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Th. 1 (1716)
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696
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696 Des Adelichen L

gern / ist einer zusamm-ziehenden warmen und trocke-nen Eigenschaft; der meiste kriecht auf der Erden /eineArt aber stehetgerad in die Höhe mir schönen liecht-blauenBlüuUetn/ doch wird der kmchende am meisten-' gebraucht.

Hr. os Serres schreibt/ cs sey gut wider den Aussatz /und sey vor alten Zeiten ein König in Franckreich dar-durch erledigt worden; soll auch ein besonders Mittelseyn/die Wolff-Bisse zu heilen / welches durch ei-nen Hof-Jager in Franckreich/der einen vom Wolffgebissenen und entlauffendenHirschen diß Kraut essen/und darauf Lust-Sprünge thun gesehen / sey ausge-merckt worden. Ist / auch getruncken/ gut wider dieLungen-Geschwär; das mit Wein eingcbaisste Was-ser vier Loth mit ein wenig Theriac eingenommen/ wirvin Pestilentialifchen Fiebern gerühmt / und treibt al-les Gisst/ und andere böse Feuchtigkeiten durch denSchweiß von dem Hertzen aus. Eben diß Wasserauf drey Loth getruncken/ vertreibt den Schwindel /stärckt die Gedächtnus/ reiniget das Geblüt/ hilfstder Harn-Blasen und Gebähr-Mutter alles Unrathsab / und vertilget gleichfalls den Stein / vertreibtden Husten und Keuchen / daher sie auch den hustendenSchaafen mit Saltz nützlich gegeben wird.

Das Kraut von aussen übergelegt / vertheilt alleGeschwulsten des gantzen Leibes und Halses/ heilet alleWunden - gepulvert und eines halben Loth schwermir halb so viel Theriac im weissen Wein gebraucht /hilfftzur inf-Sion -Zeit. Das Wasser wird imAn-fang des Brach-Monats ausgebrennt / vorher vierund zwantzig Stund in Wein gebaisst/ bleibt zehenJahr in seiner Kraffc/ heilt alle Biß der Zifftigen Thier/und prslcrvirt vor der Pest.

Das OecoÄum von Ehrenpreiß ist ein vortreffli-ches kemeöium wider den Stein / wann es eine Zeit-lang gebraucht wird/ wie v. /uackimus (Zeorx. ElßnerinHlilccllaneis Luriosorum tüalurse^ani 1670 Ob-t-rv. 170. tol. 24s. bezeuget.

Gegen Mittag: Gamanderle

Guldengünsel

Amanderletn / cbamzcclrys, oder ()ucrculsminor, weil dieBlümlein einem Eychen - Laubgleichen/hatPurpursarbe/bisweilen auch blaueholdselige Blümlein / wächst gern an rauhen und dür-ren Orten/und wo es einmal einnistet/ vermehret es sichselbst gar gerne / wird zu Ende des Mayens zum Di-stilliren gesammlet / ist warm und trocken im drittenGrad. Das Krautlein mit Baum-Oel gestoßen/ undauf die Wunden gelegt / heilet sie / wie auch die altenSchäden ; wem die Augen wehe thun/der stosse die-ses Kräutlein / und lege es übeMacht auf die Au gen.Die l)cLo-Äion, davon getruncken / ist gut für dieHusten/ und das erhärtete Miltzzu erweichen/ auchdenen / die einen Anfang zur Wassersucht besorgen.Diß Kram mit Feiqbohnen-Mchl/ Saltz-Wasserund Essig gekocht /^ vertreibt die Schuppen aus Haarund Bart / ist auch sonst zu vielerley Gebrechen

-und Feld-Lebens

Evscneraut /Vcrbcnz, ist ejmr warmen und trocke-nen Natur/ wächst überall. Die Alten haben viel selt-same und abergläubische Meynungen davon gehabt;es hat lieber feuchten als dürren Grund; das Männ-lein hat blaue/ das Weiblein gelde Blümlein/ sind abervon gleicher Wirckung; die zerquetschten Blatter mitEsstg/ helssen/ übergelegt/ dem Rothlauffab; mit Ro-sen-Oel heilts die Wunden; die Oecottion davon istgut für die Mund-Fäule. Die Wurtzen gepulvertund getruncken/vertreibt denStein ; der Wein/dar-um diß Kraut gesotten ist / wird zu allen innerlichenLeibs-Gebrechengernhmet/ eröffnet die Verstopffungder Leber/ Nieren und Lungen. Die Blätter 40. Tagnacheinander/ alle Morgen ein Quintlein/ in 18. Lothvierdigen Weins nüchtern getruncken/ reutet die Geel-sucht aus.

I)ur^ntes sFteibt / das dritte Gleich oder Gliedseines Stengels/ von unten hinauswarts gezehkt / mitsamt den Blättern/ wird zu den drittaglichen Fiebern/wie auch dasvierdte Glied zu denviertäglichen gerüh-met; das davon distillirte Wasser vertreibet dieWürm/stillet das Keuchen / heilet die Schwindsucht und Lun-gen-Geschwär/ macht eine schöne gesunde Färb/ stärcktLeber/ Magen/Miltz/ Blasen und Nieren/ und hilsstdenselben alles zähen Schleims ab / daraus der Steinwird erfrischet und erkläret die Augen / und heilet alteSchaden.

kü'lipcriijula, rother Steinbrech/ hüt Blätterwiedie Pimpenellen/ an einem langen Stengel mit weissenBlümlein/ die Wurtzen hat vielKnöpfflein an dünnenFäsern hangend/wächst gern in den Wiesen und freyenFeldern/ wird a»ein zwischen dem Majo undJunioge-stmden/ ist warm und trocken etwas mehr als im erstenGrad. Die Wurtzen mit Wein getruncken/ zerbrichtund treibt aus den Nierenstein / hilfst dem verstopsstenUrin fort/tilget die Geelsucht / vertheilet die Magen-Winde/ und hilfst für die Engbrüstigkeit / und für all»aus Kälte entsprossene Kranckheiten.

XLV.

N / Cnapkalium, ErUlldkvUkH /und Goldwurtz.

dienlich/ wie aus den Kräuter-Büchern zu verneh-men.

(Znzpbalium, Ruhrkraut / 7al,--rns?m5ntanu»zehlt dessen achterlei) unterschiedene Gattungen; ziehen^zusammen und vertrocknen / daher sie auch alle für dierothe Ruhr nutzlich gebraucht / und im sauren rothenWein getruncken werden.

ki-jttkioius sagt / der Safft sey gut/mit Milch undWein vermischt/wider die ünZins, wann man sich da-mit gurgule.

voclonTus schreibt/ daß sein distillirtes Wasser gMsey/ aufdie Brüste mit einem feuchten Tüchlein gelegt/^wider den Krebs/ cliam nimi» prllkucntis

Mitz das davon gemachte Pulver dient wider alleBauchflüfje und Schmertzen des Gedärms ; dienetauch ausserhalb/ wie vurgntez stgt/zu den faulen Ge-

schwaren,