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Th. 1 (1716)
Entstehung
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693
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Zünfftcs Buch/ Kuchen - und Artzney-Gartcn.

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hat eine wundersame M an sich / je wärmer die Jahr-Zeit ist/ und jc hetsser die Sonne scheinet / jcmehresmit häuffigen Thau - Tröpfflein befeuchtet ist/ welche /wam man sie gleich herab schüttelt / in einer halbenVieuel Stund wieder bethauet stehen wie zuvor Die-ser Thau dienet zu allen Gebrechen der Augen / sie ent-stehen gleich von Flüssen / oder von Hih und Entzün-dung / lindert das aus Hitz entstandene Hauplwehe /heilet die Zufälle des Hertzens; den Magen und die Le-ber/wann sie erhitzt sind/ kühlet/ es/ lödtet den Krebs/und ist heilsam wider gifftiger Thier Biß/ oder auchwann man Giffr bekommen hätte; dieses Krautlein /wie itZacus ttvilanäus meldet/ wan man in ein Glaswirsttvoll Getrancke/ darinnen Gifft verborgen ligt /so zerspringt es alsobald; wann mans auseiner hart-gebährenden Frauen blossen Leib bindet/ so treibt es dieFrucht bald heraus. Weiter ist dis Krautlein auch eink>rzelcrvauv für das Hinfallende/ den Schlag / undwann das Maulgekrimmt wird; ist so brennend/ daßman mit diesem mitwenigem Saltz vermischten Krautdie Haut aufatzen und Blasen anziehen kan; daher esunter die cauttics zu rechnen ist.

i^ob-lius aber schreibt das Widerspiel / weil dielangwührige Erfahrung weiset / daß sie die zähen/lei-michten und faulen Schleime der Dönsüchtigen zer-theile/ und die natürliche in ihnen fast erstorbene Wär-me wieder aufmuntere / soll sonderlich der alten LeuteSpiritus erfrischen / die schleimichten Feuchtigkeiten

verdauen und ausführen / und folge nicht/weil esdie Haut aufatze / daß es darum nichtzugebrauchen/weil es in dem Leib seine üction verrichte/ wie derMeer-Zwiebel/Zwiebel/Knoblauch/ Rauten/ Senff/und dergleichen scharffe Dinge / die Mä^rmasjen dieHaut aufätzen/ nichts desto weniger aber inwendig zubrauchen sind.

Tescheltraue / ?urfz psttori«. wächst allenthal-ben/ auch an dürren Orten / und bey den alten Gebau-en/ daher unnöthig/ es in die Gerten zu bringet:; istkalter und troäner Natur/ doch zieht es auch zusammenund stopffet; das Pulver von den gedörAen Blätternin rothen Wein/ oder Regenwaßer/ in welchem einglühender Stahl abgelöscht worden / gesotten / undgetruncken/ stillet neben den Bauchflüssm auch dasBlut-Harnen/ übermassige Weibs - Blumen/ unddienet sonst zu allen innerlichen Gebrechen des Leibes;die gesottene Brühe der Blatter mit Wegricht undkoiarmcni,in Regenwasscr bereiter/ Met das Blut-Speyen und die rothe Ruhr; der Safft des Krautsin die Nasen - Löcher gethan / stillet das Bluten / undreiniget die frischen Wunden/ mit rothen Wein ge-baisst und disttllirt/ stillet es die Blutflüsse nvchkrWi-ger/heilet alles/was innerlich im Leib zerbrochen/ be-schädigt oder versehrt ist / wann man allzeit drey odervier Loth Morgens/ Mittags und Abends trincket/ undseinengewöhnlichen Tranckdamit vermischet.

xcii.

Gegen Orient: Wegricht und Wegtritt/ oder

kol/ZONUM.

s"»»lttaliArum, oderl^ezins prsli, weites seinenge-I wohnlichen Stand in den Wiesen pflegt zu neh-men/ ist einer »dkcrzircnclen und reinigendenEigenschafft/seine Blätter gestossen/und zu einem Pfla-ster gemacht/ heilen die alten Geschwüre und Schädengewaltig zu/ und meldet vurant-s von diesem gantzenGewächse/daß es in dieKammer ausgehenckt/oder amHalse getragen/ die Geburt der schwangern Frauen inMutterleib vor aller Gefahr bewahre ; die Wurtzenin die Laugen gelegt/ bringt alle Läuse um; das aus denBlättern und Blumen gebrannte Wasser mit leinenenTüchlein übergelegt/heilet alle alteGeschwär u. Schä-den zu. Dis Gewächse hat Stengel wie die Rauten/mit viel glatten und gleichsam eckichten Aesten erfül-let/die Blätter sind schier wie am Coriander/ doch et-was feister und länger/ rings herum zerkerbt/ und aus-wendig mehr grün/ als inwendig; die Blumen sind ähe-richt/mosichtt klein und einer weiß-bleichen Farbe/ aufwelche dreyeckichte Hülslein erfolgen/die den Saamenin sich halten; die Wurtzel ist rund/auf die eine Seitengekrümmt/ und gelb mit vielen Zasern.

, ist spjhiq und breit/ kleinerund grosser Gattung/ allenthalben so bekannt / daß esunnöthig ihn zu beschreiben/wachst überall.

Der Saame von dem breiten Wegricht im Junio /wann er noch grünlicht/nicht gar zeitia / doch vollkom-men ist/gibt den Sang-Vögeln/als Carnari-Vögeln/Stieglitzen und andern / eine anaenehme Speise/ sres-

I. Thu!.

senihn sogern als die Hühnerdarm/ und ist ihnen ge-sund.

Der Wegricht kühlet und trocknet im andernGrad/ und zieht zusammen/ darum wird er nützlich zuallen bösen faulen und fliessenden Schäden gebraucht/stillet das Blut/ stopffet die rothe Ruhr/ mit Essig ge-kocht und gegessen/ oder das Pulver davon eingenom-men; mag auch aufgelegt werden über den Brand/ hi-tzige Aposteme/ Geschwulsten und Kröpffe; sein Safftin dieFistuln getropfft / heilet sie; in die Augen/ reinigtsie; in die Ohren/ legt ihre Schmertzen/ öffnet Leber/Miltz und Nieren / lind kühlet sie; heilet auch die vonrasenden Hunden gebissene Wunden/ überdieWun-den gelegt; das Kraut auf die Fußsolen gelegt/ heiletdie müden und geschwollenen Füsse; die Blatter mitSaltz geflossen und übergelegt / lindert die hefftigenSchmertzen des Podagra ; der Safft vertreibet dasKeuchen: das Wasser davon gebrannt/ wann er in derBlühe ist/ stopfft alle heffrige Bauchflüsse/insonderheitdie rothe Ruhr/ und heilet alle Versehrungen des Lei-bes; in parox^lmo fcbriz tcrkianX einen guten Löffelvoll getruncken / kühlet es die Hitz / und treibt die giff-tige böse Materi aus durch den Schweiß / heilet auch/überaelegt/ alle glfftlge Biß/ ist gut/ die Wunden damitgewaschen und einges^rützt/und dienet sonst zu vielerleyGebrechen und Schaden.

ZV«gt<lee/ k^ly^onum. wird nicht in die Gartengepstantzet / sondern als ein Unkraut ausgejetten und

Ssss ij heraus