-lat genossen ; die von der Wurtzen gesottene Brüheeröffnet die Verstopfung der Leber; im Wein reutetes die Wassersucht und Gelbsucht aus / treibt Urinamk Menses > die Wurtzen mit Hönig - Wasser getrun-cken/ ist gut denen/welche die fallende Sucht und dasKeuchenhaben / dienet den schwachen Hertzen undLenden/ starcket und bekrässtiget die Natur; die ge,pulverte Wurtzen in Gansbrühe getruncken / dienetwider alles Gisst; die Wurtzen kan in H önig oder Zu-cker conditt werden.

Das aus den zarten Blättern distillirte Wasserdienet zu den vier- und alltaglichen Fiebern mit einem jO.uintlein der gepulverten Wurtzen/und mit gleich soviel Saamens von der wilden Pastinaca getruncken /dienet wider alles Gisst; die Wurtzen an den Halsgetragen / vertheilt die Kröpsse / mit Hönig zu einem